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Inhalt

John Winger verliert seinen Job, sein Auto, seine Wohnung und seine Freundin – alles an einem Tag. Da beschließt er, dass es für ihn nur noch einen Weg gibt: Er überredet seinen Freund Russell, gemeinsam mit ihm zur Army zu gehen. Wo sonst können sie so viel zur Erhaltung der Demokratie tun und – was noch viel wichtiger ist – so leicht Mädchen kennenlernen. Nach endlosem Kleinkrieg mit ihrem Ausbilder und einem ausgeflippten Abend in einer Schlamm-Ringkampfarena mit Oben-Ohne-Damen kommen sie richtig in Fahrt. Sie stehlen ein hochgeheimes Militärfahrzeug, um zu einem Rendezvous zu kommen und landen damit nach vielen aufregenden Abenteuern hinter dem eisernen Vorhang.
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Kritik

Zivilversager in Uniform kämpfen gegen Drill und den Eisernen Vorhang. Klingt absurd? Nun, um die herrlich banale und mittlerweile sehr trashige Militär-Parodie von Ivan Reitman zu mögen, muss man vor allem seine Zeitepoche betrachten und einen Schritt zurücktreten. Und genau hier kann Ich glaub' mich knutscht ein Elch! (im Original schlicht Stripes) vor allem heute durch seine historische Prämisse auftrumpfen: Denn während die Bürger der USA in den 70er Jahren nach Krieg und Irrsinn – und politischen Umbrüchen – den Weg in die Moderne freigekämpft haben, stehen Bill Murray, Harold Ramis und John Candy für einen neuen Typus Soldat. Von Freiwilligkeit kann hier kaum noch eine Rede sein, wenn sich das billige und prollige Proletariat aufmacht gegen Ordnung und Hierarchie zu kämpfen. Genau hier zieht der Film auch heute noch seine größte Stärke aus der Geschichte, die sonst in flachen Witzen, Sexismus und sich mittlerweile doch manchmal in sehr gewöhnungsbedürftigen Attitüden verliert. Wenn John aka Bill Murray aber locker und frech durch die Szenerie streift und seinen Vorgesetzten zur Weißglut treibt, ist dies immer noch absolut goldener Humor.

Dies liegt natürlich nicht zuletzt auch an Ivan Reitman (Ghostbusters - Die Geisterjäger) der vor allem Bill Murray hervorragend in den Plot einarbeitet. Zu Beginn erleben wir so John als absoluten Loser: Job weg, Frau weg, Perspektive Hoffnungslos. Der Weg zum Rekrutierungsbüro mit verschrobenem wie steifem Anwerber inklusive Homosexualität-Frage ist da schon der Beginn einer wunderbaren Militär-Parodie, die über weite Strecken gekonnt mit dem Finger auf viele Probleme zeigt. Dennoch verliert sich Ich glaub', mich knutscht ein Elch! manchmal etwas selbst. Während gerade die Vorgesetzten von John – allen voran der schon grenzdebile und perverse Capt. Stillman (John Larroquette) - wie regelrechte Karikaturen wirken, bleiben die anderen Figuren weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Harold Ramis darf als Russel den lächelnden Komiker und Freund ohne Profil mimen, Judge Reinhold als Kiffer immer wieder in die Kamera grunzen und auch John Candy bekommt bis auf einen eher peinlichen aber immer noch halbwegs amüsanten Wrestling-Auftritt wenig zu tun. Gerade daher, wirkt auch der Mittelteil von Ich glaub' mich knutscht ein Elch! behäbig und schleppend. Von der aufgesetzt wirkenden Romanze mit zwei MPs (P.J. Soles und Sean Young) ganz abgesehen.

Das letzte Drittel ist allerdings dann doch wieder Gold wert: Während die bisherige Geschichte etwas zur Seite geschoben wird, darf nun Bill Murray fast im Alleingang die Tschechoslowakei erobern. Zumindest gibt es hier plötzlich Granatenbeschuss, Panzer, Feuergefechte und eine absurde Rettungsaktion. Dies ist nicht nur herrlich anzusehen, sondern sorgt auch immer wieder für gute Lacher. Somit ist es dann also der rebellische und aufmüpfige Proletariats-Kämpfer, der sich gegen stählerne Kämpfer behauptet und den USA Sieg und Frieden bringt. Spätestens hier trifft Ivan Reitman mit seiner Parodie den Nagel auf den Kopf. Was bleibt ist am Ende eine manchmal flotte, aber doch recht in die Jahre gekommene Komödie, die aber immer noch mit seinem sehr spielfreudigen Cast auftrumpfen kann und seinen absurden Einfällen. Die knallige Inszenierung sowie der passende treibende Soundtrack erledigen schließlich den Rest. Kein Wunder, dass der Film heute immer noch als Kult gefeiert wird.

Fazit

Ohne Zweifel: "Ich glaub' mich knutscht ein Elch!" ist durchaus in die Jahre gekommen, kann aber immer noch mit seinem einmaligen Setting, seiner parodistischen Ader sowie seinem absolute spielfreudigen Cast überzeugen. Gerade Bill Murray liefert eine herrlich trockene wie überdrehte Performance ab, die man einfach lieben muss. Dennoch verliert sich der Mittelteil etwas in flachen Witzen, Sexismus und ungenutztem Potenzial. Am Ende gibt es dagegen noch einmal Vollgas und einen Knall, der gerade zu zum Lachen einlädt. Immer noch sehenswert.

Autor: Thomas Repenning

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