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Inhalt

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd "vorübergehend" ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer innigen Freundschaft, die die Leben der beiden für immer veränderte.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Hin und wieder kommen wirklich reizende, entwaffnende und vollends beruhigende Filme über das Älterwerden von bereits Altgewordenen (also keine Coming of Age-Filme im herkömmlichen Sinne) auf den Markt. „Am Ende ein Fest“ mag einem da einfallen, auch „Philomena“ darf genannt werden, „Le Weekend“ ebenfalls. Nun wurde mit „The Lady in the Van“ die Erzählung einer wahren Geschichte verfilmt, die sich so (oder ähnlich) in den 70er Jahren in London zugetragen hat. Dame Maggie Smith, die bereits die Titelrolle in der Theateradaption des Werkes verkörperte, hat sich einmal mehr die Ehre gegeben und schlüpft auch in der Verfilmung in die Rolle der grantigen alten Dame, die sich auf ihre eigene Art und Weise von der Außenwelt abschottet. Die Klasse der eingangs erwähnten Filme erreicht „The Lady in the Van“ dabei jedoch nicht.

Der Vorspann des Streifens behauptet, der bevorstehende Inhalt erzähle eine „hauptsächlich wahre Geschichte“ nach. Das mutet noch recht angenehm an, schließlich passiert es nicht alle Tage, dass man auf Filme trifft, die mit ihrem realen Hintergrund bescheiden umgehen. Viele Filme schmücken sich mit dem Banner der „wahren Begebenheit“ des Effekts wegen, sind sich aber der Verantwortung nicht bewusst und machen schließlich einen verlogenen Eindruck. Diesen Fehler begeht Regisseur Nicholas Hytner („Liebe in jeder Beziehung“) nicht. Zu keiner Zeit nutzt der Film seinen Ursprung, um Eindruck zu schinden. Stattdessen gelingt es ihm mit Bravour, mit einem Augenzwinkern auf die Geschehnisse und die Lady selbst zu blicken. Wie sanft das teilweise geschieht, wird daran erkennbar, dass man sich wirklich erst einmal darauf besinnen muss, um der Reichweite dieses Schachzuges bewusst zu werden.

Miss Shepherd trifft in den 70er Jahren obdachlos, mit ausgetragenen Kleidern, die neben einem ekelhaft verdreckten Van alles sind, was sie besitzt, auf einen Theaterschauspieler. Besser gesagt; sie parkt gegenüber seines Grundstückes, um in ihrem Van zu wohnen. Maggie Smith, die schon vor der „Harry Potter“-Reihe unsterblich war, ist der absolute Star des Films und wohl das einzige Verkaufsargument. Auch, weil Jim Broadbent (der im genannten Film „Le Weekend“ die Hauptrolle spielt) enttäuschend selten zu sehen ist. Generell wäre es kein Problem, Maggie Smith das Zentrum eines Films sein zu lassen. Hier ist es jedoch eins, denn der Film verlässt sich zu sehr auf sie und darauf, dass der Zuschauer ihren Schrullen erliegt und sie einfach nur sympathisch findet. Das funktioniert jedoch nicht, sie ist nämlich ganz und gar nicht sympathisch, driftet hier und da sogar in nervige Sphären ab. Möchte man sich dann auf die Nebencharaktere, beziehungsweise den Erzähler stützen, folgt die nächste Enttäuschung; alle anderen Figuren fehlt es einfach an Relevanz. Das ist für einen derart figurenzentrierten Film überaus bitter.

Die Theateradaption des Buches soll ein wahres Meisterwerk für sich sein, ob ein Vergleich generell angebracht ist, darf aber bezweifelt werden. Von einem Meisterwerk weit entfernt, ist der Film eher ein tragisch gescheiterter Film, der nachdenklich stimmt. Nicht bezüglich des Inhaltes des Werkes selbst, das wäre dem Streifen wahrscheinlich zu viel der Ehre. Viel mehr denkt man darüber nach, weshalb der Film vor allem auf komischer Linie derart versagt. Der Humor ist da, er ist klar definier- und erkennbar. Und zwar insofern, dass man bei jeder Pointe denkt, dass man dort hätte lachen sollen. Zum Lachen selbst kommt es hingegen nicht und der Grund dafür ist nicht so leicht ersichtlich, wie die Witze selber. Irgendwann aber, nach reiflichem Nachdenken, wird klar, dass der nie zündende Humor an dem Rest des Films liegt. Der ist nämlich derart nüchtern und staubtrocken, dass sogar der britische Humor dadurch keine Chance mehr zur Entfaltung bekommt. Ein Film wie ein ausgetrocknetes Flussbett.

Fazit

„The Lady in the Van“ mit Maggie Smith hätte sich direkt in die Schlange der reifen und formvollendet kathartischen Filme über den Lebensabend einreihen können, wenn er denn was geworden wäre. Und hätte der Film seine verspielte Ader nicht erst auf den allerletzten Metern gefunden, wäre daraus auch sicherlich was geworden und hätte Sympathien en masse verdient gehabt. So hingegen bleibt der Konjunktiv erschlagend. Der Film erzählt zwar über das Miteinander von Menschen, über das Geschnatter in Nachbarschaften und Familien, hinter den Rücken der Betroffenen und der Unehrlichkeit desgleichen. Ankommen tut davon aber herzlich wenig, weil der Film nie aus dem Tritt kommt, sich immer wieder selbst ausbremst und seinen Humor ersticken lässt. Da hilft auch nicht, dass Maggie Smith die ganze Zeit alles und jeden anpampt.

Autor: Levin Günther

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