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Basin City, genannt Sin City, ist ein düsteres Metropolis, in dem nichts und niemand wirklich sicher ist, in dem die Gewalt allgegenwärtig ist und die Schicksale sich kreuzen. Drei Geschichten aus den dunklen Winkeln der Stadt werden hier erzählt: da ist der muskulöse Schläger Marv (Mickey Rourke), der sich auf einen beispiellosen Rachefeldzug begibt, als die einzige von ihm geliebte Frau Goldie (Jamie King) nach einer gemeinsamen Nacht von einem Killer getötet wird.; dann ist da Dwight (Clive Owen), der aus Gefühlsgründen für die eh nicht ganz so wehrlosen Prostituierten und Tänzerinnen eintritt, als ein brutaler Cop (Benicio del Toro) sie bedroht und damit selbst in immer gewalttätigere Schwierigkeiten gerät und schließlich und endlich die Story des ehrlichen Cops Hartigan (Bruce Willis), der allmählich seines Jobs müde geworden ist, aber noch einmal zur Tat schreiten muß, um die Tänzerin Nancy (Jessica Alba) ...
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Kritik

Der Name ist Programm: Wo Sin draufsteht, da sind auch Sünden jeglicher Couleur garantiert. Und zwar im Überdruss. Das verruchte Paralleluniversum, in dem Basin City verortet war, genoss seit den frühen 1990er Jahren bei Comic-Fans Kultstatus, während der Schöpfer der dreizehn „Sin City“-Bänder, Frank Miller, immer noch kultisch als visionäres Genie gehandelt wird. In einem dem Film noir sehr ähnlichen Stil eingebettet, wird die fiktive Stadt Sin City von einem kontrastierten Schwarz-Weiß dominiert, um hier und da einige markante Farbakzente zu setzen: Rote Lippen, blaue Augen und natürlich der schmierige Lebenssaft, der sich auch mal in gelber Tönung über die Seiten erstrecken durfte. Wie schnell Comic-Puristen aus der Haut fahren können, wenn man sich an ihren Lieblingen vergreift und anschließend rigoros daran scheitert, ein akkurates kinematografisches Äquivalent auf die Beine zu stellen, hat uns die Vergangenheit schon in vielerlei Hinsicht gelehrt. Aber was soll schon schief gehen, wenn es Frank Miller höchstpersönlich ist, der ein wachsames Auge auf die Produktion wirft?

Nicht viel. „Sin City“ wird die Anhängerschaft der Vorlage grafisch jedenfalls sicherlich nicht enttäuschen: Unterstützt von den heutigen Standards digitaler Tricktechnik, war es Regisseur Robert Rodriquez („From Dusk Till Dawn“) möglich, die einmalige Ästhetik des Comics in seiner Konsequenz adäquat auf die Leinwände zu transferieren. Zweifelsohne folgt „Sin City“ damit sklavisch den ikonischen Vorgaben, alles andere hätte sich allerdings auch als ein heftiger Schuss in den Ofen entpuppt. Die Stadt, die Charaktere, der urbane Kosmos, benötigt diese stilistische Exzentrik einfach, um seine atmosphärische Klasse in vollem Ausmaß ausspielen zu können. Daher ist es auch keine Überhöhung, wenn man „Sin City“ nicht nur als vorlagengetreuste Adaption eines Comics tituliert, sondern ihn auch zu einem einzigartigen Erlebnis für die Sinne erklärt; einer Augenweide, ein brillantes Spiel aus Licht und Schatten, aus sanften Farbtupfern und groben Umrissen, den einschlägigen Konturen, die vom vollzogenen Scherenschnitt nachhaltig akzentuiert werden. Famos ist ja auch, wie diese Ästhetik die Figuren immer wieder zusätzlich charakterisiert.

