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Inhalt

Blutend wankt ein Mann (Diego Klattenhoff) die Landstraße entlang. Er kann sich an nichts erinnern, außer dass er einen schweren Autounfall hatte. Die Erste, die anhält, um zu helfen, stirbt – ihre Augen sind blind geworden. Aus dem grauen Wolkenhimmel regnet es sporadisch tote Vögel. Im nächsten Diner sind alle Menschen tot zusammengesackt. Ein Virus? Etwas Übernatürliches? Den verstörten Mann beschleicht ein grauenvoller Verdacht: Jeder, der sich ihm nähert, fällt tot um. Mit einer Ausnahme: eine Frau, die ebenfalls ihr Gedächtnis verloren hat – eine Jane Doe. Von der Polizei gejagt versuchen sie, mit ihren wenigen Anhaltspunkten das Rätsel zu lösen, das sie untrennbar und auf dunkel-romantische Weise miteinander verbindet.

Kritik

Als Sci-Fi-Thriller beworben, in Wahrheit aber eher ein Mystery-Drama, kommt Radius mit einer simplen, aber durchaus interessanten Idee daher: Alle Lebewesen in einem Umkreis von wenigen Metern um einen Mann (Diego Klattenhoff) herum sterben auf mysteriöse Art und Weise. Warum das so ist und wer der Mann ist bleibt zunächst im Verborgenen, der Film startet an einem Unfallort irgendwo auf einer Landstraße, wo dieser neben einem gecrashten Auto wieder zu Bewusstsein findet und nach einigen ersten Toten, über die er stolpert, zunächst damit rechnet, dass es sich um einen hochansteckenden Virus handelt, der alles und jeden dahinrafft. Wer den wahren Grund nicht ohnehin schon dem Poster entnommen oder vom Namen des Films abgeleitet hat, wird spätestens nach fünf Minuten das Grundprinzip verstanden haben, für dessen Erklärung sich Radius im Folgenden die Hälfte seiner Spieldauer Zeit lässt, da er seine Zuschauer offenbar für zu doof hält. Dabei tritt Radius nicht nur erzählerisch auf der immer gleichen Stelle, auch inszenatorisch braucht man hierbei nichts Besonderes zu erwarten, neben einigen wenigen tot umkippenden Menschen und vom Himmel fallenden Vögel passiert tatsächlich herzlich wenig.

Nun könnte man meinen, dass die Frau (Charlotte Sullivan), auf die er trifft, die scheinbar ebenso wie er an Gedächtnisschwund leidet und als einzige immun gegen seine tödliche Aura ist, dramaturgischen Schwung in die Handlung bringt, doch auch dem ist nicht so. Auch hier bleibt für den Zuschauer erst einmal unklar, wer sie ist, was ihr widerfahren ist und warum sie dem tödlichen Radius widerstehen kann. Nicht nur das, sie negiert die Wirkung sogar, so dass in ihrer Gegenwart der tötende Effekt auf andere komplett ausbleibt. Die beiden Regisseure Caroline Labrèche und Steeve Léonard wissen mit der Idee scheinbar kaum etwas anzufangen und verfrachten ihre beiden Protagonisten irgendwo in die Pampa, wo sie in sich immer wiederholenden und recht gehaltlosen Gesprächen über das Mysterium diskutieren. Hin und wieder erinnern sich die Beiden an Bruchteile dessen, was zuvor geschehen ist, was in diversen Flashbacks eingestreut wird. Doch auch hier braucht man nicht erwarten, dass der Film mit einem besonders cleveren Clou um die Ecke kommt, denn sobald die Puzzlestücke zusammengesetzt sind und dem Zuschauer endgültig einleuchtet, was die beiden verbindet und was zuvor vorgefallen ist, kommt trotz des kleinen Twists, der den Film um eine kleine philosophische Komponente erweitert, keine Begeisterung auf, der emotionale Effekt bleibt aus. Der Film endet genau so, wie er über seine knapp 90 Minuten hinweg schon vor sich hinplätscherte: überaus langweilig.

Fazit

"Radius" besitzt zwar im Kern eine nette Idee, weiß mit dieser aber zu keiner Zeit etwas Gescheites anzufangen. Der Unterhaltungswert ist erschreckend gering, der Film bleibt bis zum Ende eine unaufregende Nummer, die man vermutlich schnell wieder vergessen hat.

Autor: Sebastian Stumbek

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