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„My children will inherit the earth!“, spuckt der berüchtigte Serienmörder Starkweather noch wahnhaft in die Kamera. Dann durchschmettern ihn die Blitze des elektrischen Stuhls. Das bildgewaltige, trippige Delirium, das PSYCHOPATHS anschließend auf der Leinwand entfesselt, erfüllt diese Prophezeiung, wenn sich Starkweathers Erben dem Blutrausch einer Vollmondnacht hingeben. Weniger episodisch als ineinander verkeilt schildert der Höllenritt die Eskapaden gleich mehrerer geisteskranker Killer. Dieser taumelhafte Reigen der Gewalt und Zerstörung ist so verführerisch in seinen stylishen Tableaus wie albtraumhaft in seiner Brutalität.

Kritik

War man selber einfach zu doof, oder ist dieser Film einfach scheiße? In diesem Sinne erinnert Psychopaths stark an die Werke des Nicolas Winding Refn, v.a. Only God Forgives und neuerdings auch The Neon Demon. Der Unterschied ist, dass in den Filmen des dänischen Regisseurs—so uninteressant und prätenziös sie auch sein können—man zumindest den Hauch eines Sinns hinter seinen Entscheidungen erkennen kann. Psychopaths im Gegensatz—wenn wir im Serienkiller-Kontext bleiben wollen—wirkt wie die Arbeit eines Copycat-Killers, der die Morde eines berühmten Serienkillers nachahmt und den Stil des Originalwerkes kopiert. Die Kopie ist aber nur eine äußerliche und mit einem Blick merkt man sofort, dass die Nachahmung nicht mal knietief ist.

Psychopaths erzählt die Geschichte diverser Serienkiller im nächtlichen Los Angeles und wie sich ihre Wege kreuzen. Gar nicht so schlecht, die Idee. Regisseur Mickey Keating scheint aber zu beschäftigt zu sein mit der coolen Ästhetik, dem coolen Licht und der coolen Kamera, als zwei Gedanken an das Drehbuch zu verschwenden, das bis zum Bersten gefüllt ist mit ach-so-cleveren Onelinern und Voice Overn—letzteres natürlich mit einem starken Südstaaten-Akzent. Es soll ja alles cool sein. Wenn im Voice Over am Ende anerkannt wird, dass die Geschichte eigentlich keinen Sinn macht, soll das die Unsinnigkeit entschuldigen .... tut's nicht.

Fazit

Was passiert, wenn man unbedingt coole Morde inszenieren möchte, das Drehbuch dem Filmemacher aber mächtig am Arsch vorbei geht? "Psychopaths" passiert. Nicht mehr als eine Aneinanderreihung mehrerer Morde, die unterbrochen werden von diversen bedeutungsschwangeren, in die Kamera gesprochenen Monologen. Vielleicht ist der tiefere Sinn hinter "Psychopaths" inmitten der Lichter und den schrägen Kamerashots einfach untergegangen. Wahrscheinlich aber nicht.

Autor: Kadir Güngör

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