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Inhalt

Babysitterin Bee soll wieder einmal auf den 12-jährigen Cole aufpassen, während dessen Eltern einen Abend außer Haus verbringen. Cole steht schon lange auf seine attraktive Aufpasserin und hofft, ihr in dieser Nacht endlich seine Liebe gestehen zu können. Doch die Nacht nimmt eine ungewöhnliche, alptraumhafte Wendung, als Cole feststellt, dass Bee einem satanischen Kult angehört, der ihn tot sehen will.

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Kritik

Bee ist zu perfekt, um wahr zu sein. Die Babysitterin von Cole offenbart sich bereits in den ersten Szenen von McGs (Das gibt Ärger) aktueller, von Netflix vertriebener Produktion The Babysitter als begehrenswerte Traumfrau sowie Schutzengel in Menschengestalt. Sobald der schüchterne, ausgegrenzte Junge von Gleichaltrigen erniedrigt wird, eilt ihm das nur einige Jahre ältere Mädchen sofort zur Hilfe, um die Angreifer mit abgebrühtem Charisma in die Flucht zu schlagen. Auch die Abende, an denen Bee in Abwesenheit von dessen Eltern immer noch auf Cole aufpasst, obwohl er mittlerweile 12 Jahre alt ist, gleichen einem makellosen Wunschtraum. In genussvoll überstilisierten Einstellungen wird die Erscheinung der Babysitterin vom Regisseur zum Idealbild erhoben. Vor dem sichtlich aufgeregten 12-Jährigen präsentiert Bee ihren perfekt geformten Körper im Bikini, während sie bei gemeinsamen Gesprächen über nerdige Themen den perfekten Kumpeltyp darstellt und mit trostspendenden Worten gegenüber den ängstlichen Selbstzweifeln des angehenden Teenagers zugleich als mütterlicher Ersatz fungiert. Eben etwas zu perfekt, um wahr zu sein. 

Den schönen Schein dieser unwirklichen Illusion reißt McG somit auch nach kurzer Zeit in Stücke. Nach einer Runde Flaschendrehen, die Bee mit einigen ins Haus eingeladenen Freunden spielt, entpuppt sich die Babysitterin mitsamt Anhang vor den Augen des 12-Jährigen als psychopathischer, gewaltbereiter Haufen von Jugendlichen, die es für ein satanisches Ritual auf Coles Blut abgesehen haben. Sämtliche Figuren, die ausnahmslos als überzeichnete Stereotypen dargestellt werden, dienen dem Regisseur dabei für ein ausgelassenes Spiel mit den Regeln und Konventionen des Horror-Genres, die Mcg nach dem Drehbuch von Brian Duffield (Jane Got a Gun) exzessiv bedient, schräg verdreht oder ins Absurde übersteigert.

Mit dem subtilen Feingefühl eines Vorschlaghammers kommt The Babysitter als schamlose Horrorkomödie daher, für die inhaltliche Kohärenz, ein sorgfältiger Spannungsbogen sowie rationale Logik gegen kurzweiliges Tempo sowie grenzdebil zelebrierten Irrsinn eingetauscht werden. Ausgelegt für ein eher jüngeres Zielpublikum, an das sich die grelle Inszenierung mitsamt ausgefallener Kameraeinstellungen, flotter Montagen, prägnanter Songs sowie hipper Oberflächenreize richtet, droht der Film bisweilen durch sein bonbonbuntes Flair als reiner Style-Overkill zu verglühen. McG garniert den rasanten, hibbeligen Handlungsfluss allerdings oft genug mit schwarzhumorigen Splatter-Explosionen, bei denen das oftmals recht derbe Ableben der Figuren teilweise durch morbide Zufälle ausgelöst wird, dämlich-spaßigen Dialogen und einem sympathischen Protagonisten, der sich in feinster Kevin-allein-zu-Haus-Manier gegen die ebenfalls unreifen Widersacher zur Wehr setzt. 

Als überdrehte Parodie, die sich dem eigenen Charakter als spaßige Kreation jederzeit bewusst ist, sowie Hommage an den oftmals ebenfalls nicht allzu ausgeklügelten Slasherfilm der 80er überschreitet The Babysitter seine mit gut 85 Minuten optimal bemessene Halbwertszeit somit selten. Dabei sollte der Zuschauer nur nicht den Fehler begehen, den Film auch nur eine Sekunde lang ernst zu nehmen. Selbst seriösere Momente, in denen sich der Regisseur beispielsweise vorübergehend auf Coles Charakter zu konzentrieren scheint und eine klischeehafte Geschichte über den vermeintlichen Außenseiter erzählt, der letztlich über sich hinauswächst und seine Ängste besiegt, laufen bei McGs garstiger Produktion auf scharfkantige Pointen oder unterhaltsame Aussetzer hinaus. Die Oberhand in diesem blutigen Duell zwischen minderjährigen Teenagern behält am Ende also der Zuschauer, der sich dieser gnadenlos überzeichneten sowie rasant nach vorne preschenden Horrorkomödien-Achterbahnfahrt vergnügt hingibt und sich deren debilem Ton ebenso bewusst ist wie der Film selbst.

Fazit

McGs „The Babysitter“ ist eine ausgelassene Horrorkomödie zwischen Parodie und Hommage, die aufgrund ihrer grell überzogenen, bewusst albernen bis debilen Machart in einigen Szenen schnell an die eigenen Grenzen stößt. Trotzdem gelingt es dem Regisseur über die kompakte Laufzeit hinweg durch ein hohes Tempo, schwarzhumorige Einfälle, unterhaltsame Dialoge sowie vergnüglich ausgestellte Figuren-Stereotype bei Laune zu halten. Nimmt man „The Babysitter“ ebenso wie die Macher konsequent zu keiner Sekunde ernst, so kann man mit dem Film für kurze Zeit durchaus eine Menge Spaß haben. Empfänglich für diese Art von Holzhammer-Unterhaltung dürfte allerdings nicht jeder sein, weshalb die Empfehlung für einige durchaus als Warnung aufzufassen ist.

Autor: Patrick Reinbott

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