Was Robert Rodriquez hier also allein visuell auf die Beine gestellt hat, ist schlichtweg so meisterhaft wie wegweisend und hat sich ein Bad aus schallendem Applaus redlich verdient. Dass „Sin City“ deutlich Gefahr laufen würde, dass sich die formale Klasse nicht mit dem Inhalt die Waage halten könne, versteht sich von selber. Und gewiss speist sich „Sin City“ handlungstechnisch nicht unbedingt an einer gar sinnstiftenden Brillanz. Ihm gelingt es nur ungeheuer gut, dem Zuschauer diese Welt zu verkaufen, ihn, ja, auch Teil dieser verrohten Hölle zu machen. Der Grundton ist dabei ganz und gar nihilistisch, verfügt über keinerlei Scheu vor dem Einsatz der Stilblüten des Film noir (die Voice Over wirken hier beispielsweise zu keiner Zeit deplatziert) und zündet darüber hinaus ein monochromatisches Schlachtfest, dessen ultraharte Gewaltspitzen auch gerne auch mal exploitative Züge einnehmen. Im Wechselspiel aus archaischen Gefühlen, die jedem Menschen nur zu geläufig sind, und einer süffisant ausgestellten Chauvi-Attitüde, werden wir hineingezogen in den von bodenloser Amoral katalytisch betriebenen Strudel der Stadt.

Junge Frauen räkeln sich lasziv auf dem Tresen, die Kamera saugt sich an ihren körperlichen Attributen fest, während Männer mit finsteren Fratzen durch die Straßen schreiten und sich dazu auserwählt sehen, Verantwortung für Schwächere (das weibliche Geschlecht?) zu tragen. Marv (Mickey Rourke) ist ein aus der Zeit gefallener Brocken, der eher mit der Streitaxt auf dem Schlachtfeld wüten oder als Gladiator in einem Kolosseum unter dem Jubel der Massen kämpfen sollte. Doch der Geruch der Prostituierten Goldie geht ihm einfach nicht mehr aus der Nase und die einzige Nacht, die er mit dem blonden Engel teilen durfte, endete jäh mit ihrem Tode. Gerechtigkeit muss her, die ihn in die Höhle eines bebrillten Kannibalen (Elijah Wood) führen wird. Auch Hartigan (Bruce Willis) und Dwight (Clive Owen) versuchen die Stadt, in der es unwahrscheinlich ist, einen Cop zu treffen, der sich nicht schmieren lässt, von dem Abschaum zu erlösen, der sich nach Lust und Laune an Kindern und Frauen vergreift. Die Moral thront also auch in „Sin City“ - selbst wenn das paradox angesichts der Gepflogenheiten klingen mag – über allem und jedem.

Wie wohl sich das von Stars durchzogene Ensemble (auch Benicio del Toro, Jessica Alba, Rosario Dawson, Brittany Murphy und Josh Hartnett geben sich die Ehre) in ihren Rollen fühlen, lässt sich durchweg am Esprit ihrer Performances ablesen. Aber wie gesagt: „Sin City“ besticht vor allem durch seine Etablierung dieses durchtriebenen Sündenpfuhls, in dem die Sonne nie zu scheinen gedenkt, sondern nur prasselnder Regen und geifernde Düsternis regieren. „Sin City“ lässt die etwaige Heroisierung seiner zynischen Protagonisten immer wieder zerschellen, in dem er sie, haben sie sich das Blut aus dem Gesicht gewischt und ist der Rausch der Zigaretten erst mal verzogen, als zerschmetterte Individuen manifestiert. Verletzbar und einsam. Auch wenn sie sich das nicht eingestehen können. Eine fragile Männerphantasie also, die zuweilen so pathetisch wie banal zu Werke schreitet und dabei durchgehend eine ungemein einnehmende Kraft absondert, der man sich nicht entziehen kann. Auch dann nicht, wenn Körper durch Maschinengewehrsalven zersiebt werden und Schläge solange ins Gesicht treffen, bis nur noch klebrige Knochenstücke in den Fußboden eingearbeitet werden.

Fazit

Robert Rodriquez' „Sin City“ ist ein Film, den man schlichtweg erlebt haben muss. Seine formale, wegweisende Brillanz hat unlängst Filmgeschichte geschrieben. Eine Gewaltoper, die ihre Brutalitäten nicht feiert, sondern ins Unermessliche pervertiert; die bedacht mit den Stilblüten des Film noir jongliert und einen verdorbenen Kosmos kreiert, in dem die Männer sich noch so stark geben können - In Wahrheit sind sie doch alle nur geschundene Seele und damit ein logisches Produkt ihrer verruchten Umwelt. Großes, innovatives, einnehmendes Kino.

Autor: Pascal Reis

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