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Inhalt

Terry Noonan hat dem kriminellen Gangleben den Rücken zugekehrt. Als Undercovercop, der gegen Verbrechen und Korruption ermitteln soll, kehrt er nach Jahren zurück in das irische Viertel New Yorks, der Hell's Kitchen. Von seinem nichts ahnenden alten Gangkumpan Jackie wird Terry mit offenen Armen empfangen. Gemeinsam mit seinem berechnenden Bruder Frankie steckt er bereits fest im Sumpf des Verbrechens. Terry treibt fortan Erpressungsgelder mit Jackie ein. Als man einen weiteren Jugendfreund Terrys tot auffindet, vermutet er Frankie als Täter. Der schiebt die Schuld den Italienern in die Schuhe. Für Terry ist der Zeitpunkt gekommen, sich zwischen Loyalität und Gerechtigkeit zu entscheiden

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Kritik

Die erste Einstellung von Im Vorhof der Hölle präsentiert uns die Brooklyn Bridge in voller architektonischer Pracht. Einer der unzähligen Marksteine New Yorks. Für den Zuschauer, der die amerikanische Millionenmetropole selber noch nicht besucht hat, birgt dieses Bild dennoch etwas Vertrautes. Oft genug war die Hängebrücke, die älteste in den USA, Schauplatz von bedeutsamen Filmen. Und Regisseur Phil Joanou (Spiel auf Bewährung) nutzt diese Eröffnung natürlich ganz gezielt, setzt er hiermit doch die Hauptfigur Terry Noonan (Sean Penn, Dead Man Walking) und sein Publikum in ein Verhältnis: Beide werden von behaglichen Gefühlen übermannt, hat doch auch Terry den Großteil seines Lebens an diesem Ort verbracht. Und genau darum geht es in Im Vorhof der Hölle: Um Heimatverbundenheit und deren Unentrinnbarkeit. Man kann sich von seinen Wurzeln nicht lösen.

Terry wird das während der fast 140-minütigen Laufzeit des Filmes auf die harte Tour lernen. Vor Jahren hat er das Viertel verlassen, in dem er aufgewachsen ist, um sich erfolgreich in den Dienst der Polizei zu stellen. Nun kehrt zurück nach Hell's Kitchen und muss als verdeckter Ermittler ausgerechnet gegen die Menschen vorgehen, die er früher als seine engsten Freunde um sich hatte. Die inneren und äußeren Konflikte, mit denen sich Im Vorhof der Hölle beschäftigt, weisen geradewegs in eine klare Richtung: Natürlich wird die Situation eskalieren. Erst psychologisch, später dann auch körperlich, wenn sich Im Vorhof der Hölle im Finale während der St. Patrick's Day Parade zur bluttriefenden Heroic-Bloodshed-Hommage aufschwingt und um ein weiteres Mal den Wert von Freundschaft, Loyalität und Ergebenheit akzentuiert.

Bis dahin besticht Phil Joanou durch eine entschleunigte Narration, die Im Vorhof der Hölle zuweilen etwas gemächlich erscheinen, aber gleichwohl niemals zum Stillstand kommen lässt, kann sich diese zutiefst düstere Großstadtballade doch ein durch und durch hervorragendes Schauspielensemble verlassen. In der Hauptrolle brilliert Sean Penn, der es wie kaum ein anderer Darsteller verstand, durch wenige Gesten und eine minimale Physiognomie unglaublich viel über seine Gefühlswelt auszudrücken. Die Zerrissenheit, mit der Penn seinen Terry Noonan ausstaffiert, gibt dieser für das Gangster-Kino mehr als archetypischen Figur ein mehrdimensionales Wesen. Ihm gegenüber steht der frisch gebackene Oscar-Gewinner Gary Oldman (Die dunkelste Stunde), der sich als Terry ehemals engster Gefährte die Seele aus dem Leib wütet. Oldman agiert dermaßen impulsiv und unberechenbar, dass sich die Verzweiflung seiner Figur umso stärker formuliert.

Und genau diese Unberechenbarkeit macht ihn zum Problem für seinen Bruder Frankie (Ed Harris, Die Truman Show), dem hiesigen Mobster – die Tragödie ist vorprogrammiert. Durch das authentische Lokalkolorit und Sozialklima gelingt es Im Vorhof der Hölle darüber hinaus auch als (groß-)städtischer Befindlichkeitsfilm zu bestechen. Das irisches Viertel wird zusehends Opfer der Gentrifizierung. Während sich immer mehr Yuppie-Appartements in Brooklyn ausbreiten, scheint die rustikale Identität der irischen Bewohner zusehends ausgelöscht zu werden. Ein weiterer Grund, warum sich die Gegend in einen von Gewalt bestimmten Druckkessel gewandelt hat, in dem die Nerven vollkommen blank liegen. Und trotz all der Dunkelheit, trotz der deprimierenden Kraft der Realität, die alle Illusion erstickt, ist dieser Film in seinem Kern ein ungemein zärtlicher, einfühlsamer. Ein Film über die unausweichliche Verbundenheit zwischen Menschen. Man kann sich nicht von seinen Wurzeln lösen.

Fazit

Seinerzeit ein Flop in den Kinos, heutzutage weitestgehend in Vergessenheit geraten. Was ungemein schade ist, zeichnet sich Regisseur Phil Joanou mit "Im Vorhof der Hölle" doch für eine wahrlich intensives und gleichermaßen sensible Charakter-Studie aus, die den Wert der Freundschaft in all ihren Extremen aufzeigt. Brillant gespielt und von Ennio Morricone wunderbar untermalt ist der Film darüber hinaus auch noch. Ein Geheimtipp.

Autor: Pascal Reis

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