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Das Fernsehprogramm reißt in der fernen Zukunft kaum mehr einen Zuschauer vom Hocker. Langweilig sind die immer gleichen Formate und sich wieder und wieder wiederholenden Sendungen. Das Publikum ist bereits abgestumpft und verlangt nach neuen spektakulären Kicks. Also wird Mafia ins Leben gerufen. Dahinter verbirgt sich eine tödliche Live-Action-Gameshow, welche die Quoten wieder in die Höhe treiben soll. Elf Kandidaten treten gegeneinander an und ihr Einsatz könnte nicht höher sein: Denn nur einer überlebt das Spiel. Vor laufenden Kameras und den Augen der ganzen Welt stellen sich die Teilnehmer ihren schrecklichsten Albträumen… bis nur noch einer übrig bleibt

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wer kennt nicht diese Spieleabende, wo einem am Ende nichts anderes einfällt als Mafia (oder Die Werwölfe von Düsterwald) zu spielen? Nun ja, einen gewissen Vorteil hat dieses Spiel. Man kann es fast mit unbegrenzter Teilnehmerzahl spielen. Für alle, die das Spiel nicht kennen, hier eine grobe Zusammenfassung (dies soll kein Spiele-Exkurs werden, sondern ist wichtig um den Film zu verstehen). Die Mitspieler werden eingeteilt in Mafia und Zivilisten. Niemand weiß, wer zu welcher Gruppe gehört. Es gibt zwei Mafiamitglieder. Der Rest sind Zivilisten. Die Aufgabe der Zivilisten ist es, die Mafia ausfindig zu machen. Die Mafia muss überleben. Nach einer Diskussionsrunde, wer ein Mafiosi sein könnte, wird einer der Mitspieler ausgewählt und „stirbt“. Er verkündet, ob er Zivilist oder Mafiosi ist. Nach der Diskussionsrunde wird es „Nacht“. Alle schließen die Augen bis auf die Mafia. Hier lernt sich das Team quasi kennen. Beide dürfen nun durch Augenkontakt jemanden Töten. Als die „Nacht“ endet, wachen alle auf bis auf der Getötete. Eine neue Diskussionsrunde beginnt. Hier müssen die möglichen Motive beleuchtet werden, warum genau derjenige gestorben ist, um die Mafia ausfindig zu machen. Und so gehen die Spielrunden immer weiter bis entweder die Mafia gefunden worden ist, oder alle Zivilisten getötet sind. Überwacht wird das Ganze von einem neutralen Spielleiter (dies ist nur eine grobe Zusammenfassung, welche allerdings genügen sollte).

In dem russischen Sci-Fi Thriller „Survival Games“ geht es um eine härtere Form des Spieles Mafia. Hier spielt man wörtlich um sein Leben. Stirbt man im Spiel, stirbt man auch im echten Leben. 11 Menschen, wie Sie verschiedener nicht sein könnten, treten in diesem Spiel gegeneinander an um Reichtum zu erlangen. Doch leider ist es ein langer und tödlicher Weg bis dahin. Misstrauen und Angst führen zu einer eigenen Gruppendynamik, welche sich nie vorher bestimmen lässt. Und somit kann jeder das nächste Opfer sein, denn die Mafia ist unter den Teilnehmern und führt durch falsches Beschuldigen die anderen auf eine Fährte, welche den Tod bedeuten kann.

Grundsätzlich kann man hier durchaus von einer interessanten und spannenden Idee sprechen. Das gab es so noch nie. Zumal die Teilnehmer sich alle in einem Raum befinden und diese zudem keine Möglichkeit haben, ihre Plätze zu verlassen. Ein Kammerspiel voller Misstrauen ist quasi schon vorprogrammiert. Doch anstatt einen ruhigen und spannenden Thriller zu inszenieren, entschied man sich für einen Science Fiction Film mit Horror und Actionelementen. Und genau dieser Schritt zieht den Film nach unten. Denn wer bei dem Spiel stirbt, muss sich im wahren Leben mit seinen größten Ängsten konfrontiert sehen und stirbt dabei. Dies ist so dermaßen Futuristisch aufgezogen, dass man es irgendwie nicht ernst nehmen kann. Nach „Die Tribute von Panem“ müssen Spiele auf Leben und Tod scheinbar immer mit Action gespickt sein. Und genau diese Actionszenen innerhalb von „Survival Games“ nehmen dem Film die Dynamik. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Tode einfach nicht spannend sind. Der Zuschauer weiß wie diese ausgehen (folglich mit dem Tod des Beteiligten). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Weg das Ziel ist. Und diese Todesszenarien sind ein reines CGI Gewitter. Leider überzeugen die Effekte nicht immer, was zusätzlich die Stimmung trübt. Eine ruhigere Herangehensweise wäre wünschenswert gewesen.

