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Im Frühjahr 1941 wird die "Bismarck", das größte Schlachtschiff der Nazis und Schrecken der Nordsee, vor der norwegischen Küste von der britischen Flotte versenkt. Ein englisches Aufklärungsflugzeug ortete den Koloss, der sofort von britischen Schlachtschiffen, darunter die "HMS Hood", gejagt wurde. Am 27. Mai 1941 begann der gnadenlose Todeskampf, bei dem über 4.000 Seeleute den Tod fanden.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Als im Jahre 1940 das Schlachtschiff Bismarck seinen eindrucksvollen Stapellauf hatte – natürlich begeisterungsvoll von Adolf Hitler getauft – galt sie als das größte und kampfstärkste Schlachtschiff der Welt. Kein Wunder also, dass sich bis heute Mythen und Sagen rund um das Schiff sammeln und natürlich vor allem um ihre erste und letzte Mission: Den Nordatlantik-Einsatz zusammen mit dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen. Der Rest ist wahrlich Geschichte. Denn mit einem unglaublichen militärischen Einsatz gelang es den britischen Marineverbänden die Bismarck zu stellen und zu versenken – tausende Verluste auf beiden Seiten inklusive. Ein Kampf sondergleichen, ein tödliches Schachduell, welches mit Wasser, Stahl und Tod endete. Für Autor Edmund H. North - nach einem Buch von C. S. Forester – genau der Stoff, aus dem ein spannender Marine-Thriller im Jahre 1960 entstehen sollte. Mit eindringlichen schwarz-weiß Bildern, einem unglaublich technischen Aufwand sowie jeder Menge Stars, sollte das Gefecht dem Zuschauer fühlbar gemacht werden. Herausgekommen ist wahrlich ein Thriller auf dem Meer, der jedoch mehr an historischen Tatsachen als menschlichen Schicksalen interessiert ist.

So ist die Die letzte Fahrt der Bismarck in aller erster Linie ein kraftvolles Lehrstück des Geschichte: Mit Originalaufnahmen, vielen kleineren und größeren Meilensteinen sowie einer Menge Charaktere (von Kapitän Ernst Lindemann - Carl Möhner – bis zu Captain Jonathan Shepard - Kenneth More), wird die letzte Fahrt der Bismarck eindringlichen nachgezeichnet, bis eben am Ende nicht Glanz und Gloria wartet, sondern das blanke entsetzen und der stille Tod auf dem Meer. Allerdings lässt sich genau hier viel beim Film von Regisseur Lewis Gilbert kritisieren: Denn der Film geht viel zu respektvoll und nachsichtig mit beiden Seiten um, sodass sogar der Mythos selbst weiterhin Bestand hat. Zwar darf Admiral Günther Lutjens (eindringlich von Karel Stepanek gespielt) seinen harten Kurs mit einem „Sieg Heil“ untermalen, macht jedoch zuvor deutlich, dass die Marine die Karten in der Hand hat und von Politik (und dem Nationalsozialismus) wenig hält. Gleiches gilt für die britische Seite, wo zwar an vielen Stellen das Wort „Risiko“ genannt wird und „vertretbare Verluste“ im Raum klingen, doch richtige Konsequenzen eher kalt präsentiert werden. So kalt wie Captain Jonathan Shepard (fantastisch von Kenneth More gespielt), der scheinbar jegliches Gefühl abgelegt hat. Immer wieder versucht Autor Edmund H. North hier einen Wandel zu erzählen, der am Ende jedoch dennoch fernbleibt oder gar kritischig erzwungen wirkt.

Und der Rest? Neben den eisernen wie harten Charakteren, die unnachgiebig ihrer Mission nachgehen, bleibt vor allem der technische Aspekt als Highlight zurück. So ist Die letzte Fahrt der Bismarck neben seiner historischen Perspektive ein inszenatorisches Glanzstück der 60er Jahre. Ein absoluter Klassiker, der die Seegefechte ebenso eindringlich wie spannend erzählt. Somit sind die Hauptprotagonisten die Schiffe selbst: Wenn im Nebel die Bismarck verstecken spielt und langsam seine Beute herausfordert, ist dies ebenso beeindruckend wie die anschließenden Gefechte. Gerade die riesigen Kanonen, die Schiffsaufbauten, die Kommandos und schließlich die vielen Explosionen (besonders im Finale), sind heute immer noch visuell herausragende Actioninszenierung. Und auch dies gefällt: Mit Second Officer Anne Davis (Dana Wynter) gibt es auch eine starke Frauenfigur im Film (was zu der Zeit eine absolute Seltenheit war, z.B. in Ice Cold in Alex). Zwar wird diese am Ende der Romantik geopfert, jedoch bringt sie immer wieder provokative Dialoge in den Film und damit andere Figuren voran – Gefühle und Stimmung sind zum großen Teil ihr verdienst.

Fazit

"Die letzte Fahrt der Bismarck" ist ein technisch imposantes wie eindringliches Lehrstück der Geschichte, welches fulminant die letzte Fahrt der Bismarck nachzeichnet. Ein spannendes Schachspiel auf dem Meer, das schließlich unter krachenden Kanonen mit einem eisernen Grab im Atlantik endet. Jedoch hat Autor Edmund H. North wenig Interesse an Charakteren und Menschen: Konsequenzen bleiben ebenso unnahbar wie Einzelschicksale, eine psychologische Tiefe oder ein politischer Ton. Und dennoch: Genre-Fans können hier bedenkenlos einen Blick riskieren und bekommen einen schnörkellosen und kurzweiligen Thriller spendiert.

Autor: Thomas Repenning

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