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Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwens Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Smaragdgrün ist der letzte Teil der sogenannten Edelsteintrilogie, eine Verfilmung der gleichnamigen Romane der deutschen Autorin Kerstin Gier. Die Filmbeschreibung verspricht einen „fulminanten Abschluss“ und im Vergleich zu den Vorgängerfilmen eine Steigerung in Sachen Spannung, Dramatik Atmosphäre und visuelle Effekte. Ist dem wirklich so?

Lange stand die Frage im Raum, ob der dritte und letzte Romanband überhaupt verfilmt werden sollte. Der erste Teil war schon kein Hit an den Kinokassen und nachdem die Fans der Buchvorlage einen wahren Shitstorm im Internet losgetreten hatten (die Unterschiede zum Buch waren zu groß), tat sich die direkte Fortsetzung in Sachen Besucherzahlen noch schwerer. Zu allem Überfluss hatten einige Darsteller keine Zeit (oder Lust?) für einen dritten Teil vor der Kamera zu stehen, vermutlich gab es auch finanzielle Einschnitte. Letztendlich ist es dem Mut und der Leidenschaft von Drehbuchautorin Katharina Schrödeund RegisseurFelix Fuchssteinerzu verdanken, dass der Trilogie-Abschluss doch noch realisiert wurde.

Auch hier gibt es laut Buchkennern so große Abweichungen, dass von einer direkten Verfilmung nicht mehr die Rede sein kann. Ob einem das Finale zusagt, hängt also stark davon ab, ob man die Bücher kennt und mit der filmischen Version vergleichen mag oder ob man den Film alleinstehend betrachtet. Inhaltlich geht es jedenfalls etwas düsterer zu als in den ersten zwei Dritteln der Zeitreisegeschichte. Die Romantikelemente werden zurückgefahren, da Gwendolyn (Maria Ehrich) und Gideon (Jannis Niewöhner) ihrer zarten Liebesbeziehung ein Ende gesetzt haben. Überhaupt hat Gwendolyn auch wenig Zeit für Liebeleien, muss sie doch endlich alle Geheimnisse aus ihrer eigenen Vergangenheit entschlüsseln, was nur mit Hilfe einiger Zeitsprünge möglich ist. Derweilen kommt der finstere Graf St. Germain (Peter Simonischek) seinem Ziel immer näher, den Brutkreislauf des Chronografen zu vervollständigen. Nur dann erhält er ein magisches Elixier, über welches er nicht nur beliebig durch die Zeit reisen kann, sondern auch unsterblich wird. Schon lange hat er zusammen mit der geheimnisvollen Loge Pläne geschmiedet, um seinem Ziel, die Weltherrschaft zu übernehmen, näher zu kommen. Nur das Blut von Gwendolyn fehlt ihm noch. Die Zeit spielt gegen die 16jährige, die jedoch Unterstützung von einigen neuen und alten Verbündeten erhält.

Inhaltlich und inszenatorisch reißt auch Smaragdgrün keine Bäume aus. Klar, gegen die großen Verfilmungen von Jugendbuchreihen der letzten Zeit, allen voran Harry Potter und Die Tribute von Panem, kann eine kleine deutsche Produktion nicht anstinken. Jedoch zeigt die erfolgreiche Märchenreihe der öffentlich-rechtlichen Sender (Empfehlung!), dass man auch mit wenigen Mitteln, viel Kreativität und wunderbaren Schauplätzen tolle Filme drehen kann. 
Natürlich muss man den Machern rund um Regisseur Fuchssteiner hoch anrechnen, solch ein Mammutprojekt überhaupt auf Film zu bannen, denn in dieser Hinsicht fehlt es deutschen Produktionen bislang einfach an Mut. Trotzdem fehlt es eben an erwähnter Kreativität, einer professionellen Inszenierung und an gutklassigen und vor allem leidenschaftlichen Darstellern. Darsteller und Crew sind zwar ein eingespieltes Team, eine eigentlich düstere Atmosphäre zerstört man jedoch immer wieder durch unheimlich deplatzierte Popmusik, unnötige Tanzeinlagen und absolut peinliche Comedy-Elemente. Das ist sehr schade, denn auch der Plot birgt keine großen Überraschungen mehr und so hätte die Inszenierung einiges rausreißen können und müssen.
Boten die Vorgängerfilme noch teils verworrene und parallel verlaufende Storylines, läuft in Smaragdgrün alles ohne überraschende Wendungen auf ein vermeintlich großes Finale zu. Immer wieder kommt es zu groben Logikfehlern und man hat das Gefühl, als wären ganze Handlungsstränge der Schere zum Opfer gefallen um den Fokus auf mehr Action zu legen. Davon gibt es reichlich, was zusammen mit häufigen Schauplatzwechseln für ein ordentliches Tempo und viel Abwechslung sorgt. Wären doch die vielen Kung Fu- und Fechteinlagen nicht so hektisch geschnitten und mit stark eingezoomter Wackelkamera inszeniert, wie es heutzutage leider viel zu oft Sitte ist... 

