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Leni Reimanns wohl geordnete Lebensplanung fällt der modernen Technik zum Opfer als sie per Skype-Kamera erfährt, dass sich eine nackte Angestellte im schicken Apartment ihres Lebensgefährten befindet. Deprimiert und heimatlos kommt sie in der WG ihrer Juristen-Schwester Hannah und ihrer Mitbewohnerin Vivienne unter. Vivienne erklärt ihr, wie viel Sex sie haben muss um ihrem Liebeskummer zu entrinnen und sich eine erfolgreiche Männer-Infrastruktur aufzubauen... Auch ihre Mutter Margaux ist etwas orientierungslos, nachdem sie nach 30-jähriger Ehe für eine ehrgeizige Physiotherapeutin verlassen wurde. Jetzt ist sie allein und muss im Auto ihrer Nachbarn immer hinten zwischen den Enkelkindern sitzen. Schaffen es unsere "Traumfrauen" den Kampf aufzunehmen, vom vorgezeichneten Weg abzuweichen und schließlich ihr Glück zu finden?
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Kritik

Liest man sich die Synopsis von der neuen deutschen Komödie „Traumfrauen“ durch, erkennt man eine wiederkehrende Struktur. Es klingt nach dem neuen "Sat 1 Film Film", welcher Mittwochabend seine Free TV Premiere feiert. Guckt man dann noch auf die Schauspieler wird klar, es muss der "Film Film" sein. Auch ist es nicht unbedingt förderlich, dass die Drehbuchautorin von „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“  mit „Traumfrauen“ ihr Regiedebut feiert. Doch reiht sich „Traumfrauen“ in die schier endlose Liste der belanglosen Komödien aus Deutschland ein? Erwartet uns eine ähnliche Katastrophe wie sämtliche Til Schweiger Komödien?

Zum Glück nicht. „Traumfrauen“ lässt den Humor nicht durch brachiale Zoten oder Fäkalhumor auf den Zuschauer los. Auch wird der Zuschauer nie mit dem Vorschlaghammer drauf hingewiesen, dass etwas lustig war (im übertragenen Sinne). Der Humor wird eher subtil durch Gespräche oder Situationskomik wiedergegeben. Viele Frauen haben vermutlich schon ähnliches erlebt und fühlen so mit den Protagonistinnen mit. Häufig werden die Dialoge unter den Damen mit spitzer Zunge geführt, selten driften die Situationen ins alberne ab. Hier gibt es für den subtilen Witz definitiv ein Pluspunkt.

Auch funktionieren die Protagonistinnen als Gruppe. Man nimmt ihnen die Rollen ab und die vier harmonieren sehr gut zusammen. Gerade bei Palina Rojinski merkt man gar nicht, dass dies ihre erste Hauptrolle, neben einigen Cameoauftritten in ihrer bisherigen Karriere ist. Sie spielt routiniert und hat Spaß an ihrer Rolle. Desweiten finden wir viele Gastauftritte von bekannten deutschen Schauspielern. Ob Michael „Bully“ Herbig als Supermarkt-Öko oder Christian Tramitz als Ohrfetischist. Durch diese Gastauftritte wird der Film zusätzlich aufgepeppt.

Störend ist das Klischee bzw. die Figur der Frau, welche in Traumfrauen suggeriert wird. Alle Protagonistinnen sind schwach und schnell wird klar, dass Sie ihr Leben ohne Mann nicht auf die Reihe kriegen. Selbst der starke und selbstbewusste Charakter von Palina Rojinski (welcher entfernt an Barney Stinson aus „How I Met Your Mother“ erinnert – inklusive Sexformel um Ex-Partner zu vergessen), wird im Laufe des Filmes zu einer weinerlichen Karikatur ihrer selbst, welche auch nur geliebt werden will. Diese Charakteränderung wird selbstverständlich durch Hundewelpen hervorgerufen. Es ist schon fast traurig, was hier aus dem Bild der Frau innerhalb der Gesellschaft gemacht wird.

Und das führt uns unweigerlich zum nächsten Kritikpunkt: Klischees wo man hinschaut. Der Traumprinz, welcher nahezu perfekt ist (verkörpert durch Elyas M´Barek), der Musiker, welcher nur das eine im Sinne hat sowie der Exfreund, welcher gegen Ende hin sein Gewissen wieder findet und die Betrogene zurück erobern will… alles schon zu genüge gesehen. Die Story ist maximal 08/15 und wurde unzählige Male verfilmt. Auch sind die vier Protagonistinnen ein typisches Klischee. Jede einzelne von Ihnen verkörpern eins der unzähligen Klischees über Frauen. Dies wäre nicht schlimm, sofern die Figuren auch noch andere Seiten hätten. Doch hier gibt es nur Schwarz oder Weiß. Die schwache Figur, wird innerhalb des Filmes immer die schwache Figur bleiben. Keine unterschiedlichen Facetten oder eine gewisse Charaktertiefe. Dadurch, und selbstverständlich durch die vorhersehbare Geschichte,  sind Überraschungen oder interessante Wendungen nicht existent. Nach dem ersten Auftreten jeder Figur wissen wir, wie es ihr ergehen wird und welche Rolle Sie in „Traumfrauen“ spielen wird.

Doch wird dies viele Frauen nicht stören. Obwohl es auf dem DVD Cover anders steht: „…nicht nur für Mädchen“, wird uns hier etwas vorgelogen. Der Film ist ausschließlich für die weibliche Bevölkerung gemacht. Diverse Gesprächsthemen der „Traumfrauen“ sind für die Männer nicht nachvollziehbar. Auch die männlichen Personen des Filmes spiegeln in keinster Weise den Standard wieder. Fast jeder ist ein Prinz in goldener Rüstung und die Zuschauerinnen vor dem heimischen TV Apparat werden ihnen nachschmachten. Da ist es auch egal wie vorhersehbar und durchschnittlich die Story ist… bei einem Frauenabend mit ein, zwei Gläsern Sekt wird „Traumfrauen“ immer der Hit sein.

Fazit

Für einen Mädelsabend, mit einer Flasche Sekt und den besten Freundinnen, ist „Traumfrauen“ bestens geeignet. Die Pointen sitzen und die Hauptdarsteller harmonieren sehr gut zusammen. Doch stören die Klischees sowie die vorhersehbare Geschichte. „Traumfrauen“ bietet nichts Neues, hebt sich allerdings durch den Humor von anderen deutschen Komödien ab. Besser als Til Schweiger's Genrevertreter, aber auch schnell wieder vergessen.

Autor: Christian Kühnemann

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