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Nach den Ereignissen in Racoon City breitet sich der T-Virus global aus und verwandelt die Erde in karges Wüstenland. Um der Satelittenüberwachung durch die Umbrella Corporation zu entkommen, trennt sich Alice (Milla Jovovich) von ihren Begleitern und durchstreift nun das Ödland nach Hinweisen, wo sich noch Menschen befinden könnten. Doch als der Tross von mutierten Raben angegriffen wird, eilt sie ihnen mit ihren sich entwickelnden telekinetischen Kräften zu Hilfe, gibt aber auch der Umbrella Corporation ihren Standort preis...
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Kritik

Es stellt sich schon die erste logische Frage, warum die Erde denn so arg versanden musste, wenn lediglich Menschen mutiert sind. Somit bleibt die Story schon früh dem Zuschauer eine plausible Erklärung schuldig und lässt einzig den Schluss zu, mal schnell das Setting zu ändern, um neue Begebenheiten zu kreieren. Damit vollführt Autor und Produzent Paul W.S. Anderson den größten Schritt in seiner bisherigen Storyentwicklung der Filmreihe und damit auch den am wenigsten nachvollziehbaren. Letztlich wirkt die Story auch wie eine lose Aneinanderreihung von Spannungsereignissen, in denen ein paar doch wieder logische Folgen der Seuche die Rolle spielen. Nun muss sich Alice einer Kannibalenbande erwehren, und ihre Freunde sind ständig in Bewegung und auf der Suche nach Ess- und Tankbarem. Das sind ein paar Aha-Momente, die man der Geschichte positiv zuschreiben kann, der Rest wirkt uninspiriert und manchmal an den Haaren herbeigezogen.

In der Figurenzeichnung wird es ebenfalls langsam aber sicher unwirtlich wie der Sand, der den Film optisch beherrscht. Alice wird hier eindeutig zum Übermenschen aufgepeppelt, dass man nie wirklich den Eindruck verspürt, dass sie ernsthaft in Gefahr wäre - selbst im Finale nicht. So sterben ihr nach und nach die Gefährten weg, und die Geschichte bereitet lediglich alles für den großen Auftritt der Heldin vor. Damit hatte sich die Filmreihe endgültig von der Spielereihe abgenabelt, und wer diese gespielt hatte, wird sich wohl verärgert die Haare gerauft haben, wenn er noch virtuell mit einfachen und bodenständigen Charakteren gegen Zombiehorden zu kämpfen hatte. Wobei im Film die Figuren blass wie eh und je gezeichnet sind. Alice wurde noch am meisten vermenschlicht, ebenfalls ihr Subjekt der Begierde, Carlos Olivera. Wenigstens funktioniert dieser Identifikationsfaktor recht gut, wenn man sich sonst mit stereotypen Charakteren wie Claire Redfield oder deren Schwester oder dem typischsten aller verrückten Professoren zufriedengeben muss.

Dagegen weiß die Inszenierung wieder ein bisschen was herauszureißen, denn saß kein geringerer als Russell Culcahy im Regiestuhl - ja, genau der, der "Highlander" zum optischen Hit gemacht hatte. So schraubte er die Schnittorgie aus dem zweiten Teil wieder etwas herunter, dass dynamische Actionszenen wieder etwas epischer und weniger chaotisch anmuten. Auch in der Farbgestaltung wusste er die Mittel entsprechend einzusetzen, damit die Kannibalenfalle wiederum anders wirkt als die abschließende Forschungsstation, und auch draußen erfreut man sich an weiten, einsamen und unendlichen Wüstengegenden. Allerdings ist auch Mulcahy ein bisschen der modernen Filmtechnik erlegen, so dass seine einst eigenwillige Art zu Filmen nicht mehr heraussticht. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, denn man muss schon froh sein, dass er nicht versucht hatte, den Chaosfaktor aus "Resident Evil: Apocalypse" zu übertreffen.

Nun reißen auch die Schauspieler gewohnheitsgemäß nicht viel heraus, und außer Milla Jovovich und Oded Fehr sticht auch sonst niemand der Akteure positiv heraus. Ali Larter und Spencer Locke stehen wie aus einem Ei gepellt in der Wüstenlandschaft, was unglaubwürdiger kaum sein konnte, wenn man bedenkt, dass der Tross schon eine ganze Weile in der Ödnis unterwegs ist. Da helfen auch die vielen Filmreferenzen nicht, dem Eindruck seinen Stempel aufzudrücken - es sind eher die abgekupferten Momente, die dem Streifen einen uneinheitlichen Eindruck bescheinigen.

Fazit

Der dritte Teil der Zombiesaga dümpelt durch den zeitlich gewagten Schnitt in der Bedeutungslosigkeit herum und kann nur durch Filmzitate denn mit Eigenständigkeit glänzen. Einzig die Inszenierung weiß ein wenig zu begeistern, die gegenüber dem Vorgänger einen Gang zurückschaltete und sich ein wenig alter Tugenden bedient, was dem Film ganz gut steht. Dennoch bleibt dieser Teil ein weiteres By-Product mit ordentlichen Lücken, den man nicht als wichtig erachten muss.

Autor: Sascha Wuttke

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