Kurz zu den Schauspielern: Maria Ehrich und Jannis Niewöhner sind ganz sicher keine schlechten Darsteller, wirken aber vor allem in emotionalen Szenen recht steif und hölzern. Zusammen mit der Musik, der Ausleuchtung und der Kameraführung wirkt das oft auf Soap Niveau, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass der Regisseur sein Handwerk bei Verbotene Liebe erlernt hat. Leider sieht das Drehbuch auch selten richtig dramatische Szenen und Dialoge vor, was das ganze nur noch schlimmer macht. In Actionszenen machen beide da schon einen passableren Eindruck, vor allem Ehrich kann gegen Ende durchaus Präsenz zeigen, wenn sie den Bösen im Latexanzug in den Hintern tritt.
Größen wie Peter Simonischek (dank Toni Erdmann gerade in aller Munde) und Katharina Thalbach stehlen natürlich allen die Schau, bekommen aber viel zu wenig Screentime. Dasselbe trifft auch auf Rolf Kanies und Johannes Silberschneider, von denen man gerne noch etwas mehr gesehen hätte.

Zur Produktion: Die Drehorte sind überaus abwechslungsreich und machen in vielen Szenen auch einiges her. Gerade die vielen Schlösser rund um Aachen und die Landschaftsaufnahmen der schottischen Highlands bieten viel für das Auge. Jedoch soll auch nicht verschwiegen werden, dass viele Szenen - wohl aus Kostengründen - in kleinen Innenräumen spielen, die so manches Mal nach Kulisse aussehen.
Gelungen sind auch die Kostüme, die den jeweiligen Zeitepochen angepasst wurden und die man sich gerne mal für den nächsten Fasching borgen würde.

Dass es in Smaragdgrün trotz aller Zeitreisen in die Vergangenheit auch im die Zukunft geht, zeigen wiederkehrende TV-Einspieler, teils auch tatsächliche Berichte rund um Bankenkrise, totale Überwachung und Massenproteste auf den Straßen. Ob diese Referenz zu unserem tatsächlich stattfindenden Alltag nun deplatziert wirkt oder nicht, möge jeder selbst entscheiden.

Fazit

"Smaragdgrün" spricht sicherlich kein breites Publikum an, sondern richtet sich ganz klar an junge Mädchen. Die Handlung wird geradlinig und im Vergleich zu den Vorgängern ohne große Umschweife erzählt.  Der Erzählton hätte ruhig etwas düster und ernster ausfallen können, doch unpassende Popsongs, hölzerne Dialoge und deplatzierter Klamauk zerstören immer wieder die Atmosphäre. Dass der Weltuntergang bevorsteht und das Leben der Hauptcharaktere in Gefahr ist, bekommt der Zuschauer zu keiner Minute zu spüren bzw. nimmt es den Darstellern einfach nicht ab. Ein hohes Tempo und der Fokus auf noch mehr Action sorgen jedoch für kurzweilige, wenn auch sehr harmlose Unterhaltung.  So ist der Abschluss der Edelstein-Trilogie zwar kein Totalausfall (zumindest für Nichtkenner der Bücher), aber auch kein richtig guter Film geworden.

Autor: André Schiemer

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