MB-Kritik

The Weight 2026

Action, Sci-Fi, Adventure

Ethan Hawke
Russell Crowe
Julia Jones
Austin Amelio
Avi Nash
Lucas Lynggaard Tønnesen
Sam Hazeldine
George Burgess

Inhalt

Im Jahr 1933 wird Samuel Murphy in Oregon von seiner Tochter getrennt und in ein brutales Arbeitslager geschickt. Gefängnisdirektor Clancy lockt ihn mit einer vorzeitigen Entlassung, wenn er Gold durch die lebensfeindliche Wildnis schmuggelt. Doch Verrat schwelt innerhalb der Gruppe, und Murphy fragt sich, wie weit er gehen wird, um sein Kind wiederzusehen.

Kritik

Eine zusammengewürfelte Gruppe abgebrannter Außenseiter muss für einen korrupten Auftraggeber eine brisante Ware durch gefährliches Terrain transportieren. Wenn sie erfolgreich sind, winkt ihnen die Freiheit. Doch überall auf der unwirtlichen Wegstrecke lauert der Tod. Die Prämisse Padraic McKinleys starbesetzten Spielfilmdebüts ist ebenso simpel wie effektiv. Angesiedelt im ländlichen Oregon der frühen 30er Jahre, in denen die Great Depression, Prohibition und politische Spannungen die Menschen zu wilden Spekulationen trieben, zeigt die schlichte Story unverkennbare Parallelen zu legendären Survival-Thrillern wie Lohn der Angst, dessen Unheil überschattetes Remake Sorcerer und Deliverance

Die spartanische Struktur der klassischen Vorbilder, die Exposition und biographische Hintergründe der Figuren auf ein Minimum reduzierten und sich ganz auf die mörderische Reise konzentrierten, fehlt jedoch der altmodischen Abenteuergeschichte. Deren Aufbau, Atmosphäre und Aussage liefern einen kommerziellen Gegenentwurf zum unerbittlichen Realismus und zynischen Gesellschaftskommentar s und s. Ethan Hawkes, The Black Phone 2) verwitweter Vater Samuel Murphy landet durch Polizeigewalt im Arbeitslager einer Miene des korrupten Clancy (Russell Crowe, NurembergDer verschlagene Lagerleiter verspricht Murphy vorzeitige Entlassung, wenn er 500 Kilo Goldbarren von der Miene in Clancys Besitz schmuggelt. 

Um seine kleine Tochter (Scenestealer Avy Berry) wiederzusehen, akzeptiert Murphy den Deal. Mit drei Mitgefangenen als Unterstützung - dem sanguinischen Sprücheklopfer Rankin (Austin Amelio, Hokumdem indisch-amerikanischen Sozialisten Singh (Avi Nash, Silound jungen Skandinavier Olsen (Lucas Lynggaad Tonnesen, Paradise) macht sich Murphy auf die riskante Tour durch Wälder, Wildwasser und Wegelagerer-Fallen. Dem von zwei Handlangern Clancys bewachten Quartett schließt sich unterwegs die flüchtige Native American Anna (Julia Jones, Rez Ball) an. Obwohl ihr Hinzustoßen kaum Sinn ergibt, ist die einzige relevante Frauenfigur noch die Interessante unter den reichlich stereotypen Charakteren. 

Politische Diskussionen und rassistische Spannungen sollen dem von Matthew Boi, Matthew Chapman (Die Poetin) und Shelby Gaines verfassten Skript etwas soziologische Substanz geben. Doch die entsprechenden Dialoge und Konfrontationen fallen ähnlich unzulänglich aus wie die psychologischen Ansätze. Motive und Moral der Nebencharaktere changieren zwischen plakativ und verschwommen. Einzig Murphy ist mehr als eine menschliche Fassade mit seiner gen Ende war schlamm- und blutbedeckten, aber sinnbildlich weißen Weste. Wachsende Kameraderie und Respekt der Gruppenmitglieder voreinander sind ein verklärter Gegensatz zu Egoismus und Amoral der Klassiker. 

Fazit

Dass Padraic McKinleys solider Survival-Thriller nie an die viszerale Spannung und sadistische Düsterkeit seiner unverkennbaren filmischen Inspirationen heranreicht, liegt ironischerweise an dessen massenkompatiblen Mechanismen. Vorhersehbarkeit und flapsiger Humor konterkarieren riskante Episoden und die einzige wirklich bedrohliche Situation versickert. Historische Hintergründigkeit erschöpft sich in stimmigem Zeitkolorit, Name Dropping und pittoresken Naturbildern. Diversität bleibt überwiegend dekorativ; Ethan Hawkes wackerer Held erhält dramaturgisch die meiste Aufmerksamkeit und Autorität. Hochglanz-Aufnahmen, patentes Schauspiel und eine routinierte Inszenierung bieten dennoch handwerklich hochwertige Abenteuer-Unterhaltung, die rasch vergessen ist. 

Autor: Lida Bach
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