Doch dies ist nicht das einzige Problem mit Mafia. Wie schon bei dem Gesellschaftsspiel ist es kaum möglich eine logische Schlussfolgerung darüber zu haben wer zur Mafia gehört. Es fehlen die Anhaltspunkte. Und so ist es auch im Film. Hier wird Beschuldigt was das Zeug hält, aber teilweise ohne Hand und Fuß (eigentlich ist somit die Grundstimmung des Gesellschaftsspieles doch sehr gut wiedergegeben). Auch der Zuschauer hat keine Anhaltspunkte, da wir die Charaktere nicht kennen und auch keine Beziehung zu Ihnen aufbauen. Die Figuren haben keine Zeit sich zu entwickeln. Der Film beginnt direkt mit dem Spiel. Erst nach und nach werden diverse Geheimnisse über die Protagonisten enthüllt. Doch meist ist es dann auch schon zu spät, eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Somit ist es dem Zuschauer eigentlich egal, was mit denen passiert. Ob Tod oder Lebendig spielt keine Rolle. Selbstverständlich hängt dieses auch stark mit der kurzen Laufzeit ab. In 90 Minuten 11 Personen einzuführen ist schon eine Mammutaufgabe. Und wenn jetzt der Fokus noch auf die absolut überzogenen und teilweise schlecht animierten Actionszenen gelegt wird, bleibt vieles auf der Strecke.

Kommen wir doch nochmal auf die Effekte zurück. Vermutlich sind diese absichtlich etwas übertriebener um die Futuristik klar herauszuarbeiten. Doch geht dieses gehörig schief. Klar darf man nicht vergessen, dass es sich um eine russische Produktion handelt, welche nicht mit einem Hollywood Blockbuster verglichen werden darf. Auch wird viel auf die 3D Effekte gesetzt. Doch die einzelnen Szenarien wollen seltenst überzeugen.

Zum Ende hin, gibt es wieder einen grandiosen Twist, welcher nochmal alles Bisherige umwerfen soll. Doch auch dies geht leider vollkommen in die Hose. Der Zuschauer kann dem gar nicht folgen. Zu unverständlich werden wir mit Tatsachen konfrontiert, welche wir nicht mal erahnen konnten. Es klingt konstruiert und somit unlogisch.  Auch will „Survival Game“ zum Ende hin eine schon fast philosophische Ebene erreichen. Auch dies wird nur am Rande angekratzt. Daher macht der Schluss mehr kaputt als er wirklich rettet. Selbstverständlich darf auch das offene Ende für einen möglichen Teil Zwei nicht fehlen. Aber hey, wenn ihr wirklich Teil Zwei macht, haltet euch ein bisschen zurück. Wir wollen einen spannenden Thriller und kein überzogenes CGI Gewitter.

Fazit

Leider klingt die Idee spannender als sie tatsächlich umgesetzt worden ist. Weniger wäre eindeutig mehr gewesen. „Survival Game“ verliert den eigentlichen Fokus komplett aus den Augen. Hätte er sich doch mal auf die spannende Ausgangslage konzentriert, stattdessen erwartet uns ein relativ inhaltleeres CGI Gewitter, dem es zudem noch an Spannung fehlt. Fans des Gesellschaftsspieles Mafia sollten definitiv einen Blick riskieren, doch wäre eine ruhigere Herangehensweise an den Stoff durchaus wünschenswert gewesen.

Autor: Christian Kühnemann

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