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In Gotham stehen weitreichende Veränderungen bevor, und wenn Batman verhindern will, dass der Joker sich die Stadt durch eine feindliche Übernahme einverleibt, muss er vielleicht endlich einmal sein Image vom einsamen Rächer revidieren und die Unterstützung anderer annehmen. Außerdem könnte es ihm auch nicht schaden, wenn er alles etwas lockerer sehen würde...
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Kritik

Ob man The Lego Movie von 2014 jetzt amüsant und erfrischend, oder doch eher anstrengend und hysterisch fand, die Detailliebe mit denen die beiden Regisseure und  (Han Solo: A Star Wars Story) den Animationsfilm ausfüllten war enorm. Natürlich war das Projekt auch eine auf Film gebannte Dauerwerbesendung für den dänischen Klötzenhersteller, aber auch ein Loblied auf Freigeistigkeit und Kreativität, an deren Ende eine wirkliche Überraschung und stilistischer Bruch stand, den die wenigsten wohl haben kommen sehen. Der Einzige der das tat war vermutlich Batman. Der feierte sein cineastisches Lego-Debüt ebenfalls in dem Animationsspaß und hinterließ bleibenden Eindruck. Dafür verantwortlich war neben Will Arnetts (Arrested Development) grandioser Stimme (zumindest in der Originalversion) auch der saftige aber dennoch nie unliebenswürdige Spott, mit dem der Kultheld überzogen wird. Batman war hier nie nur der mysteriöse Mann in schwarz, sondern auch eine überhebliche, selbstverliebte, verblendete und herrlich schräge Parodie auf seinen Namensvetter aus Fleisch und Blut.

In Anbetracht, dass es im Film von 2014 von popkulturellen Referenzen nur so wimmelte, ist es schon eine Ehre für die Fledermaus, dass sie erwählt wurde, um einen eigenen Lego-Kinofilm zu bekommen. Andererseits: Es ist Batman! Dieser wurde nun von Regie-Neuling Chris McKay in Szene gesetzt, der bei The Lego Movie noch als Animation Supervisor tätig war. Gemeinsam mit Drehbuchautor Seth Grahame-Smith (Stolz und Vorurteil und Zombies) soll nun der Erfolg von vor drei Jahren wiederholt werden. Doch könnte es da nicht zu einem Problem kommen?  Immerhin wissen wir nun, was uns da erwartet, wenn die Spielzeugbausteine auf der Leinwand lebendig werden. Der Überraschungseffekt, dass mehr geboten wird, als ausschließlich Werbung für den nächsten Besuch beim Toys 'R' Us, ist also schon einmal dahin. Ist das eine Hürde, die The Lego Batman Movie meistert? Ist es überhaupt ein Hürde?

Tatsächlich ist es keine. Zum einen bietet der Film durchaus, nennen wir einfach mal, Cameos anderer Figuren, die wohl die wenigsten mit der Fledermaus von Gotham assoziieren, zum anderen liegt der Fokus trotz allem so sehr auf der DC-Comicwelt, dass die Handlung wesentlich präziser ist. Ja, auch in The Lego Batman Movie gibt es immer wieder Brüche, doch letztlich ist das handelnde Sortiment kompakter und einheitlicher als bei The Lego Movie, bei dem es scheinbar keinerlei erkennbare Regeln gab. Dass kann als schade angesehen werden, macht das Solo-Abenteuer des Klötzchen-Batman aber wesentlich weniger stressig, oder anders ausgedrückt: Der Film strengt nicht so sehr an wie sein Vorgänger.

Dennoch wirkte dieser letztlich frischer, da hier die Innovation eben genau das waren: innovativ. Bei The Lego Batman Movie ist es mehr als ersichtlich, dass man sich hier konzeptionell an die Kollegen hängt. Das generiert immer noch eine Menge nette Gags und vermutlich braucht es ein Dutzend Sichtungen, um alle Details und Verweise zu sehen – oder überhaupt zu erkennen -, aber es ändert nichts daran, dass Chris McKay und seine Crew sich letztlich wenig Neues trauen. Das gilt auch für den Humor. Der ist immer noch stark im Slapstick verankert und kommt oft nicht über die Stufe der Zweckmäßigkeit hinaus. Gleiches gilt auch für die Geschichte. Für jüngere Zuschauer sollte die ideal sein, ältere Semester dürften hingegen schnell erkennen, welche Richtung das Ganze nimmt und auch von der moralinsauren Botschaft eher gelangweilt sein. Mit den bereits erwähnten Gastauftritten wird zwar versucht die eher schwächliche Story zu kaschieren, aber das funktioniert irgendwann einfach nicht mehr. Der Gewöhnungseffekt gilt eben auch für Cameos.

Insgesamt wirkt The Lego Batman Movie wie eine dieser Ideen, die in Kurzform das ultimative Optimum herausgeholt hätten. Als kompletter Spielfilm aber mit teils prägnanter Zähigkeit und vor allem Ermüdungserscheinungen zu kämpfen haben, auch wenn Comicfans sich gewiss darüber freuen werden, dass die Macher nicht bloß in der jüngeren Vergangenheit des Helden nach Inspirationen, Gags und Verweisen gesucht, sondern durchaus auch einen tiefen Griff in die Mottenkiste getätigt haben.

Leider wurde uns der Film nur in der deutschen Synchronfassung gezeigt. Toll: David Nathan, die deutsche Stimme von Christian Bale, macht seine Sache als Batman sowie Bruce Wayne wirklich unglaublich gut. Bedauerlicherweise wurde der Joker, der im Original von Zach Galifianakis vertont wurde, vom Lets Player Gronkh gesprochen, was sich als ziemlicher Reinfall erweist. Auch wenn sich The Lego Batman Movie durchaus als Parodie versteht, ist es störend sowie überaus unpassend wenn Batmans Nemesis vom Stimmklang ungefähr so wahnsinnig und anarchistisch klingt wie ein Bankangestellter-Azubi im ersten Lehrjahr. Damit macht die deutsche Fassung wirklich wahnsinnig viel kaputt. Wir empfehlen daher – ungesehen – die Originalfassung. Allerdings, das darf nicht unerwähnt bleiben, sieht der Film in jeder Version phantastisch aus. Bereits der Vorgänger verblüffte mit tollen Wasser- und Feuereffekten. Letztere werden hier noch einmal aufpolierter dargeboten.

Fazit

Hübsch, detailverliebt und kreativ. Doch die Handlung verkommt stellenweise zu einer äußerst zähen sowie abgeschmackten Angelegenheit und der Humor kann durch seine repetitive Art nicht durchgängig überzeugen. Für Batman-Fans und Liebhaber von „The Lego Movie“ dürfte sich ein Kinobesuch dennoch lohnen, dann aber bitte in der Originalfassung.

Autor: Sebastian Groß

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