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Um die hohe Verbrechensrate in den USA einzudämmen, wurde Manhatten zu einem gigantischen Gefängnis umfunktioniert. Ausgerechnet hier stürzt die Air Force One mit dem Präsidenten an Bord bei einer Geiselnahme ab, ausgestattet mit einem Peilsender und einem Koffer, der an sein Handgelenk gekettet ist. Als letztes Mittel wird der ehemalige Kriegsheld Snake Plissken (Kurt Russell) aktiviert, um den Präsidenten zu befreien und den wichtigen Kofferinhalt zu bergen.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Mit „Halloween“ und „The Fog – Nebel des Grauens“ zwei absolute Klassiker gedreht zu haben, machte es John Carpenter recht leicht, wieder einmal eine eigene Geschichte zu schreiben und diese so konsequent wie möglich umzusetzen. Auch mit „Die Klapperschlange“ zog der Regisseur und hiesige Drehbuchautor sein Ding durch und kreierte eine Zukunftsversion mit Anleihen bei Reizthemen wie dem Polizeistaat. Doch wird hier niemand so richtig an die Wand gestellt, sondern bleibt moralisch auf der politisch korrekten Seite. So ist die Befreiung des Präsidenten der Hauptansatz, und man lässt die persönlichen Scherereien untereinander zunächst mal außen vor. Diese sind dann lediglich das würzende Element in einer utopischen Geschichte, die ein Alternativszenario darstellen will und somit Anfang der 80er einen Innovationsbonus verbuchen konnte.

Dennoch passt so einiges nicht richtig zusammen. Wenn Snake unbeachtet durch eine Banditenschar laufen kann (dann wieder doch nicht) und viele Aspekte des hier erdachten Szenarios unerwähnt bleiben, dann fragt man sich schnell, wie das eigentlich alles funktionieren soll. Also ist die Idee voll in Ordnung, lässt aber zu viele Fragen offen, die auch nicht beantwortet werden sollten. Da wurde ebenfalls in der Figurengestaltung geschludert, denn diese bleiben oberflächlich und überzeugen höchstens noch durch ihr anarchisches Verhalten – was wiederum ganz gut ins Szenario passt, also nicht als Totalausfall gewertet werden soll. Weniger oberflächlich und sehr wirkungsvoll schaffte es das Filmteam, inszenatorisch das verfallene Manhatten aufleben zu lassen. Überall herrscht das Chaos vor, die Straßen sind vermüllt, und die Kamera verpasst dem Ambiente die richtige Stimmung. Hier wurde tatsächlich aus dem Vollen geschöpft, um den Eindruck eines verkommenen Stadtteils zu erwecken, was zusammen mit auffälligen Kamerafahrten und Farbfiltern sehr wohl funktioniert. Da kann man auch mal gerne vergessen, dass die Idee und die formelle Umsetzung im Kern zu viele Fragen offen lässt. 

Der Kult, den der Streifen heute bezieht, liegt einerseits am Szenario selbst, aber auch am brachialen Verhalten seines Helden. Snake ist die Fleisch gewordene Coolness, ein Antiheld höchster Ausprägung. Da kann auch jeder noch so verschrobene Charakter seinen Weg kreuzen – an Snake reicht niemand heran. Selbst der Gangboss Duke mit seinen Motiven (die letztlich doch sehr simpel ausfallen, nämlich Ausbrechen) kann ihm da nicht den Rang ablaufen, geschweige denn die ganze Polizeitruppe mit Bob Hauk an der Spitze. Der wirkt als einziger mit dem Damoklesschwert in der Hand als Bedrohung für den unbeirrbaren Weg des Helden, verkommt aber schnell wieder zum kleinen Licht, wenn Snake mal den Mund aufmacht.

Etwas anders angeordnet in der Hierarchie ist das Schauspiel, die ein bisschen zum Kultcharakter des Films beigetragen haben. Allen voran Kurt Russell, der kein einziges Mal lächelt und die ganze Spielzeit in regelrecht versteinertem Gesichtsausdruck agierte. Dass das durchaus beabsichtigt war, verhalf Russell zum Status des Kinostars und zur einpägsamsten Rolle seiner Karriere. Ferner hervorzuheben sind u.a. Isaac Hayes (Originalstimme von Chefkoch aus „South Park“), Kultdarsteller Harry Dean Stanton, Westernkoryphäe Lee van Cleef in seiner letzten großen Rolle oder der tragische, jedoch unheimlich sympathische Auftritt von Ernest Borgnine, aber auch kleinere Parts wie Carpenters damalige Ehefrau Adrienne Barbeau und Donald Pleasence können ihre Duftmarken hinterlassen. Somit hatte Carpenter so ziemlich jeden Darsteller untergebracht, mit dem er einst gerne gearbeitet hatte oder noch wollte, denkt man mal in seiner Schaffensphase an Klassiker wie „Halloween“, „The Fog“ oder „Das Ding aus einer anderen Welt“ zurück.

Fazit

Snake ist schlicht Kult. Der wortkarge Kriegsheld ist jederzeit Herr der Lage und passte daher so arg in die 80er wie Stallone oder Schwarzenegger in ihren späteren Glanzzeiten. Auch wenn man die Story nur als löchrig ansehen kann und so manche Szene nur mit dickem Fragezeichen zu betrachten sind, ist das Szenario für die Zeit frisch gewesen und bietet genügend kritisches Statement, um Kurt Russell die richtige Bühne zu bereiten. Und egal, ob wir ihn nun Snake oder Plissken nennen – er wird auf das Gegenteil beharren. Er ist eben schwierig, dieser Snake, aber einfach ein absoluter Kultcharakter.

Autor: Sascha Wuttke

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