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Mit eiserner Disziplin trainiert die aus bescheidenen Verhältnissen stammende Ballerina Polina, um an der renommierten Tanzschule von Professor Bojinski aufgenommen zu werden. Sofort erkennt dieser das außergewöhnliche Potenzial und so tritt die talentierte Tänzerin mit gerade einmal 18 Jahren dem berühmten russischen Bolschoi-Staatsballett bei. Im Ensemble tanzt auch der charmante Franzose Adrien, der in ihr eine alles verändernde Leidenschaft entfacht ...

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Kritik

Polina (OT: Polina, danser sa vie) mag auf den ersten Blick wie ein gar schon fast klassischer Film rund um Ballett, Eifer, Selbstdisziplin sowie Hoffnung sein – was auch das Cover Capelight vermittelt. Allerdings versteckt sich hinter der Fassade noch deutlich mehr: Denn der Film der Regisseure Valérie Müller (Le monde de Fred) und Angelin Preljocaj (der auch die Choreografie zum Film beitrug) ist ein feinfühliges und bewegendes Drama rund um die Suche nach sich selbst und dem Platz im Leben. Viel mehr noch nach der eigenen Leidenschaft und Begeisterung. Und dies erzählt Polina mit einer fast schon beeindruckenden Leichtigkeit, stets über eine Nähe seiner Figuren und eine Inszenierung, die gekonnt seine Musik einzusetzen weiß und mit Geräuschen agiert. Schnitte, Darsteller, Dramaturgie und sogar der Weg von der Klassik zur Moderne erschaffen schließlich ein Tanzdrama, welches am Ende natürlich mit einer bestechenden Choreografie brilliert, jedoch schon zuvor den Zuschauer überzeugt. Allerdings hat die stringente Erzählweise auch seinen Preis.

Lose basierend auf dem Kurzcomic Polina von Autor Bastien Vivès aus dem Jahre 2011, lässt sich der Film nämlich viel Zeit dabei seine Hauptdarstellerin bis ins kleinste Detail zu beleuchten. Familie – hier Einwanderer aus armen Verhältnissen, Freunde, Mentoren und schließlich die Liebe. Der Zuschauer begleitet Polina von Anfang an und kann sich so ein starkes Bild der Hauptfigur machen. Inklusive aller Fehler oder eben der Suche nach sich selbst. Dies bedeutet aber auch große Sprünge, Charaktere die von jetzt auf gleich in Vergessenheit geraten und eine Reduktion auf das Wesentliche, sodass nicht immer eine spannende Intensität vorhanden ist. Dies mag durchaus nicht jedem Zuschauer gefallen. Lässt man sich aber auf diese fast schon experimentelle Erzählweise ein, wird man mit einem atemberaubenden Drama belohnt, welches von Hauptdarstellerin Anastasia Shevtsova (die damit ihr Debüt feierte) mit Bravur gemeistert wird. Und wie schon im Film selbst, wo sich Polina gegen viele Konkurrenten und Konkurrentinnen durchsetzen muss, musste sich auch Anastasia Shevtsova beweisen: Insgesamt 600 Tänzerinnen musste für die Hauptrolle vorsprechen und tanzen. Beeindruckt und im Ergebnis noch authentischer.

Dies liegt wohl auch an der hervorragenden Choreografie die uns Polina offenbart. Mit Hilfe von Angelin Preljocaj gibt es den Weg vom klassischen Ballett hin zum modernen Tanz, der sich immer wieder neu erfindet und mit starken Gefühlen überzeugen möchte. Zwar kann Polina hier niemals wirklich aus sich herausbrechen, doch mit der Begegnung mit Karl (Jeremie Belingard) ändert sich dies schließlich. Und somit ist natürlich auch die schlussendliche Aufführung von Erfolg gegönnt. Für die Figuren, die Leidenschaft, die Disziplin und auch für den Zuschauer. Einzig die Familie von Polina verkommt im Laufe der Geschichte etwas zum Stereotyp. Ihr Vater (Miglen Mirtchev) rutscht ins Verbrecher-Milieu ohne jemals wirklich nachvollziehbar und real zu wirken und ihre Mutter (Kseniya Kutepova) bleibt schweigsam alleine in der Wohnung zurück. Liebe, Zusammenhalt und Wärme gibt es hier nicht. Vielleicht ist aber auch genau deshalb Polina so kühl – für den Zuschauer bleibt dieses Kapitel aber dennoch zu blass.

Fazit

"Polina" ist ein feinfühliges, atemberaubendes, wunderschönes und kühles Drama, welches sich fast schon autobiografisch seiner Hauptfigur annimmt. Und darin liegt die Stärke, die zusammen mit Tanz, Kamera und Musik einen wahren Reigen ergibt. Nicht immer funktioniert dabei jedes Stilmittel und auch der Wechsel der Kulissen bzw. Polinas Lebensjahren wirkt manchmal zu stark, doch für Genre-Liebhaber ist dieses Tanzdrama eine klare Empfehlung.

Autor: Thomas Repenning

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