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Michelangelo Antonioni Erotikthriller von Brian de Palma aus edem Jahre 1984. Der Schauspieler Jake beobachtet im gegenüberliegenden Haus einen Mord an einer hübschen Frau. Schockiert macht er sich daran, den Fall aufzuklären und findet sich schnell mitten in der Pornoindustrie Hollywoods wieder, wo er auf einmal zum Gejagten wird. Mit Craig Wasson und Melanie Griffith in den Hauptrollen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

-„Hast du ihr mal ins Gesicht gesehen?“

-„Nein.“

-„Solltest du aber, sie sieht toll aus!“

Direkt nach „Scarface“ kehrt Brian De Palma („Die Verdammten des Krieges“) zurück zu seinen filmischen Wurzeln, seiner eigentlichen Passion: Der Liebeserklärung an die Meister des Suspense- und Genrekinos. Wie nie zuvor ist „Der Tod kommt zweimal“ ein einzigartiges Potpourri, das sich an vorher gezeigten Ideen direkt, offensiv und unverkennbar bedient, ihnen zu Füßen liegt und sie auf seine Weise exzellent neu zusammensetzt. Selbst für De Palma-Verhältnisse ist das eine noch eine krasse, selbstbewusste Steigerung.

Alfred Hitchcock („Das Fenster zum Hof“), Michelangelo Antonioni („Blow Up“) und Dario Argento („Tenebre“) wurden bei De Palma schon vorher ausgiebig zitiert, nur bis dato eher gesondert (außer Hitchcock, dessen Geist spukt durch fast jeden seiner damaligen Filme). Argento und der Giallo allgemein bekam (mit deutlichen „Psycho“-Bezügen) seine Ehrerbietung bei „Dressed to Kill“, Antonioni ein Jahr später bei der Hören-statt-sehen-Hommage „Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren“. Nun wird alles durcheinandergemischt, besonders in der ersten Stunde scheint „Der Tod kommt zweimal“ eine einzige Referenz zu sein, die schon von Beginn an lässig mit dem Thema des Films hantiert. Die Wahrnehmung ist eine Hure. Erkennt das, was man ihr schnell und billig verkauft, effektiv unterjubelt. Beim Vorspann glaubt man sich im völlig falschen Film, bald bei Ed Wood („Plan 9 aus dem Weltall“), der Titel wird vor einer falschen, durchs Bild geschobenen Kulisse präsentiert, optische Täuschungen wohin man sieht. Die wird in Sekundenbruchteilen als Bühnenzauber enttarnt, ganz beiläufig und selbstverständlich und dennoch arbeitet De Palma mit genau diesem Trick, der prächtig aufgeht.

Obwohl alle im Bilde sein sollten. Wir aufgrund der dezenten Vorwarnung des Regisseurs und erst recht Protagonist Jake Scully (Craig Wasson, „Nightmare 3 – Freddy lebt!“), der als Schauspieler in der „Traumfabrik“ Hollywood ums Überleben kämpft. Der zwischen billiger B-Movie-Produktion, Theater-Casting und Schauspielunterricht hin und her tingelt, dann Knall auf Fall privat und beruflich aus der Bahn geworfen wird und den Wald vor lauter Bäumen (oder Pflanzen?) nicht mehr sieht. Wer will es ihm verübeln, gerade da die Aussichten selten schöner waren. Ein für 80er-Verhältnisse bald obszön-geiler, futuristischer Unterschlupf für lau und dazu das Fenster mit Ausblick, jeden Abend pünktlich. Da macht sich im perfekt ausgerichteten Visier des langen Fernstechers die geile Nachbarin lasziv nackig, könnte man glatt Tickets verkaufen. Ein heimliches Spanner-Hobby wird schneller als befürchtet zur Besessenheit, mit ungeahnten (?) Konsequenzen. Vom Voyeur, zum Beschützer, zum Stalker, zum Zeugen, zum Verdächtigen, zum Ermittler, zum Opfer? Hoppla, wo sind wir da denn reingeschlittert und der Witz dabei: Es ist keinesfalls überraschend, dafür eiskalt und hochästhetisch kalkuliert, zwischen brillanter Hommage und räudigem Sleaze, als wenn Hitchcock oder Antonioni wirklich einen Giallo gedreht hätten. Ein Wunschtraum, den De Palma mit Wonne erfüllt.

Das heimliche Beobachten und Interpretieren der Geschehnisse in Nachbar‘s Wohnung geht natürlich auf „Das Fenster zum Hof“ zurück, mindestens gleichermaßen zollt De Palma „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ seinen Respekt. Die Akrophobie wird gegen Klaustrophobie ausgetauscht, die Folgen sind identisch. Wie einst Jimmy Stewart („Der Mann, der Liberty Valance erschoss“) heftet sich Craig Wasson an die Fersen einer mysteriösen Schönheit, verfällt ihr schon während der Observation endgültig und kann sie aufgrund seines Traumas nicht entscheidend schützen. Altbekanntes deutlich zitiert, aber wie das De Palma macht und besonders vermengt, ist herausragend. Man erkennt jedes Motiv, jede Intention und ist erstaunt über ihre Variation und eigene Interpretation. Das hat nicht mit einer Kopie zu tun, das ist die pure Lust am Genre-Kino in sensationeller Neukreation. Genau wenn man rein die Werke von Hitch und natürlich auch die optische Täuschung von „Blow Up“ im Kopf hat, bohrt sich auf einmal der Giallo-Sleaze durch die Decke und „Der Tod kommt zweimal“ bekommt noch mehr Profil als ohnehin schon.

Auch wenn sich die Pointe viel zu früh andeutet, der Weg dahin und speziell die exzellente Darbietung ist ein Erlebnis, mit den erwähnten Bezügen im Nacken gar ein Genuss. De Palma spiegelt Meisterwerke des Genres auf seine unnachahmliche Art, kreiert eigene Highlights und setzt sie in einen zeitgemäßen Kontext. Bei Hitchcock wäre Porno und (natürlich) „Frankie Goes to Hollywood“ in der Form nicht drin gewesen. Auf den einfachen, schnellen Blick mag „Der Tod kommt zweimal“ „nur“ ein schneidiger, vielleicht sogar trashiger Thriller sein, auf den dringend erforderlichen (und praktisch rein angelegten) zweiten bzw. tieferen Blick ein sensationeller Kniefall und mit das Beste, was Brian De Palma jemals gedreht hat.

Fazit

Wer das klassische, künstlerische und sogar schmuddelige Genre- und/oder Suspense-Kino liebt, kommt an „Der Tod kommt zweimal“ unmöglich vorbei. Selten wurden die Elemente so gekonnt verwebt und das Produkt war am Ende nicht nur als Hommage brauchbar. Brian De Palma huldigt großer Kunst und schafft dabei eigene. Fabelhaft.

Autor: Jacko Kunze

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