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Träume, Begehren, Abstieg - Die Witwe Sara Goldfarb (Ellen Burstyn) verlebt in ihrer kleinen Wohnung ein trauriges Dasein und ist fernsehsüchtig. Als sie eines Tages durch einen Anruf erfährt, dass sie für ihre Lieblingssendung als Kandidatin in die engere Wahl gekommen ist, will sie unbedingt in ihrem roten Kleid darin auftreten. Um wieder hinein zu passen, lässt sie sich von einem Arzt Appetitzügler verschreiben. Woanders verdingt sich ihr Sohn Harry (Jared Leto) mit seiner hübschen wie kreativen Freundin Marion (Jennifer Connelly) als Drogendealer, können erste Erfolge erzielen und planen schon für die Eröffnung einer Modeboutique. Doch während Drogen und Tabletten ihre Träume weiter aufrecht erhalten, bricht über sie die harte Realität herein und somit der tiefe Absturz...
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Kritik

Mit seinem Debüt "Pi" etablierte sich Darren Aronofsky recht schnell in der Riege der Independent-Filmer und legte zwei Jahre später mit "Requiem for a dream" zügig nach. Dieses Mal in Farbe, aber in seiner eigenwilligen Art, Bilder zu kreieren, kaum verändert und gar noch extremer. Seine Markenzeichen wie die Hip-Hop-Montage (klick-whoosh-pfmp-gulp - einfach einzigartig) oder der Einsatz der Snorricam sorgen mitunter dafür, dass der Film wie eine Komposition hypnotischer und verstandraubender Bilder anmutet, ständig wachsend im Einklang einer ausufernden Geschichte. Anfangs noch klar strukturiert, wandelt sich die Inszenierung bald in ein Delirium surrealer Szenerien, die Realität - und somit unser Blick auf die Figuren - verschwimmt immer mehr in einem Cocktail aus Zwanghaftigkeit und zerplatzten Träumen.

Und dies ist nur der Effekt, für den Aronofsky sorgt. "Requiem for a dream" ist mehr, viel mehr. Die Vorlage von Romanautor Selby bietet tonnenweise Argumente, den Film in solche Bilder zu verpacken. So verfolgen wir die Hauptfiguren auf ihrem stetigen Abstieg, freuen uns für sie, leiden mit ihnen. Und durch den kleinstädischen Erzählcharakter nimmt uns die Story vielleicht sogar mehr mit, als uns lieb sein könnte. Egal, ob Sara ein einsames Leben führt und dadurch ihre Abnehmversuche ins Extreme treibt, oder wenn Harry seine ersten Erfolge im Drogengeschäft einfährt und zusammen mit seinem Partner in die harte Realität der Drogenkriminalität hineinstolpert.

Auch wenn die Storygestaltung wie ein zweigleisiges System beginnt, verbinden sich die Handlungsstränge schnell zum selben und unabwendbaren Schicksal. Daraus bezieht die Story zusammen mit der traurigen Vorgeschichte der Familie Goldfarb seine Energie, wenn Mutter wie Sohn in ihren Bemühungen grandios zu scheitern drohen. Man kann das gerne spoilern, denn die Aussage des Films steht alleine schon im Titel. Die "ewige Ruhe" lässt sich also schon in Worten erkennen, und doch ist die Art und Weise eine schonungslose und bildgewaltige Metapher in düsteren Farben. Da kann nicht einmal die Tatsache darüber hinwegtäuschen, dass die Sets und Drehorte wie aus den 60ern und 70ern zusammengeklaubt ausschauen (abgesehen von einem modernen Fernseher oder den Kulissen des Fernsehstudios), denn in diesem Retroantlitz mag man kaum glauben, dass der Film in den USA spielt und einen deftig britischen Einschlag hat.

Selbstredend, dass man in diesem Film auch den Score von Clint Mansell erwähnen sollte. Mit diesem Konzept aus leisen und atmosphärischen Synthiklängen im kontrastierten Zusammenspiel des Streichervierers "Kronos Quartet" hat Mansell dem Film einen stark hypnotischen Unterton eingestanzt und sich somit ein kleines Denkmal gesetzt. Durch die minimalistische Ausgestaltung der Musik passt sich Mansell voll und ganz in das filmische Konzept hinein. Im Gegensatz zu seinem und Aronofskys Debüt "Pi" reichten wenige Noten und altbackende Sounds, um die Stimmung richtig einzufangen.

Als i-Tüpfelchen fehlte nur noch ein Cast, der die Rollen entsprechend darzustellen weiß, was Aronofsky bei aller Liebe zu hektischen Schnittgewittern gelungen ist. Auch wenn man Jared Leto, Jennifer Connelly oder überraschenderweise Marlon Wayans eine mindestens sehr gute Leistung zuschreiben kann - sie alle werden von Ellen Burstyn regelrecht an die Wand gespielt. Die mehrfach Oscar-nominierte und ausgezeichnete US-Schauspielerin aus "Der Exorzist" macht bereits in den ersten Szenen eine gute Figur, packt dann aber, als die Wirkung der Tabletten einsetzt, ein wahres Donnerwetter an Performance aus und spielt sich so in einen wahren Rausch. Da kann noch nicht einmal die verkorkste deutsche Synchronisation den Eindruck zerstören, dass da eine absolute Ausnahmeschauspielerin ihre Arbeit verrichtet hat.

Fazit

"Requiem for a dream" ist nicht das moderne Spaßkino im Fahrwasser von "Trainspotting" oder "Fear and Loathing in Las Vegas", sondern eine schonungslose Szenestudie über Träume und deren Scheitern. Der Retro-Touch wirkt zeitlos, die Inszenierung dagegen erfrischend modern. Und trotz oder gerade wegen der regelrechten Schnittorgie gelang Darren Aronofsky ein Meilenstein des modernen Dramas, in dem sich seine Hauptakteure - allen voran Ellen Burstyn - ordentlich austobten.

Autor: Sascha Wuttke

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