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Großbritannien plant im Zweiten Weltkrieg, die Wasserversorgung und Energiegewinnung im Ruhrgebiet lahmzulegen. Die Royal Air Force beauftragt den Konstrukteur Barnes Wallis, eine Spezialbombe herzustellen. Die so genannten „Rollbomben“ sollen die massive Schutzmauer der Möhne-Talsperre sprengen ...

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Kritik

Schon früh nach Ende des zweiten Weltkrieges – und auch schon währenddessen – hatte die Filmindustrie begonnen kleinere wie größere Heldengeschichten für das Kino umzusetzen und so zu zeigen, wie einst gekämpft wurde (was natürlich meist wenig mit der Realität zu tun hatte). Einer der größten Klassiker stellt hierbei wohl Anfang der 50er Jahre der Kriegsfilm The Dam Busters (oftmals auch Mai '43 - Die Zerstörung der Talsperren) dar, welcher sich der Operation Chastise (Züchtigung) widmete, die vor allem in England einen regelecht mystischen Status genießt. Mit eindringlichen Bildern, einem historisch korrekten Ablauf, dem Porträt von Doctor B. N. Wallis (Michael Redgrave, Eine Dame verschwindet) sowie dröhnenden Lancaster-Bombern die die Talsperren der Möhne und Eder bombardieren, sollte eines der wichtigen Kapitel der Kriegsgeschichte von Regisseur Michael Anderson (Flucht ins 23. Jahrhundert) fiebrig und bewegend auf die Leinwand gebracht werden. Und ja, technisch gesehen ist der Film basierend auf dem Buch von Paul Brickhill, höchst eindrucksvoll und gemessen an den damaligen Möglichkeiten eine echte Perle (kein Wunder, dass der Film Pate für George Lucas‘ finale Szene in Krieg der Sterne stand), historisch betrachtet ist er allerdings stark umstritten.

The Dam Busters ist indes im Kern keineswegs ein klassischer Kriegsfilm, sondern viel mehr in vielen Zügen eine Dokumentation: Was im Vordergrund steht ist die langvorbereitete Operation Chastise selbst. Von den ausgeklügelten Ideen und Anfängen von Doctor B. N. Wallis – der mit seinen Kindern im Garten eine Schleuder zum Testen seiner Idee aufgestellt hat – bis hin zum Training der Piloten und dem Aufstellen eines Kommandos unter Wing Commander Guy Gibson (charmant aber wenig authentisch von Richard Todd gespielt), gibt es viele klar getrennte Abschnitte, die im Finale schließlich mit der Bombardierung enden. Hier wird somit in erster Linie geplant, erprobt, gebaut und trainiert, sodass am Ende alle Stränge für die Schicksalhafte Nacht zusammenkommen. Gerade diese Erzählweise ist im ersten Momente etwas gewöhnungsbedürftig, weil klare Charaktere nicht im Vordergrund stehen. The Dam Busters hat kein Interesse an der Motivation, viel mehr an der Machbarkeit und Durchführung. Warum schließlich Wallis auf die Idee kam und warum er so besessen an dem Projekt arbeitete, wird nur rudimentär erklärt oder gleich ganz weggelassen. Dies macht sich auch bei den Piloten und Guy Gibson bemerkbar: Etwas eiserner Wille, ein wenig Varietétheater und sein Hund Nigger, der wahrlich bis heute kontroversen auslöst (siehe hier auch die geplante aber verworfene Neuverfilmung von Peter Jackson), viel mehr gibt es hier nicht zu entdecken (was angesichts einer so Todesmutigen Operation wenig realistisch erscheint).

Somit ist The Dam Busters in vielen Bereichen eher technisch, historisch bedacht und hat wenig Interesse an einer geschichtlichen wie menschlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Während so das Finale dennoch bombastisch wirkt und spannend, bleibt am Ende eine gewisse Ernüchterung zurück. Vor allem wenn man die Folgen des Einsatzes betrachtet: So war der Einsatz für Chief Marshal Arthur Harris (im Film von Basil Sydney gespielt) ein Fehlschlag, nur zwei der Dämme konnten überhaupt zerstört werden, insgesamt 53 der 133 Soldaten verloren ihr Leben, bei dem Angriff starben insgesamt – je nach Quelle – 1700-2400 Menschen (vor allem Zwangsarbeiter und Zivilisten) und der damit verbundene Schlag gegen die Rüstungsindustrie blieb zu großen Teil aus. All dies findet in The Dam Busters jedoch wenig bzw. sogar keine Erwähnung. Was bleibt ist ein interessanter technischer Abriss und am Ende eine durchaus spannende Bombardierung, die jedoch wenig Substanz, Tiefe besitzt oder neben der Glorifizierung überhaupt ein Interesse an einem Diskurs hat. Schade.

Fazit

Technisch gesehen ist "The Dam Busters" heute – trotz der einfachen Effekte – immer noch ein absolutes Highlight. Dagegen fallen Charaktere, Tiefe oder auch ein geschichtlicher Diskurs mit der umstrittenen Operation Chastise weitestgehend weg. Als Klassiker funktioniert der Film von Regisseur Michael Anderson zwar immer noch, doch schon damals dürfte die fehlende menschliche Perspektive im Film sehr eigen gewirkt haben – heute ist sie dagegen kaum noch übersehbar.

Autor: Thomas Repenning

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