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Inhalt

Vom Büro mit Panoramablick direkt hinter schwedische Gardinen: Nachdem die extrem erfolgreiche Unternehmerin Michelle Darnell beim Handeln mit Insiderinformationen erwischt wird, wandert sie direkt ins Gefängnis. Das wiederum ist so gar nicht nach ihrem Geschmack. Wieder auf freiem Fuß, will sie sich der Welt nun als ehrbar und rechtschaffen präsentieren – als die Sünderin, die aus ihren Fehlern gelernt hat. Doch die Chefin steckt noch in ihr und alte Angewohnheiten schwinden nicht einfach. Außerdem ist nicht jeder, der von Michelle damals aufs Kreuz gelegt wurde, bereit, einfach so zu vergeben und zu vergessen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Melissa McCarthy ist dick im Geschäft (ok, das war der letzte, versprochen, für diesen Absatz ... außerdem steht es ja auch auf dem Poster). Ernsthaft, die Gute befindet sich aktuell auf dem Hollywood-Fließband, dabei wäre es mehr als interessant zu sehen, was passiert, wenn sie ein paar Monate aufs Laufband wechseln würde. Vermutlich reichlich wenig, denn darum geht es ja meist: Schauspieler/innen werden im besten Fall aufgrund ihrer humoristischen Veranlagung, sehr viel wahrscheinlicher aber wegen ihrer Konstitution für bestimmte Rollen eingesetzt – gerade in Komödien. Bekäme McCarthy auch weiterhin Angebote, wenn sie 20 Kilo weniger wiegen würde? Dahingehend wirkt es zunächst erfrischend, dass ihre Rolle in „The Boss“ etwas vom Stereotyp abweicht, auch wenn der Grund, warum sie zur Zeit so erfolgreich ist, mitunter an ebendiesen Stereotypen liegt.

Entschlacken (du meine Güte) wir die Thematik ein wenig und konzentrieren uns auf den Film an sich. „The Boss“ startet mit einer Rückblende, die inhaltlich eher in Richtung Drama geht, aber dem Genre entsprechend aufbereitet wurde. Dann wird es furios, als die Protagonistin in der Filmgegenwart eingeführt wird – mit Pyrotechnik, Twerking, fetten Beats (die sind wirklich fett, nichts für ungut) und einer rappenden Melissa McCarthy. Anders ausgedrückt: Der Start ist durchaus gelungen, und auch die anschließende Szene, in der Kristen Bell die Bühne betritt, kann sich sehen lassen; vor allem, wenn man sich für Zahnmedizin interessiert. Dass die Hauptfigur kurz darauf ins Gefängnis muss, steht schon in der Inhaltsbeschreibung. Warum dazu nicht viel mehr im Drehbuch stand, ist hingegen schwer begreiflich. Du hast eine völlig von sich eingenommene, überreiche und extrem vorlaute Dame mittleren Alters, die sich die schwedischen Gardinen mal von innen anschauen darf – da werden einem die Jokes doch förmlich auf dem Silbertablett serviert. Von ihrer Knastzeit sieht der Zuschauer allerdings nichts. Angesichts der mageren Summa-summarum-Witzdichte bleibt da nur zu sagen: Chance vertan. Obwohl man im Allgemeinen freilich tief in der Kiste an standardisiertem Humor gekramt hat. Von vermeintlich knackigen Sprüchen über Fäkal- und vulgären Humor bis hin zu Slapstick versucht der Film so einiges, kann aber keinen Boss-Move präsentieren.

Der Unterhaltungswert von „The Boss“ verhält sich wie ein durchwachsener Tag. Der Beginn ist ok, der Film ist ganz gut aus dem Bett gekommen, sicher nicht beim ersten Weckerklingeln, aber auch nicht mit dem falschen Fuß. Unter der Dusche rutscht der Streifen beinahe aus, kann sich aber noch fangen. Dann geht es nach draußen, die Sonne scheint, ein paar Lichtblicke. Bis recht bald dicke Wolken die Sicht behindern und der Regen einsetzt – schnell weg, denkt man sich. Aber es könnte ja besser werden. Und tatsächlich blitzen hier und da Szenen auf, die ein Potenzial beweisen, selbst wenn es sich um vielfach Durchgekautes handelt, das lediglich neu verpackt wurde. Dem gegenüber stehen jedoch Phasen, in denen der Kinosessel zum Beichtstuhl mutiert, und sich der Drang entwickelt, diese Sünde von Film direkt wieder loszuwerden – für zehn Ave Maria und fortan nur noch Cola Light statt der normalen, versprochen. Tja, und am Ende packt sich „The Boss“ mit einem überwiegend lächerlichen Finale und einem der unnötigsten Samuraischwertkämpfe doch noch auf die Schnauze.

Apropos Finale. Hier lässt sich gekonnt die Brücke zur wohl drastischsten Darstellerverheizung des bisherigen Filmjahres herstellen. In „Game of Thrones“ gehört Peter Dinklage zu den Großen im Cast, „The Boss“ lässt ihn zur überzeichneten Ulkfigur schrumpfen. Wer spätestens jetzt denkt, dass die stumpfen Witze in der Review irgendwann mal enden dürfen, erkennt vielleicht die Symbolik, denn sehr viel mehr hat auch „The Boss“ trotz der sympathischen Melissa McCarthy nicht zu bieten. Der Spannungsbogen ist wie eine Achterbahnfahrt ... für Kinder. Die meisten Gags verenden im Schmunzeln. Manchmal fühlt man sich geradezu unwohl, weil der Oneliner so gut zündet wie ein nasses Streichholz. Aber hey, die Charaktere sammeln hier und da fleißig Sympathiepunkte, sogar die Kids (und Kinder können in Filmen recht schnell sehr konsequent auf die Nerven gehen). Kathy Bates hat einen netten Gastauftritt, und sogar die meisten Nebendarsteller wirken nicht wie Pappaufsteller, allen voran Tyler Labine. Gerettet wird „The Boss“ dadurch natürlich nicht, bekommt aber mindestens einen Sympathiepunkt zurück.

Fazit

Unterdurchschnittliche Komödie mit der gefeierten Melissa McCarthy, die zumindest dezent vom zuweilen festgefahrenen Rollentyp abweicht. Der Plot ist so vorhersehbar wie viele Witze, und doch retten einige lustige Szenen und die sympathischen Charaktere „The Boss“ vor der ganz großen Katastrophe.

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