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Das in den 1970er Jahren angesiedelte Polit-Drama erzählt die Geschichte des FBI-Agenten Mark Felt, der - wie erst 2005 bekannt wurde - die geheime Quelle der Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward war, die den Watergate-Skandal ans Tageslicht brachten. In Folge der damaligen Enthüllungen musste der amtierende US-Präsident Richard Nixon zurücktreten.
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Kritik

Die Karriere von Peter Landesman ist, gemessen an der Traumfabrik Hollywood, durchaus ungewöhnlich. Angefangen als Maler und Romanautor, machte sich der US Amerikaner einen Namen als Journalist und Kriegsberichterstatter für das Time Magazine. Nachdem seine aufwühlende Geschichte um illegal eingeschleuste Kinderprostituierte im Film Trade aufgearbeitet wurde, startete seine Zeit aus Autor und Regisseur in Hollywood. Landesman erzählt Geschichten aus dem wahren Leben, von mutigen Menschen, die nicht bloß tatenlos zusahen, sondern sich mit den mächtigsten Männern der Gesellschaft anlegten. In seinem neusten Werk beschäftigt sich der zweifache Preisträger des Overseas Press Club Awards mit einem der größten politischen Skandale der US Geschichte: Watergate.

Obwohl die Thematik rund um die Abhöraktion der Nixon Regierung gegen Vertreter der demokratischen Partei im Watergate Hotel bereits etliche Male verfilmt wurde, findet The Secret Man einen Blickwinkel auf die Ereignisse, welcher bisher noch nicht ausgeleuchtet wurde. Protagonist des Filmes ist Mark Felt, der stellvertretend Direktor des FBI. Als unabhängige Behörde, nicht gebunden an die Polizei, oder politische Einmischung, sollte das Federal Bureau of Investigation die Drahtzieher hinter Watergate aufspüren. Doch nach dem plötzlichen Tod des FBI Gründers und Direktors J. Edgar Hoover, zeichnet sich ein Paradigmen Wechsel in der Behörde ab. Während die Nixon Regierung versucht ihren eigenen Mann als neuen Direktor zu installieren, um sie die Ermittlung in eine andere Bahn zu lenken, sieht Felt die Integrität einer Institution in Gefahr, für die er weit mehr geopfert hat, als man auf den ersten Blick ahnt. Ganz nach Stile eines klassischen Politthrillers, braucht auch The Secret Man eine gewisse Zeit, um in Schwung zu kommen. Während die Figuren etabliert werden, allen voran natürlich Protagonist Liam Neeson, bekommt der Zuschauer auch direkt eine Auffrischung in Sachen Geschichte. 

Die politischen Unruhen im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten, ausgelöst durch den Vietnam Krieg, sind allgegenwärtig und beeinflussen nachhaltig die Handlungen der Figuren. Obwohl die Dialoge durch die Bank weg gut geschrieben sind, hat man zuweilen das Gefühl, etwas zu stark an der Hand geführt zu werden. Die Exposition zu wichtigen Themen wiederholt sich im Laufe des Filmes mehrere Male, was mit der Zeit durchaus ermüdend ist. Anders als bei einem längeren Artikel in einem Magazin, der Bezug auf eine ältere Ausgabe nimmt, sollte die Aufmerksamkeitsspanne des Kinobesuchers durchaus gut genug sein, um der Handlung 100 Minuten folgen zu können. Da die Spannungskurve eher flach ist, fühlt sich die Zeit dadurch nur umso länger an. Sitzfleisch ist hier also definitiv von Vorteil. Auch das Pacing des Filmes will nicht so recht funktionieren. Während die Hauptgeschichte mal Tage und mal mehrere Monate auf der Zeitachse nach vorne springt, wird immer wieder auf eine Nebengeschichte verwiesen. In dieser sucht Mark Felt seine verschwundene Tochter, welche aus Protest an der Regierung in einer Kommune, irgendwo in den USA wohnt.

Die Intention hinter der Geschichte ist klar. Sie zeigt den sonst so kühlen und berechnenden Mark Felt als liebenden Vater und verleiht so der Person eine gewisse Menschlichkeit. Leider stören die Einschübe den Handlungsfluss erheblich, vor allem da dieser Handlungsstrang ultimativ zu nichts führt. Gleiches gilt, paradoxer Weise, auch für die eigentliche Geschichte. Obwohl das Ensemble seine Sache gut macht und auch das Setting zu der Stimmung sein übriges beiträgt, erfährt man letztlich nur sehr wenig Neues um die Hintergründe der Watergate Affäre. Mark Felt bleicht recht eindimensional und trotz einer spannenden Thematik wird man das Kino eher ernüchtert verlassen. Ein stärker fokussiertes Drehbuch, sowie Vertrauen in die Intelligenz des Zuschauers und wir hätten ein erstklassiges Politik Drama. So bleibt am Endes des Tages ein gut gespielter, letztlich aber belangloser Film.

Fazit

"The Secret Man" schafft es nicht, die Hintergründe rund um den Watergate Skandal durch eine neue Perspektive maßgeblich in ein anderes Licht zu rücken. Die durchaus spannende Geschichte des Mark Felt verfängt sich in einem schwachen Drehbuch und unnötigen Nebenstorys, welche den Fokus allzu oft vom Kern des Films reißen. Harcore Politik Fans können durchaus einen Blick riskieren, der Rest sollte zumindest auf den Heimkinostart warten.

Autor: Sebastian Pierchalla

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