{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Park Soo-nam, heute fast 90, hatte ein halbes Leben hinter sich, als sie vom Schreibstift zur Kamera wechselte, um von Koreaner*innen in Japan zu erzählen. Von Diskriminierung und Zwangsarbeit, von den Spuren der Atombombe. „Beyond description“ allemal.

Kritik

Zuerst habe sie zu Stift und Papier gegriffen, erzählt Park Soo-nam über den langen und verschlungen Entstehungsprozess des Films hinter dem umfassenden Dokument, das sie mit ihrer Tochter und Co-Regisseurin Park Maeui im Forum der 74. Berlinale präsentiert. Doch das Schweigen, das ihr auf der Suche nach den Erlebnissen anderer leerer Menschen, die wie sie selbst koreanische Wurzeln hatten oder aus Korea nach Japan gekommen waren, ließ sich nicht niederschreiben. 

Es gab keine Worte für die Traumata, von denen die Opfer des japanischen Imperialismus noch Jahrzehnten verfolgt wurden. So griff sie zur Kamera, um auf hunderten Stunden Filmmaterial Schmerz und Schrecken der Erinnerungen an die systematische Verfolgung der koreanischen Minderheit festzuhalten. Jahrzehnte später unternimmt sie angesichts des Verfalls sowohl ihrer eigenen Sehkraft als auch der 16-mm-Rollen die Restaurierung des Mammut-Materials: Berichte von Leid, Xenophobie und willkürlicher Grausamkeit, die tief verstören. 

Einige der Fälle sind bekannter, etwa jener der zynisch „Trostfrauen“ genannten Opfer staatlich geförderten sexuellen Missbrauchs während des Krieges oder die Ausbeutung koreanischer Zwangsarbeitender durch Konzerne wie Mitsubishi. Die meisten jedoch, wie die lokalen Massaker, Hetzjagden auf Koreaner und die allgemeine Ungleichbehandlung, sei es von Atombomben-Überlebenden oder Straftätern, sind hierzulande nahezu unbekannt. Dieser gravierende Mangel historischen Bewusstseins machen die engagierte Chronik trotz struktureller und konzeptorischer Schwächen zu einem bedeutsamen Monument.

Fazit

Die schiere Masse des von Park Soo-nam zusammengetragenen Materials über die Opfer imperialistischer Gewalt in Japan zu bewältigen, gelingt den Regisseurinnen nur bedingt. Das Verantwortungsgefühl - sowohl gegenüber den Zeugnissen der Betroffenen als auch seitens Co-Regisseurin Park Maeui für die Arbeit ihrer Mutter - ist lobenswert. Auch deshalb wäre eine Aufarbeitung in klar konstruierter Serienform übersichtlicher und prägnanter als die von Überlänge und Überfrachtung erdrückte Inszenierung. Deren Verdienst ist weniger filmisch als historisch. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×