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Inhalt

In New Orleans, vor allem in St. Judes, tobt ein fürchterlicher Bandenkrieg, unter dem die Bevölkerung zu leiden hat. Doch als der Fremde Ryan Hong (C. Le) aufkreuzt, wendet sich das Blatt. Hong verfügt über hervorragende Martial Arts Fertigkeiten, die ihm sein Mentor Tiano (J.-C. Van Damme) beigebracht hat. Zunächst scheint seine Taktik auch aufzugehen, doch dem korrupten Polizeichef Mr. V (P. Weller) stört die neue Ordnung, sodass er alles versucht, Hongs Treiben ein Ende zu setzen ...

Kritik

Mit seinen beiden Universal Soldier-DTV-Sequels Regeneration (2009) und besonders dem unmittelbar auf diesen Film folgende Day of Reckoning (2012) stellte John Hyams – Sohn von Kameramann und Regisseur Peter Hyams (Narrow Margin – 12 Stunden Angst) – sein außergewöhnliches Talent zur Schau, mit wenig Geld und unter eingeschränkten Bedingungen erstaunlich kompetente, druckvolle Actionsequenzen auf die Beine zu stellen. Der Sprung in eine höhere Liga blieb ihm bisher trotzdem verwehrt, in den letzten Jahren war er fast ausschließlich im TV-Bereich tätig. Und würde man allein Dragon Eyes als Bewerbungsgrundlage nehmen, viel mehr würde man dem guten Mann auch kaum zutrauen.

Dabei ist das Vorhaben gar nicht mal so uninteressant. Die Story um einen Fremden, der in eine von rivalisierenden Gangs unterjochten Stadt „einreitet“, sich mit beiden Seiten zunächst anlegt und später verbündet um sie gegeneinander auszuspielen, dürfte Filmfreunden natürlich sehr bekannt vorkommen. Drehbuchautor Tim Tori (Prowl) präsentiert mit Dragon Eyes seine Interpretation von Akira Kurosawa‘s Klassiker Yojimbo – Der Leibwächter bzw. dessen Italo-Western-Remakes Für eine Handvoll Dollar von Sergio Leone. Große Vorbilder, mit denen der Film selbstverständlich nicht direkt konkurrieren will und kann, sich mehr als kleine B-Movie-Hommage an sie versteht. Verlagert ins Hier und Jetzt, in ein von Drogen-Gangs kontrolliertes und in ein einziges Ghetto verwandeltes Südstaaten-Kleinstädtchen, in dem der frisch aus dem Gefängnis entlassen Hong (Ex-MMA-Kämpfer Cung Le, The Man with the Iron Fists) auftaucht und beginnt das Gesindel nach und nach aufzumischen, wodurch er zum begehrtesten Free-Agent wird und bald sogar selbst kurzzeitig die Kontrolle über das Jagdgebiet inne hat. Als neuer Zögling des korrupten Cops und inoffiziellen Unterweltkönigs Mister V (Peter Weller, Naked Lunch) steigt er rasant auf, verfolgt aber ganz andere Pläne, als der neue Kronprinz zu werden.

Der Plot ist erprobt und hangelt sich tatsächlich an vielen Eckpunkten seiner Vorlagen entlang, wirkt aber trotzdem zerfahren und ungelenk durchs Dorf getrieben. Hauptdarsteller Cung Le mag ein taffer Bad Ass sein, hat dafür so viel Ausstrahlung und Leinwandcharisma wie ein Sack Zement. Kämpfen kann er, doch was besonders erstaunlich ist: Trotz eines stattlichen Härtegrades wirkt die Action kraftlos, haben die Sequenzen kaum Impact, und das obwohl John Hyams bei seinen Universal Soldier-Filmen ja gerade das als wuchtige Ausrufezeichen zu verwenden wusste. Optisch ist der Film für eine DTV-Veröffentlichung recht okay, versucht sich durch eine eigene, individuelle Note in Bilddesign und auch beim Soundtrack von der öden Masse abzuheben, erreicht aber auch hier nie das Niveau, was bei Day of Reckoning maßgeblich zum positiven Überraschungseffekt beitrug. Wenn zudem gefühlt 50% der Szenen in Zeitlupe ablaufen, ist so natürlich keine große Dynamik aufzubauen, verfehlt John Hymans diesmal das Klassenziel erheblich.

Einzig die Tatsache den nur noch selten aktiven und hier wirklich sogar blendend aufgelegten Peter Weller als sagenhaft skrupellosen, süffisant-diabolischen Antagonisten erleben zu dürfen verbreite etwas Freude und könnte Dragon Eyes eventuell doch noch ein Stück weiter anheben, wenn ihm Gegenzug nicht da auch noch Jean-Claude Van Damme (Sudden Death) verzweifelt integriert werden musste, wohl ein Freundschaftsdienst um die Grundsicherung aufrecht zu erhalten. Der geistert in Rückblicken als Knastkumpane, Lehrmeister und Mentor unseres Helden apathisch umher und darf so erhellende Weisheiten wie „Wenn du angeschossen bist, dann nur weil du den Mann nicht durchschaust, der auf dich schießt“ von sich geben. Aha, danke dafür. Ein Trauerspiel.

Fazit

Selbstverständlich sollte von einem Film wie „Dragon Eyes“ keine Wunderdinge erwartet werden, in Anbetracht seines fähigen Regisseurs und der ganz reizvollen Idee hinter dem Projekt fällt das Resultat trotzdem äußerst ernüchternd aus. Handwerklich unkonzentriert und unsauber, inhaltlich schwach und selbst bei den Actionszenen eher unterdurchschnittlich. Nur ein euphorischer Peter Weller reicht da längst nicht aus.

Autor: Jacko Kunze

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