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Im Schatten einer düsteren Internet-Verschwörungstheorie versammelt sich eine elitäre Gruppe erstmals auf einem abgelegenen Anwesen, um ganz normale Amerikaner und Amerikanerinnen zum Spaß zu jagen. Doch ihr perfider Plan fällt schnell in sich zusammen, denn eine der Gejagten, Crystal (Betty Gilpin, GLOW), beherrscht das grausame Spiel der selbst ernannten Elite besser als sie selbst...

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Kritik

„Der am meisten diskutierte Film des Jahres ist einer, den niemand wirklich gesehen hat“.

So prangert es auf dem US-Poster zu The Hunt und auch wenn Werbeslogans selten die Wahrheit aussagen, so stimmt es doch in diesem Falle. Die neue Gemeinschaftsarbeit von Universal und Blumhouse musste beim Start der US-amerikanischen Werbekampagne, im letzten Herbst, einiges an Kritik einstecken. Gleich zwei Mass Shootings sorgten in den USA kurz zuvor erneut für eine Waffen- und Gewaltdiskussion, die (natürlich) wieder ins Nichts führte und in den ersten gezeigten Szenen von The Hunt wird gezeigt, wie geknebelte Menschen sich bewaffnen, worauf sogleich die Jagd auf sie eröffnet wird.

Was folgte war ein medialer Sturm der Entrüstung, bei dem sogar Twitter-König US-Präsident Donald Trump werbewirksam mitmischte. Für kurze Zeit prasselten die Anschuldigungen nur so auf den Film nieder. Er soll der Beweis sein, dass Hollywood „wahnsinnig und böse“ ist, eine „kranke moderne Fantasie“ sein oder gleich dafür entworfen wurden zu sein, das Land zu spalten. Großes Kino, lange bevor der Film überhaupt zu sehen war. Wenn man sich The Hunt nun aber mit wachen Augen ansieht, fällt einem auf, dass der Film von (Compliance) politisch wie gesellschaftlich nicht sonderlich elegant ist, er jedoch mehr bietet als die x-te Variante von Graf Zaroff -Genie des Bösen.

Die erste Überraschung, die bereits recht früh im Film präsentiert wird, ist, dass es diesmal nicht inzestuöse Hinterwäldler sind, die irgendwelche Großstadt-Yuppie jagt, sondern dass als Jäger elitäre wie vermögenden Demokraten fungieren. Ihre Beute: Republikaner, die den Klimawandel leugnen, die NRA heiligsprechen und für die Obamacare purer und gefährlicher Kommunismus ist. Dies alleine ist schon eine Provokation, die sich die Drehbuchautoren Damon Lindelof und Nick Cuse da ausgedacht haben. Aber das Duo, welches zuletzt mit der HBO-Serie Watchmen bereits mit Erwartungen gespielt und dabei teils verblüffend differenzierte Perspektiven entwarfen, haben noch mehr Munition im Magazin.

Wer jetzt glaubt, The Hunt stellt die eine Seite als gut und die andere Seite als böse dar, der irrt sicht. Viel mehr zeigt der Film auf sehr überspitze und blutige Art und Weise, wie engstirnige Ansichten Menschen zu ziemliche Kotzbrocken machen. Dies wird vor allem klar durch die Anti-Heldin des Films Crystal. Sie scheint sich politische wie gesellschaftlichen Schubladen zu verweigern. Sie passt sich den Situationen an, ohne sich zu verbiegen und verfügt über taktische wie kämpferische Fähigkeiten, die sie sehr gefährlich für die Jäger machen.

Bedauerlicherweise geht The Hunt aber dabei nie richtig ins Eingemachte. Da wo etwas Tiefe gutgetan hätte, wird lieber auf (schwarze) Komik vertraut, die manchmal ihr Ziel trifft, oft aber auch wirkungslos verpufft, allerdings wird in alle Richtungen kräftig austeilt. Wer nur nach Menschenjagd-Unterhaltung á la Hard Target - Harte Ziele oder Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot verlangt, sollte absolut gut bedient werden. Wer das eigentlich Interessante des Films aber zu Beginn erkannt hat, dürfte hingegen schon etwas ernüchtert zum Abspann des kurzweiligen Werks kommen. Der Grund: Die Ambitionen der Geschichte versickern zusehens im Morast des Eskapismus. Aber egal wie man The Hunt sieht, eines bleibt gleich: Hauptdarstellerin (Stuber - 5 Sterne Undercover) ist eine Wucht. Ihre Crystal changiert ständig zwischen eiskalter Killerin und naiv-verschmitztem Kind. Es ist vor allem ihre Mimik, die teils hinreißende Momente generiert.

Der restliche Cast bietet mit (American Horror Story), (My Name Is Earl) und der zweifachen Oscar-Preisträgerin () zwar einige bekannte Namen und Gesichter, eine wirkliche Figurenzeichnung erhalten aber nur die wenigsten. Wie auch, wenn einige von ihnen sich nach der ersten Szene bereits mit einem Loch im Kopf aus dem Film verabschieden? Wobei Swank als Athena, die Chefin der Jäger sozusagen, durchaus ihre Momente hat. Damit ist nicht nur der Showdown gemeint, sondern vor allem die Enthüllung, warum die Jagd gemacht wird. Der Grund soll hier nicht verraten werden, er wirkt aber geradezu lächerlich profan, was erneut die Aussage des Films unterstreicht: Menschen sind ziemlich egoistische Drecksäcke. Schade, dass es dieser Slogan nicht aufs Poster geschafft hat.

Fazit

Die Macher des angeblichen 'Skandalfilms' versuchen sich an einer galligen Satire, die links wie rechts kräftig austeilt und sich dabei ordentlich mit Kunstblut besudelt. Wirklich in die Tiefe geht das alles nicht und dennoch bietet diese Blumhouse-Produktion doch mehr als bloße Exploitation. "The Hunt" ist zwar kein "Starship Troopers" aber zum Glück auch kein "The Purge".

Autor: Sebastian Groß

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