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Ein Außerirdischer landet zusammen mit einem Roboter auf der Erde, um die Menschheit zum Frieden aufzurufen. Die Menschen begegnen ihm jedoch mit Misstrauen und verletzen ihn schwer. Science-Fiction Klassiker von Robert Wise mit ungewöhnlicher Botschaft.
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Kritik

Der Regisseur Robert Wise ist heutzutage leider nicht mehr jedem ein Begriff. Und das, obwohl er scheinbar Spaß daran hatte, in so vielen Genres wie möglich zeitlose Klassiker entstehen zu lassen. Bei dem Namen Wise mag vielleicht nichts klingeln, aber wie wäre es mit Filmtiteln wie „West Side Story“, „The Sound of Music“, „Bis das Blut gefriert“, „Star Trek“ oder eben „Der Tag, an dem die Erde stillstand“? Wise’ Filmographie besteht aus einer Hülle von Filmen, die sich entweder durch ihr Handwerk auszeichnen oder bereits im kulturellen Verständnis des Westens fest verankert sind. „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ gilt als der erste Science-Fiction-Film, der fernab von Trash das Genre nutzte, um nicht nur eine epische Schlacht zwischen Mensch und Außerirdischem zu zeigen, sondern es wagte, eine Geschichte zu erzählen.

Am Anfang des Films steht der runde Erdball im Nichts des Alls. Dies ist ein Bild, das leicht als simple Exposition (vielleicht gar eine Exposition im generellsten aller Sinne) abgetan werden kann. Doch ist dieses erste Anfangsbild, auf dem noch die Namen aller Beteiligten erscheinen, immens wichtig für den Rest der Laufzeit. Denn die Tatsache, dass Wise hier die gesamte Erde zeigt und nicht lediglich einen Teil, greift auf die Aussage des Films zurück, bevor diese aufgebaut werden kann. Der Erdball deutet bereits an, was später Gewissheit sein wird; die ganze Erde wird von dem Geschehen betroffen sein, nicht nur der Westen, nicht nur Amerika. Vom Handeln der Charaktere hängt das Schicksal aller ab. Ein richtiger Schritt bedeutet globale Erleichterung, ein falscher Schritt führt zur totalen Vernichtung der Welt.

An dieser Stelle lohnt es sich, den Film als Dokument seiner Zeit zu betrachten. Der Film entstand 1951 - sechs Jahre nach dem verheerenden Weltkrieg, sechs Jahre nach den beiden Atombomben-Abwürfen über Japan, die auch abgeworfen wurden, um der Sowjetunion zu zeigen, dass mit Amerika nicht zu spaßen sei. Zur Zeit der Detonationen war bereits sicher, dass die Alliierten den Krieg gewinnen würden und dass danach ein Konflikt mit dem großen bösen Kommunismus vor der Haustür stehen würde. Um den Sowjets zu zeigen, wie mächtig die USA war, wurden die Bomben in der Luft über Hiroshima gezündet - damit die Sprengwirkung weitreichender ist. 1951 schließlich, inmitten des Paranoia-verbreitenden Kalten Krieges (aber immerhin elf Jahre vor der Kubakrise), als die Vernichtung der Welt eine Sache von einem Kopfnicken war und das Fremde stets als Bedrohung angesehen wurde, inszenierte Robert Wise einen Genrefilm, der zu einem Appell an die Vernunft wurde.

Als das Raumschiff hier zu Beginn des Films landet, wird es mit einer gleichen Faszination und furchterfüllten Aggression empfangen, die während des Kalten Krieges das Leben in den USA bestimmen sollten. Es dauert keine Minute, bis zahlreiche Panzer, unzählige Soldaten und unüberschaubar viele Schaulustige sich am Ort des Geschehens versammelt haben, um ihre Neugier zu stillen und, wahrscheinlich, um der Gewalt beizuwohnen. Natürlich ist die Kalter-Kriegs-Metapher hier nicht weit, werden die Außerirdischen von der Bevölkerung doch als sowjetische Spione beschimpft. Spione, die mit den Strahlen aus ihren Augen die Waffen der Amerikaner unschädlich machen können. Spione, die die Amerikaner nicht mit heruntergelassenen Hosen überraschen, sondern sie in aller Ruhe besiegen können, ohne selbst auch nur einen Kratzer abzubekommen. Zusätzlich inszeniert Wise die Massenmedien (vor allem Radio und Fernsehen, obwohl letzteres zu dieser Zeit noch nicht die aktuelle Stellung im alltäglichen Leben besaß) um einen Realitätsanspruch zu erreichen und um die Zusammenhänge zwischen Paranoia, Sensation, Hetze und Boulevardjournalismus aufzuzeigen.

Fazit

Mit „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ aus dem Jahr 1951 hat Robert Wise einen Meilenstein des Science-Fiction-Genres inszeniert. Der Film, der butterweich als Metapher für die Situation der Gesellschaft zwischen den Fronten des Kalten Krieges funktioniert, überzeugt durch handwerkliche Finesse und seine humanistische Grundeinstellung. Ein Film, der sich stilistisch im besten Sinne am Film Noir und dem deutschen Film-Expressionismus orientiert, und nicht zuletzt mit seiner zutiefst friedvollen Art zu überzeugen vermag. Wenn die Menschen keine Zeit mehr für Menschlichkeit haben, weil sie zur nächsten Sensation spurten, dann sieht Wise schwarz und lässt den Außerirdischen, der Menschlichkeit auf der Erde suchte, äußerst einsam erscheinen.

Autor: Levin Günther

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