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Promi-Talkshow-Moderator Dave Skylark (James Franco) und sein Produzent Aaron Rapaport (Seth Rogen) haben zwar langanhaltenden Erfolg mit ihrer Show, richtige Anerkennung bleibt ihnen aber verwehrt. Das soll sich ändern, indem sie Kim Jong Un interviewen, da dieser ein großer Fan Skylarks ist. Zwischen der angsteinflößenden Regierung Nordkoreas, deren Forderungen und dem Erwartungsdruck schaltet sich dann noch der CIA mit einer ungewöhnlichen Bitte ein: Die beiden sollen den Diktator bei ihrem Besuch umbringen.

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Kritik

Gestern (17.12.2014) wurde verkündet, dass eine Menge Kinos in den USA „The Interview“ aus Angst vor terroristischen Anschlägen nicht zeigen werden. Weiterhin ließe auch Sony verlauten, dass sie keine weiteren Veröffentlichungspläne für den Film auf DVD, Blu-Ray oder weiterer Medien geplant hätten. Damit reagiert Sony auf die Drohungen einer Hackergruppe, Anschläge auf Vorführungen der Komödie zu verüben. Dieser letzte Satz klingt so absurd, dass man vielleicht kurz innehalten sollte. Die Frage die jetzt natürlich alle beschäftigt: „Ist das ganze Theater überhaupt gerechtfertigt?“

Das Abstruse an der ganzen Geschichte ist, dass Kim Jong Un in diesem Film eigentlich besser davon kommt als sein Vater in „Team America: World Police“ von 2004. Dort wurde Kim Jong Il nämlich als dämliche, selbstverliebte Küchenschabe aus dem All mit einem absolut lächerlichen Akzent dargestellt. Die Tendenz geht auch allgemein immer dahin, Diktatoren entweder als blutrünstige Dämonen oder als total überzeichnete Karikaturen darzustellen. Dieser Impuls hat nicht mal unbedingt etwas mit politischen Absichten oder dergleichen zu tun. Es fällt einfach nur schwer, sich jemanden als echten Menschen vorzustellen, der über so viel Macht und einen dazugehörigen Personenkult verfügt, aber gleichzeitig auch als unberechenbar gilt. „The Interview“ verzichtet aber bewusst auf so eine überzeichnete Darstellung und gibt sich redlich Mühe dem nordkoreanischen Pummelchen eine menschliche Seite abzugewinnen. Kim Jong Un ist eine Figur mit Vergangenheit, Hoffnungen und Ängsten, ja sogar Humor und Charme. Auf seine eigene Art und Weise ist das viel entlarvender als ein simples Bashing, weil es ihm den Status eines überzeichneten Mythos wegnimmt und ihn zu einem Normalsterblichen wie dich und mich macht, was essentiell auch die Botschaft des Films ist.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass einem Nordkoreas Führer nach dem Sehen dieses Films irgendwie sympathischer erscheint. Sicher, er wird als Mensch dargestellt, aber er ist deswegen noch lange kein toller Typ, auch wenn man, ebenso wie Dave Skylark, zwischenzeitlich diesem Eindruck erlíegen könnte. Gerade im späteren Verlauf des Films wird all das immer deutlicher, bis die Fassade ebenso zusammenbricht wie eine billige Plakatwand. Genau an dem Punkt kommt es dann auch nochmal zu einer richtigen Portion Prügel für Kim Jong. Aus Spoilergründen wird hier nicht weiter darauf eingegangen, was genau passiert, aber es gibt zwei Szenen, die der Regierung Nordkoreas besonders sauer aufstoßen dürften und die vielleicht auch einige der empfindlicheren Gemüter in unseren Breiten wieder darüber spekulieren lassen, ob das noch witzig sei oder ob man sowas überhaupt zeigen dürfe.

Damit wären wir auch endlich bei dem worüber man eigentlich reden will, wenn man über eine Komödie schreibt: Dem Humor. Bei einer Seth Rogen Komödie scheiden sich die Geister nämlich oftmals nicht nur an eventuell brisanten Inhalten, sondern auch daran, ob das Ganze überhaupt witzig ist. Rogen baut nämlich auch gerne ziemlich stumpfen Fäkalhumor in seine Filme ein und „The Interview“ ist da keine Ausnahme. Nun muss man zunächst mal sagen, dass ein Witz nicht schlecht ist, nur weil er nicht besonders komplex ist oder unter die Gürtellinie geht. Das ist nicht das Problem, bei einigen Witzen von „The Interview“. Das Problem besteht eher darin, dass diese mitunter grottig inszeniert sind. Wenn man schon Minuten vorher kommen sieht, dass die ganze Szene nur darauf hinaus läuft, dass jemand etwas in den Arsch geschoben bekommt, ist das nicht gerade überraschend. Wenn es dann auch nicht lustig verpackt wird, ist es auch nicht witzig. Es ist einfach nur eine viel zu lange Szene, die sich darum dreht, dass jemand etwas in den Arsch geschoben bekommt. Insgesamt ist das zu verzeihen, weil eine Menge Gags richtig gut funktionieren und das Drehbuch auch sonst das Potential hat, interessante Standpunkte clever und subtil auszubauen. Nur wirkt es dann umso deplazierter, wenn man zwischendrin einen billigen Ficki-Witz ins Gesicht geschleudert bekommt. Das holt einen irgendwie ganz schön raus und man wünscht sich, diese Stellen wären etwas gerade gebügelt worden, um das ganze harmonischer zu gestalten.

Oder vielleicht sind diese krassen Brüche im Ton des Films ja auch gewünscht. Bei einigen anderen Elementen sind solche starken Kontraste nämlich unverkennbar bewusst eingesetzt worden. Beispielsweise ist der Soundtrack mitunter extrem schräg. Da werden nicht nur Welcome to the Jungle oder Wind of Change verbaut. Die Lieder werden oft auch benutzt um Szenen zu untermalen, die optisch nicht recht dazu passen wollen. So wird beispielsweise eine extrem stylische Montage, die Spannung aufbaut und den Höhepunkt des Films einleitet (optisch lässt sich das sogar mit „Kill Bill Vol. 1“ vergleichen) einfach mal mit einem extrem gechillten Dancehall-Track unterlegt. Total verrückte Mischung, funktioniert aber irgendwie gut. Dieser Satz lässt sich dann auch insgesamt auf den Film anwenden.

Fazit

Der Film wird mit einiger Sicherheit die Geister scheiden. Da ist einerseits das heikle Thema und die Herangehensweise, die viele Empfindlichkeiten verletzt. Andererseits werden aber auch viele nicht sehr wohlwollend auf die eigentümliche Mischung richtig guter Ideen mit flachen Fick- und Furzwitzen reagieren. In jedem Fall ist "The Interview“ aber sehr stylisch und lässt auch bei Leuten, denen er nicht gefällt,bestimmt keine Langeweile aufkommen. Sollte es umständlicher werden, sich den Film anzusehen, lohnt sich die Mühe jedenfalls. Interessant genug ist er und nicht nur, weil es um das Attentat auf ein Staatsoberhaupt geht.

Autor: Sören Jonsson

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