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Ein Tag wie jeder andere im Leben des fünfjährigen Saroo: Auf dem Bahnhof der indischen Kleinstadt, in der sein Bruder ihn für einige Stunden zurückgelassen hat, sucht er nach Münzen und Essensresten. Vor Erschöpfung schläft er schließlich in einem haltenden Zug ein und findet sich nach einer traumatischen Zugfahrt am anderen Ende des Kontinents in Kalkutta wieder. Auf sich allein gestellt irrt er wochenlang durch die gefährlichen Straßen der Stadt, bis er in einem Waisenhaus landet, wo er von Sue und John Brierley adoptiert wird, die ihm ein liebevolles Zuhause in Australien schenken. Viele Jahre später lebt Saroo in Melbourne, ist beruflich erfolgreich und wohnt mit seiner Freundin Lucy zusammen. Er könnte rundum glücklich sein, doch die Frage nach seiner Herkunft lässt ihn nicht los. Nacht für Nacht fährt er mit Google Earth auf seinem Laptop das Zugnetz Indiens ab, zoomt auf hunderte von Bahnhöfen und sucht nach Hinweisen auf seinen früheren Wohnort und seine leibliche Familie. Er hat die Hoffnung schon fast aufgegeben, als das Unglaubliche passiert und er im Internet auf ein Dorf stößt, das seiner Erinnerung entspricht...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

In der Film- und vor allem Kritikerlandschaft ist die Bezeichnung "Oscar-Bait" gerade zum Jahreswechsel und kurz vor der Verleihung der begehrten, goldenen Statue eine Anklage auf Scheinheiligkeit. Echte Emotionen und erwachsene Annäherungen an Menschlichkeit würden von Dramen hemmungslos missbraucht und manipulativ auf den Zuschauer abgefeuert werden, damit die Macher und Darsteller am Ende einen Oscar in der Hand halten dürften. Doch kann ein Film nicht sowohl offensichtlicher "Oscar-bait" als auch gelungenes Drama sein? Lion, der Film von Regieneuling Garth Davis ("Top of the Lake") beweist, dass diese Gradwanderung zwischen Augenrollen und Tränenverdrücken durchaus möglich ist. Denn obwohl sein Drama über Identität und Einsamkeit allzu oft in kitschige, emotional gar zweckmäßige Territorien verfällt, kann man nicht umhin ihm eine enorme Wirkung zuzusprechen. 

Vor allem die erste Hälfte des Films ist ein darstellerisches und inszenatorisches Freudenfeuer. Der Film nimmt sich mit seiner Erzählung, die sich über knapp 30 Jahre streckt, eine Menge vor, schafft es aber gerade in der ersten Stunde mit gutem Pacing und berührender Intensität seine Geschichte zu erzählen. Natürlich bleibt beim Thema von indischen Straßenkindern und dessen Überlebenskampf kaum ein Zuschauer unberührt, Lion - Der lange Weg nach Hause schafft es aber seine Geschichte stets genügend in der Realität zu fußen und niemals in allzu kitschige Regionen zu verfallen. Hinzu kommt eine hervorragende Leistung des Kinderdarstellers Sunny Pawar, der die erste Stunde dieses Dramas bravourös auf seinen schmalen Schultern trägt. 

Und auch Regisseur Davis beweist immer wieder ein starkes Auge für einprägsame Einstellungen und schafft es den Zuschauer vor allem durch beeindruckende Landschaftsaufnahmen in die Welt seines Films zu saugen. Da mag die Musik hier und da etwas zu überdramatisch daherkommen, audiovisuell bleibt der Film aber trotzdem stets stimmig. Problematisch wird bei Lion - Der lange Weg nach Hause letztlich die zweite Hälfte, insbesondere beim dritten Akt. Durch einen enormen Zeitsprung geht das Pacing in mancher Szene flöten, die Erzählung wird holpriger, die neuen Figuren bleiben emotional ein wenig fern. Auch hier ist es den starken Darstellern um Dev Patel ("Chappie"), Nicole Kidman ("Genius") und vor allem Rooney Mara ("Carol") zu verdanken, dass die Charaktere dennoch meist funktionieren. 

Einen qualitativen Abfall kann man bei Lion - Der lange Weg nach Hause dennoch merklich verbuchen. Gerade die vorher noch relativ ruhige und emotional realistische Vorgehensweise des Films wird für ein paar große Tränendrücker-Momente über Bord geworfen. Hier tritt letztlich der so schändlich bezeichnete “Oscar-Bait” ein, wenn die Tränen auf der Leinwand en masse fließen und man ds Salz im Kinosaal schon fast schmecken kann. Glücklicherweise hat Lion - Der lange Weg nach Hause auch in der zweiten Hälfte immer wieder die ein oder andere wirklich gelungene Szene in petto, sodass der Film nicht komplett in unangenehmes Kitschgetöse verfällt. Und zum Schluss darf sich die Wirkung des Films dann, trotz unübersehbarer emotionaler Strippenzieherei, überraschend packend entfalten.

Fazit

"Lion - Der lange Weg nach Hause" mag zwar immer wieder unangenehm in emotional überdramatische und zweckmäßige "Oscarbait"-Züge verfallen, insgesamt ist den Machern der wahren Geschichte um den Inder Saroo aber ein mitreißendes und gerade in seiner ersten Hälfte sowohl inszenatorisch wie auch darstellerisch äußerst packendes Drama über Isolation und Identität gelungen.

Autor: Thomas Söcker

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