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Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“, „Sin City“) und Quentin Tarantino („Pulp Fiction“, „Kill Bill“) saßen eines Tages gemeinsam auf der Couch und führten sich einige „Double Features“ (Filme, die im Doppelpack im Kino anliefen) zu Gemüte. Meist waren es eher billige B-Movies aus den 60ern und 70ern. Man nannte diese Filme „Grindhouse“, die sich auf dieses „zwei Filme zum Preis von einem“-Prinzip spezifiziert hatten. Als große Fans von banalen und übertriebenen Exploitation-, Blaxploitation-, Horror- und Karate-Filmen, mit großem „Trash“- und „Kaboom“-Faktor, kam den beiden „Brüdern“ im Geiste die Idee, doch selber ein Double-Feature zu drehen. Und dieses Double-Feature, wie sollte es für solche Nostalgiker auch anders sein, „Grindhouse“ zu nennen. In den USA ging dieses Prinzip jedoch im Laufe der Jahrzehnte verloren und so verließen viele Kinobesucher nach dem Ende des ersten Parts „Planet Terror“ (von Robert Rodriguez) das Kino ohne den zweiten Teil „Death Proof“ (von Quentin Tarantino) gesehen zu haben. Die Einspielergebnisse blieben wegen der Unwissenheit des Publikums weit hinter den Erwartungen zurück, sodass man sich entschied, die beiden Filme von „Grindhouse“ in Europa getrennt aufzuführen.

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Kritik

Lt. Muldoon (Bruce Willis) will dem Biochemiker Abby (Naveen Andrews) weitere Dosen des Giftgases DC2 abkaufen. Der militante, grimmige Offizier und seine Männer wurden in Afghanistan mit dem Giftgas verseucht. Nur das Gift selber wirkt auch simultan als Gegenmittel. Schon eine kurze Zeit ohne das Gas verwandelt die verdammten Männer zu Zombies ohne Verstand und eitrig-blutiger Haut. Natürlich verläuft der Deal nicht reibungslos, sodass der Gaskanister getroffen wird, zu lecken beginnt, der giftige Dampf sich in der Umgebung verbreitet und die Bewohner eines Kaffs in wandelnde Leichen mit blubbernder und schmelzender Haut verwandelt. Eine Gruppe von Überlebenden, bestehend aus dem Revolver-schwingenden El Wray (Freddy Rodriguez), der ehemaligen Go-Go-Tänzerin Cherry (Rose McGowan), der Ärztin Dakota Block (Marley Shelton) und einem weiteren skurrilen Haufen, schlagen, schießen und metzeln sich durch die Zombiehorden.

Wirklich originell ist die Handlung von „Planet Terror“ selbstverständlich nicht, sondern eher ein Mix aus Standard-Versionen eines Zombiefilms, wie zum Beispiel Romeros Klassiker „Dawn of the Dead“ von 1978. Doch dessen ist sich Regisseur Rodriguez auch völlig bewusst und hat diese ausgelutschte Story intendiert gewählt. Denn genau wie die Handlung, ist fast der gesamte Film stets auf „alt“ getrimmt. Wo andere Zombiefilme heutzutage krampfhaft versuchen an den Erfolgen der 70er Jahre anzuknüpfen und die damaligen Zutaten in die gegenwärtige Zeit zu transferieren (und meist an eigenen Ambitionen, Ideen- und Mutlosigkeit kläglich scheitern), erfindet Rodriguez das Genre nicht neu. Vielmehr verweist er mit einem Zwinkern bei jeder Gelegenheit auf die alten Genrekollegen von vor 30 Jahren, ohne jedoch zu einer belanglosen Parodie zu verkommen. „Planet Terror“ flutscht wie kein anderer Film und weist nahezu keine einzige Länge auf, sodass die einhundert Minuten wie eine kurze Explosion einer „Spaßbombe“ wirken. Der Regisseur gönnt dem Zuschauer keine Verschnaufpause, eine Szene, eine Explosion und eine weitere Hommage an alte Zeiten jagt er im Minutentakt über die Leinwand. Dazu würzt er alles mit zynisch-schwarzem Humor, derb-coolen Sprüchen und Dialogen.

Neben grandiosen Hauptrollen, unter anderem Freddy Rodriguez und Rose McGowan, lässt Regisseur Robert Rodriguez auch seine Nebendarsteller-Riege mit Josh Brolin, Quentin Tarantino, Marley Shelton, Michael Parks (und Sohn Nr.1), Bruce Willis, Michael Biehn und „Black Eyed Peas“-Blickfänger Fergie glänzen. Technisch leistet sich „Planet Terror“ selbstverständlich auch keine Blöße. Die Kameraarbeit ist toll, der Soundtrack unterstreicht mit seinem spaßigen Rock ‘n Roll den Film perfekt. Um für noch mehr Nostalgie zu sorgen, haben die Bilder des Films zudem (wie auch in Death Proof) Kratzer und Streifen, wie es bei den Filmstreifen der 70er üblich war, den sogenannten „Aged-Look“. Damals wurden die Filmrollen von Kino zu Kino weitergegeben, womit die Qualität immer schlechter bis unannehmbar wurde. Dieser Effekt zieht sich über den ganzen Film und ab und zu fehlen auch einige Sekunden, um einen Filmrollenwechsel zu veranschaulichen. Durch den ständigen Einsatz, wirkt dieses Element an der einen oder andern Stelle allerdings zu stark, wodurch ein wenig der Spaß getrübt wird.

Aber vor allem die Darstellung der Zombies als schleimige, mit Eiterblasen übersäte, schmelzende Gestalten verdient ein dickes Lob. Wenn Josh Brolin als Arzt einem „Fast-Zombie“ ein gelb-weißes Schmodderzeug auf der Zunge auspresst und anschließend Eiter und Blut auf seine Brille spritzt, kann es einem schon mal hoch kommen oder man lacht sich halb tot. Das ist vielleicht auch der einzige große Kritikpunkt, den man „Planet Terror“ vorwerfen kann. Er ist absolut nicht Mainstream-tauglich. Für Fans von Splatter, Gore und Zombies ist dieser Film ein wahres Fest und ein Feuerwerk der guten Unterhaltung, für viele können die schmelzenden Genitalien von Quentin Tarantino, die herumwirbelnden Gliedmaßen und explodierende Köpfe aber auch abstoßend und geschmacklos wirken.

Fazit

Trotz geringer Eigenständigkeit und kaum eigenen Ideen ist „Planet Terror“ wahrlich ein großer Spaß. Die skurrilen und grotesken Momente des Films leisten dazu einen gewaltigen Beitrag. Highlight ist wohl ohne Zweifel die Sturmgewehr-Bein-Prothese für Cherry, oder die Szene in der der Revolverheld El Wray auf einem „Pocket Bike“ wild um sich schießend den Weg freiräumt. Mit viel Over-the-Top-Splatter, herumfliegenden Körperteilen, Fleischfetzen und pulsierenden Eiterblasen ist „Planet Terror“ wirklich ein gigantischer Genuss und feinste Fun-Gore-Action, die jedoch nur für Genrefans unbedingt zu empfehlen ist. Denn dieser Film ist unorthodox, mit viel Sex, Blut und Gewalt geschmückt, aber gerade das macht es einfach so super.

Autor: Kadir Güngör

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