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Resurrected to kill

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Kritik

Knapp acht Jahre nach seinem Erstlingswerk „Das Arche Noah Prinzip“, das mit Produktionskosten von über einer Million DM noch heute zu den teuersten Studentenfilmen Deutschlands zählt, und vier Jahre vor seinem endgültigen Durchbruch mit „Independence Day“ vollzog Roland Emmerich 1992 mit „Universal Soldier“ sein 23 Millionen Dollar teures Hollywood-Debut. Der kompromisslose Sci-Fi-Action-Streifen mit den beiden aufstrebenden Kampfsport-Stars Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren in den Hauptrollen, verbindet eine trashige Grundstory und eine unübersehbare B-Movie-Ästhetik mit bereits hinreichend bekannten Einstellungen und Motiven aus Kultfilmen wie „Terminator“ und „Robocop“. Der bis März 2013 indizierte Film erschien am 20. Juni deutschlandweit im schicken Steelbook-Format als digital remastered FSK 16 uncut DVD und Blu-ray.

Vietnam 1969. Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme) trifft tief im Feindgebiet auf Sergeant Andrew Scott (Dolph Lundgren), der offensichtlich im Zuge der anhaltenden Gräueltaten vor Ort den Verstand verloren und sowohl seine gesamte Einheit als auch etliche Bewohner eines vietnamesischen Dorfes kaltblütig ermordet hat. Nachdem die Konfrontation der Beiden in einem tödlichen Feuergefecht zu Ende gegangen ist, setzt die eigentliche Handlung von „Universal Soldier“ im Jahr 1992 mit einer brutalen Geiselnahme auf einem Staudamm ein. Eine Einheit von Supersoldaten klärt die problematische Situation innerhalb weniger Minuten ohne zivile Verluste, wobei die Frage nach Zusammensetzung, Herkunft und Legalität dieser Elitetruppe vorerst im Dunkeln bleibt. Diese Lücke versucht die TV-Journalistin Veronica Roberts (Ally Walker) zu schließen, indem sie den Verantwortlichen folgt und sich dadurch unwissentlich selbst in Lebensgefahr begibt.

Inwieweit diese beiden, sowohl zeitlich als auch örtlich konträren Handlungsstränge miteinander in Verbindung stehen, wird bereits in den ersten knapp zwanzig Minuten von „Universal Soldier“ lückenlos aufgeklärt. Die verbleibenden 80 Minuten Laufzeit werden folglich ausschließlich mit diversen Verfolgungsjagden, Zerstörungsorgien und Kampfszenen in stetig wechselnder Umgebung gefüllt. Dadurch liefert der Streifen ein Paradebeispiel dafür ab, dass in den frühen 90er Jahren im Actionfilmbereich anstelle von Anspruch und Logik häufig noch klar erkennbar, die ebenso ehrliche wie schnörkellose Konzentration auf das Wesentliche – Explosionen, Schießereien, markante Sprüche – im Fokus von Produzenten und Publikum stand. Ob dieser Umstand schlussendlich positiv oder negativ zu verstehen ist, liegt wie so oft im Auge des Betrachters.

Kein Zweifel besteht jedoch daran, dass der spätere Blockbustergigant Roland Emmerich mit „Universal Soldier“ einen reinrassigen B-Movie-Streifen mit Déjà-Vu-Garantie geschaffen hat, der vor allem durch seine humorlose Härte und seine nostalgischen Actionszenen, auch noch zwei Jahrzehnte nach seiner Uraufführung zu überzeugen vermag. Denn trotz seiner augenscheinlichen Anbiederungen an damalige Top-Hits, lehnt sich Emmerichs Hollywood-Erstling mit Blutgehalt und knochentrockener Gewaltdarstellung weiter aus dem Kommerzfenster, als viele seiner filmischen (B-Movie-)Geschwister. Da werden abgeschnittene Ohren an Schnüren um den Hals getragen und Unschuldige in Zeitlupe exekutiert, als gebe es keine normaleren Betätigungsfelder für kampfsportversierte Mittdreißiger. Durch diese zielgerichtete Fokussierung auf kompromisslose, blutige Actionszenen hebt sich „Universal Soldier“ von anderen ähnlich gearteten 90erJahre Produktionen ab, wodurch sich der Film über die Jahre hinweg auch einen gewissen Kultstatus erarbeiten konnte.

Das wiederum ändert natürlich nichts daran, dass die gesamte Story von „Universal Soldier“ auf eine halbe Serviette passt und die Inszenierung lediglich als konventionell und wenig überraschend bezeichnet werden kann. Eine vorhersehbare Handlungsentwicklung trifft auf emotionslos heruntergespulte Einzeiler und mimisch versteinerte Darsteller. Diese sind jedoch trotzdem der Hauptgrund dafür, dass „Universal Soldier“ die vergangenen zwanzig Jahre so gut überdauert und in diesem Zeitraum immerhin Stoff für fünf Sequels geboten hat. Van Damme und Lundgren dürfen nämlich als stoische Kampfmaschinen, die ohne jedwede Gefühlsregung gegen Freund und Feind vorgehen, ausschließlich sich selbst spielen. Ohne Ablenkung durch peinliche Gefühlsduselei oder tiefgründige Dialogzeilen, die beiden Recken eher schwierig von der Hand gehen, können der Belgier und der Schwede ihre Muskeln spielen lassen und sich und andere bis aufs Blut bekämpfen.

Fazit

Wer sich der plagiatsverseuchten Inszenierung von „Universal Soldier“ bewusst ist, gerne 90erJahre Sci-Fi sieht und brutalen Actionszenen ebenso viel abgewinnen kann wie markigen Sprüchen und digitallosen Explosionen, wird mit Roland Emmerichs Hollywood-Debut seine helle Freude haben. Auf tiefgründige Dialoge, hervorstechendes Schauspiel, eigenständige Ideen oder eine fesselnde Handlung, sollte man jedoch ohne Probleme verzichten können.

Autor: Christoph Uitz

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