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Das Ende des Most Wanted Man.

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Kritik

Selten schlägt eine behutsam aufgebaute Pointe bei der zweiten Erzählung ähnlich stark ein, wie bei ihrer ersten Darbietung. Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow gelingt es dennoch, einen der entscheidenden Gedanken ihres Meisterwerks „The Hurt Locker“ ein weiteres Mal glaubhaft zu transportieren: In den letzten Atemzügen konfrontiert die Regisseurin ihren vermenschlichten Zugang zu bisher anonymen Nachrichtenmeldungen, CIA-Agentin Maya, in „Zero Dark Thirty“ mit der gleichen Orientierungslosigkeit und Leere wie vor wenigen Jahren Sergeant William James (Jeremy Renner).

Die endgültig im exklusivsten Zirkel der Top-Darsteller angekommene Jessica Chastain verleiht Bigelows Spionagestück „mit Informationen aus erster Hand“ dabei das dringend notwendige Gesicht einer erschreckenden Ambivalenz. Maya sieht tatenlos zu, wenn mutmaßliche Terroristen der Folter ihrer Kollegen ausgesetzt werden, lässt sich jedoch stets von den Augen ablesen, dass sie sich der effektiven Unmenschlichkeiten zu schämen weiß – auch der falsche Weg kann Effektiv sein. In eine weiße Weste gekleidet, würde Bigelow von der Geschichte einer unermüdlichen und oftmals auf ihre Intuition gestellten Frau berichten. Von einer Frau, die über eine Dekade verteilt Rückschläge verarbeitet um final den Tod von tausenden Menschen zu retten. Doch der Geheimdienst und die weiße Weste werden niemals zueinander passen. Der Ehrgeiz der zielstrebigen jungen Agentin kann auch als Zwang gewertet werden, die angewandten Methoden als ebenso radikal wie die Gedanken ihrer Inhaftierten.

Diese oder nicht weit entfernte moralische Dilemma sind es, die „Zero Dark Thirty“ bis zu seinem Finale in Osama bin Ladens Versteck in Pakistan zu tragen wissen. Handwerklich penible Inszenierung trifft auf fiktiv bereits mehrfach ausgeschlachtete Rochaden der CIA und weiß nicht in jeder Szene zu begeistern. Zu berechenbar sind einzelne Schlussfolgerungen, zu plakativ eingestreut die Busanschläge in London. Auch wenn Bigelow vornehmlich auf ruhige Töne und subversive Bildsprache setzt, sieht sie sich gezwungen die verzwickten Recherchen der Protagonisten mit belegten fundamentalistisch begründeten Angriffen „aufzulockern“. Was im Wortlaut makaber klingt, wird jedoch seinen Nutzen bei der breiten Masse finden und kleinere inszenatorische Sackgassen im aufgewirbelten Staub vernebeln.

Zero Dark Thirty“ bleibt zwar nicht immer auf konstantem Niveau, aber immerhin durchweg spannend. Den puren Thrill gibt es dann im atemlosen Finale. Mit Nachtsichtgeräten und einem sich selbst hinterfragendem Team von hochgerüsteten Soldaten beginnt der Zugriff auf „Geronimo“. Der Verlauf  der Aktion ist durch die mediale Berichterstattung zwar hinreichend bekannt, verhindert aber nicht, dass Bigelow ein Höchstmaß an Adrenalin aus der detailliert abgefilmten Sequenz filtert. Durch welche Filter die Informationen in Mark Boals Drehbuch zum Film geflossen sind, dürfte wohl die grundsätzlichste Debatte zu „Zero Dark Thirty“ befeuern. Was möchte Bigelow uns mit der Hochglanzjagd auf bin Laden aufzeigen? Für einen reinen Spionagekick ist die Thematik zu gewichtig, der vor einigen Monaten aufkeimende Skandal um tiefgreifende Kooperationen zwischen Filmteam und dem Pentagon scheint da schon eher Aufklärungsarbeit anzudeuten: Realistisch, wenn man davon ausgeht, dass der US-Geheimdienst seine jüngsten Methoden und Chroniken in einem Hollywoodfilm verewigt sehen möchte – eher unwahrscheinlich.

Die Frage nach dem Sinn der raschen cineastischen Umsetzung darf und muss gestellt werden. Die Tatsache, dass das Drehbuch bereits vor bin Ladens Tod lektoriert war und im Nachhinein umgeschrieben wurde führt aber nicht zwangsläufig zu Patriotismus. Zum Glück. Zwar ist das Feindbild eindeutig und die Geschichte immer eng an Lamberts Moral gekoppelt, dennoch sieht Bigelow nicht weg, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden, politische Apparate versagen, unnötige Risiken eingegangen werden. Bedrückend aufrichtig scheint die Szene, in der Präsident Obama im Fernsehen Waterboarding und andere Foltermethoden ins Abseits redet, während die Verursacher dieser Diskussion mit schwerer Miene auf den Bildschirm starren.

Fazit

So skandiert Bigelow eben kein Heldentum von den aufrichtigen Rächern der 09/11-Opfer, sondern gewährt einen intensiven Eindruck in die teils schmutzige Arbeit in den 10 Jahren nach dem Unglück. Obsession und kalte Befehle führen endgültig zu Osamas Ende. Skepsis ist erlaubt, augenscheinlich sogar gewünscht. Wer seine kaum verwerfliche Geilheit auf bewegte Bilder zum Ende des ehemaligen al-Qaida Anführers nach Verlassen des Kinos gestillt sieht, der hat - kurzum - einen überdurchschnittlichen Thriller gesehen. Dann aber hätte Bigelows Pointe kein zweites Mal funktioniert.

Autor: d kr

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