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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Als Mirko vor Jahren den väterlichen Schrottplatz in der Provinz verlässt, um in der Großstadt etwas Besseres aus sich zu machen, sollte es ein Abschied für immer sein. Doch als sein Vater bei einem fragwürdigen Unterfangen ums Leben kommt, erbt Mirko aus dem Nichts den herunter-gewirtschafteten Schrottplatz - zusammen mit seinem jüngeren Schrotti-Bruder Letscho. Eins ist klar: Wollen sie den Schrottplatz und die Familie vor dem drohenden Ruin retten, müssen sie sich die Hände reichen - und einen letzten kühnen Plan des Vaters gemeinsam durchführen.

Kritik

Der Schrottplatz. Im Kindesalter gleicht diese Agglomeration von verrostetem (Alt-)Metall, demolierten Elektrogerätschaften sowie wiederverwendbaren Ersatzteilen für das private Vehikel einem regelrechten Schlaraffenland verlorener Erinnerungen. Jedes Einzelteil trägt eine eigene Geschichte in sich, man muss sich ihnen nur annehmen, um sie erzählt zu bekommen. Wächst man heran, dann verliert der Schrottplatz an Magie, aus dem mystischen Sammelsurium wird gestapeltes Gerümpel, und die Erkenntnis, dass dieser Beruf aus geschäftlicher Sicht ein zusehends versiegendes Gewerbe darstellt, raubt dem Charme der Vergangenheit mehr und mehr an opaker Atmosphäre. Anders sieht es natürlich aus, wenn mit dem hiesigen Schrottplatz auch familiäre Gefühle verknüpft sind, wie uns Max Zähle mit seinem neusten Streich Schrotten! nun auf recht sympathische Art und Weise vorführt. Man darf von Zähle, der 2011 für seinen 25-minütigen Kurzfilm Raju noch eine Oscar-Nominierung einfahren konnte, jedoch keine schöpferischen Quantensprünge erwarten.

Wer durch (Anti-)Vergnügen der Marke Doktorspiele, Kartoffelsalat oder Fack ju Göhte mit handfesten Vorurteilen der deutschen Komödienlandschaft entgegenblickt, der kann sich an dieser Stelle nun die Versicherung abholen, dass Schrotten! nichts mit derlei geistigen Tieffliegern am Hut hat. Max Zähle, der auch am Drehbuch zum Film mitgeschrieben hat, beweist sich vielmehr als Filmschaffender, der an seinen Charakteren interessiert ist, wenngleich er die grundlegend psychologische Detailbeschreibung ablehnt – ganz zum Leidwesen einer organischen Entwicklung. Zentrum der Handlung ist Mirko Talhammer (Lucas Gregorowicz, Lammbock), ein Versicherungskaufmann, der den Rand seines Toastbrotes in das Eigelb tunkt, bevor er durch klinische Büros schleicht und 8 Stunden über Provisionen und Darlehen schwafelt. Sein Bruder Letscho (Frederick Lau, Victoria) hingegen führt das Leben, welches ihr Vater sich eigentlich für Mirko gewünscht hat: Er führt das Familiengeschäft fort und hält den Schrottplatz irgendwie am Leben. Das Zusammentreffen der Brüder, die sich vor langer Zeit bereits überworfen haben, lässt freilich nicht lange auf sich warten.

Und dass sich Brüder immer noch am besten aussprechen, in dem sie sich erst einmal die Nasen einschlagen, beweist auch Schrotten!. Man muss Max Zähles Spielfilmdebüt vorwerfen, dass es nicht die nötige Konzentration aufbringt, um das Gedeihen der Charaktere adäquat zu formulieren. Gerade in Bezug auf Mirko wirken die Motivationen zunehmend hektisch, unbegründet, übereilt. Das Loblied auf familiäre Werte jedoch gefällt, weil Schrotten! auf ein geerdetes Pathos zurückgreift und sich nicht zuletzt als Hommage an den Stolz und die Ehre der (unabhängigen) Arbeiterklasse verstehen lässt: „Lieber tot als Sklave!“ schreit der tumb-herzensgute Letscho seinen Widersachern mit geballter Faust immer wieder entgegen. Tatsächlich kann man sich derlei Sentimentalität in diesem Fall durchaus zugeneigt zeigen, hat man mit Lucas Gregorowicz und vor allem Frederick Lau doch ein Schauspielduo zusammengebracht, welches durchaus das Zeug besitzt, den Zuschauer durch ihre natürliche Offenherzigkeit schnell auf ihre Seite zu ziehen. Da verzeiht man auch den ein oder anderen Stolperstein im Immersionsgefüge.

Fazit

Ein echter Volltreffer ist Schrotten! zwar nicht, einen durchaus sympathischen Vertreter deutscher Komödienware aber hat Max Zähler mit seinem Spieldebüt durchaus zustande gebracht. Wenngleich der Film inhaltlich etwas zu übereilt und in Sachen Charakter-Entwicklung wie Pacing unsauber erscheint, sind Lucas Gregorowicz und Frederick Lau doch zwei liebenswerte Gesichter, denen man bei diesem Loblied auf familiäre Werte gerne beipflichtet.

Kritik: Pascal Reis

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