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In einem verlassenen Haus in London kreuzen sich mehr oder weniger zufällig die Wege eines Detektives, eines Landstreichers, einer jungen Frau, einer Bande von Juwelendieben…und einer Leiche.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Schon erstaunlich, wie sehr die Arbeiten von Alfred Hitchcock (Die Vögel) in seiner frühen Phase augenscheinlich immer wieder qualitativ starken Schwankungen unterlagen, wohingegen er persönlich sich und seine Fähigkeiten mit jedem weiteren Werk sichtlich ausbaute. Er wurde immer routinierter, reifer, selbstbewusster und experimentierfreudiger, obwohl das im Umkehrschluss nicht bedeuten musste, dass seine Filme dadurch zwingend besser wurden. Ein Extrembeispiel stellt da Number Seventeen dar, den Hitchcock selbst als Katastrophe beschrieb und von Anfang an gar nicht machen wollte. Mehr oder weniger dazu gezwungen folgte eine Art Protestreaktion, die diesen eigentlich völlig konfusen und merkwürdigen Film erst eine Form von skurriler Qualität verleiht.

Die Adaption eines Bühnenstücks beginnt bereits ohne sinnvolle Einleitung und lässt einfach einen Mann – wie sich später herausstellt einen Detektiv – in ein verlassenes Haus in London stolpern, nachdem er seinem im Wind verirrten Hut hinterhergerannt ist. Dort trifft er auf einen Tippelbruder und eine Leiche, bis auch noch ein hübsches Mädchen durch die Decke quasi direkt in seinen Schoß kracht. Viel Zeit zum Durchschnauben und Grundsatzfragen zu stellen bleibt nicht, denn plötzlich stehen noch finstere Gesellen auf der Matte, die hinter einer ominösen Halskette her sind. Noch bevor sich diese chaotisch ineinander gerumpelte Truppe auch nur halbwegs geordnet hat schaltet der Film bereits in den Showdown-Modus, der aus einer ausgedehnten, hektischen Verfolgungsjagd zwischen einem Zug und einem Bus besteht. Alles klar? Nein? Gut, denn Hitchcock war der Film im Grunde so scheißegal, dass er ihn lieber absichtlich in eine einzige, unordentliche und ständig ad absurdum geführte Farce verwandelte. Nur um zu provozieren und zu schauen, ob einer der Produzenten mal nachfragen würde. Diese waren offenbar mit dem Produkt trotzdem wunschlos glücklich und so wirkt Number Seventeen fast wie das erste, heimliche Spoof-Movie der Filmgeschichte, dass die Abneigung seines Schöpfers mit einer Form der Lächerlichkeit quittiert, die ihn trotzdem irgendwie drollig macht.

Egal wie sehr Hitchcock sich bemüht diesen Film unsinnig wirken zu lassen und ihn praktisch absichtlich sabotiert, er kann einfach nicht aus seiner Haut. Da pochte der passionierte, schelmische Filmemacher mit Herz und Leidenschaft einfach zu sehr in seiner Brust und somit verfügt auch dieses Durcheinander, diese dusselige Disharmonie über eine ausgeklügelte Bildsprache, durchdachte Szenenmontagen und vor allem: Ein atemberaubendes Tempo und satirische, fast persiflierende Ironie, was nicht nur der Tatsache geschuldet ist, dass Hitch das Ganze eh wie einen flotten Ganoven-Flachwitz behandelt und jedes Klischee so überspitzt, dass man ihn fast die Veruntreuung der Vorlage vorwerfen könnte. Number Seventeen wird dadurch kein guter Film, das ist aufgrund des Sachverhaltes auch praktisch unmöglich. Aber in seinem verwirrenden, verqueren, desinteressierten und bald schon schlampigen Auftreten schlummert eine wilde Form der Anarchie, die gepaart mit den technischen und intuitiven Fähigkeiten seines Regisseurs eine kuriose, sinnbefreite aber recht lässige und spaßige Nummernrevue ergibt, bei der mit Macguffins um sich geworfen wird wie mit Kamelle an Rosenmontag. Hitche, Alaaf.

Fazit

Aus der Sicht von Hitchcock eine Art Schandfleck in seiner Karriere, den man aber so sportlich nehmen kann wie er damals den Dreh. Kaum zu erkennen ob aus dem Film wirklich mehr rauszuholen gewesen wäre oder ob er nur durch seine absurde Vorgehensweise wenigstens noch halbwegs funktioniert, so irritierend und hektisch ist das alles. Kein Paradebeispiel für einen Hitchcock-Film, aber ein Beweis für seine Fähigkeiten: Wenn selbst so was noch reizvoll ausfällt, wie könnte dieser Mann denn eigentlich mal einen wirklich schlechten Film machen? Womöglich das einzige, zu dem Hitchcock filmisch nicht in der Lage war.

Autor: Jacko Kunze

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