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Der Vampir Louis erzählt in der Jetztzeit dem Journalisten Malloy die Geschichte seiner Existenz: Als Plantagenbesitzer wird er, nachdem er im Anschluß an den Tod seiner Frau jeden Lebensmut verloren hat, im Jahre 1791 von dem Vampir Lestat  auf eigenen Wunsch gebissen und selbst zu einem Vampir gemacht. Doch Louis fängt schon bald an, seine Existenz zu hassen und will schon bald keine Menschen mehr töten. Damit Louis wie in einer Familie leben kann, macht Lestat auch ein kleines Mädchen zu einem Vampir. Doch Konflikte sind vorprogrammiert, während die Zeit vergeht und Louis und Lestat werden zu Feinden...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Tod oder Ewigkeit? Vor diese Wahl wird der 24-jährige Plantagenbesitzer Louis (Brad Pitt, Sieben Jahre in Tibet) gestellt, nachdem sich ein Vampir namens Lestat (Tom Cruise, Edge of Tomorrow) an seinem Hals zu schaffen gemacht hat. Tod oder Ewigkeit. Wie Interview mit einem Vampir in seiner etwas mehr als zweistündigen Laufzeit deutlich machen wird, gibt es keinen Unterschied zwischen diesen beiden Möglichkeiten. Es gibt nur das Vegetieren, das Leiden, das Verzweifeln, das Resignieren. Regisseur Neil Jordan (Die Fremde in Dir) adaptierte den Bestseller Gespräch mit einem Vampir von Anne Rice, die auch den ersten Drehbuchentwurf verfasste, aus dem Jahre 1976 und hat damit nicht nur einen der beeindruckendsten Filme des 1990er Jahre Kinos in Szene gegossen, sondern auch einen der eindrucksvollsten Vampirfilme geschaffen.

Das mutet nun nach superlativischer Phrasendrescherei an, doch gibt es kaum einen Film neben Interview mit einem Vampir, der den ewige Schmerz der untoten Blutsauger so adäquat auf die Leinwand zu bannen verstand. Louis, der nach dem tragischen Tod von Kind und Frau nur danach gesucht hat, sich endlich aufzulösen, wird durch Lestat keinesfalls erlöst, sondern wiedergeboren. Erneut in einen Schmerz geboren, der ihm nur allzu bekannt war. Während Louis seinem irdischen Dasein noch immer hinterher hängt, sich von Ratten und Tauben ernährt, zeigt sich sein Schöpfer, Lestat, aus einem anderen Holz geschnitzt und offenbart die wohl einzige Chance, sich mit seiner Vampir-Existenz abzufinden: Als flamboyantes, sadistisches, rücksichtsloses Scheusal der Dunkelheit. Er, dessen wilde Augen oftmals bis ins Mark des Zuschauers dringen, löscht ganze Familien methodisch aus.

Die Verzweiflung, die dieser Geschichte ins Fundament eingemeißelt ist, potenziert sich, wenn Claudia (Kirsten Dunst, Die Verführten), das Trio komplettiert. Ein kleines Mädchen, mit dem Fluch belegt, niemals erwachsen werden zu können. Wo sich Interview mit einem Vampir an der Oberfläche durch eine opulente, in majestätische Bildkompositionen gehüllte Ausstattungswut auszeichnet, destilliert dieses längst zum Klassiker gewordene Werk seine Brillanz als gleichermaßen zärtliche wie grausame Vampir-Chronik aus seiner introspektiven Feinfühligkeit im Umgang mit den Gefühls- und Erfahrungswelten der Figuren. Neil Jordan ist weniger an der Mythologie, die sich hinter den Kreaturen der Nacht verbringt, interessiert, als an ihren Empfindungen, ein (Nicht-)Leben von unendlicher Macht zu führen, mit dieser Macht aber nicht umgehen zu können. Verständlich, denn den Frieden nur im Töten finden zu können, ist eine furchtbare Bedingung.

Brad Pitt zeigt sich in seiner Darstellung des Louis noch einmal von seiner sensiblen, fragilen Seite und kleidet das feingliedrige Spiel des mit sich selbst in Ungnade Gefallenen mit tonnenschwerer Melancholie aus. Die Sinnlosigkeit der Unsterblichkeit ist ihm in jeder Szene anzusehen, sie erdrückt ihn, nur leider kann er an dieser nicht verenden – Louis wurde zur Hölle verdammt. Er muss akzeptieren, dass die Welt sich immer weiter verändert, er jedoch wird sich niemals verändern. Er wird stehenbleiben, verharren, in Einsamkeit, in Sehnsucht, in existentieller Leere. Die Sogwirkung, die Interview mit einem Vampir aus einem Zusammenspiel von audiovisuellem Prunk und säuberlich ausgearbeiteten Charakteren entfacht, hat auch über 20 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner gleichermaßen ekstatischen wie endlos traurigen Faszination eingebüßt. Ein Meisterwerk, kein Zweifel.

Fazit

Die Lebensgeschichte des Vampirs Louis ist nicht nur ein dekadenter, majestätisch gefilmter wie ausgestatteter Kostümfilm, sondern vor allem das eindringliche Psychogramm eines zur Hölle verdammten Individuums. Die Melancholie, die "Interview mit einem Vampir" entfesselt, sucht bis heute ihresgleichen. Selten jedenfalls konnte man derart organisch Zeuge davon werden, wie sinnlos es sein muss, sich der Unsterblichkeit hinzugeben. Einer der ganz großen Filme des 1990er Jahre Kinos und sicherlich einer der eindrucksvollsten Vampirfilme überhaupt.

Autor: Pascal Reis

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