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Inhalt

Ben Sanderson ist am Ende. Von seiner Frau verlassen fängt der Drehbuchautor an, unkontrolliert zu trinken. Schließlich kratzt er sein letztes Geld zusammen und fährt nach Las Vegas. Sein Ziel: Soviel zu trinken, bis er stirbt. In der Wüstenstadt verliebt er sich allmählich in die Prostituierte Sera und zieht bei ihr ein. Aus der anfänglichen Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern erwächst allmählich Liebe, die jedoch auf brutale Belastungsproben gestellt wird.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„I don't know if I started drinking 'cause my wife left me or my wife left me 'cause I started drinking, but fuck it anyway.“ 

Wie oft wurde im Kino die Liebe doch als existentieller Rettungsanker beschrieben, der so manche Person vor dem sicheren Untergang bewahrt hat – Zu lieben, das bedeutet eben auch einen neuen Sinn für sich und sein Dasein entdeckt zu haben. Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod erzählt im Prinzip auch von einer solchen Liebe. Von Liebe auf den ersten Blick und ganz allgemein, den Unfassbarkeiten, die Liebe imstande ist, einzugehen wie freizulegen. Kraft und Magie allerdings gewinnt Mike Figgis' (Cold Creek Manor – Das Haus am Fluss) Inszenierung durch das wertungsfreie Paraphrasieren herkömmlicher Motive des romantischen Films: Ben (Nicolas Cage, Der letzte Tempelritter) und Sera (Elisabeth Shue, Hollow Man) laufen sich in Las Vegas über den Weg, verfallen einander, doch, und daran besteht kein Zweifel: Ihre gemeinsam Zeit läuft gnadenlos ab, von Zukunft kann keinerlei Rede sein. 

Ben nämlich ist in die Stadt der Sünde gekommen, in der sich tagtäglich unzählige Menschen auf die Suche nach dem schnellen Geld machen, um den Tod zu finden: Er möchte und er wird sich totsaufen. Die äußeren Bedingungen, die die Liebschaft um Ben und Sera, einer Prostituierten, die, wie Ben, zu oft vom Leben enttäuscht wurde, vereinen, erklären Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod zur originären (Ausnahme-)Erfahrung: Selbstzerstörung, Todessehnsucht und, nicht zuletzt, Liebesfähigkeit flankieren sich kontinuierlich, was dem Film einerseits eine aufrichtige, naturalistische Schönheit verleiht, auf der anderen Seite aber mit einer in unausweichlicher Bitterkeit getränkten Konsequenz aufwartet, die beklemmt, verstört, paralysiert. Angesichts dieses Dualismus stellt sich ohnehin die Frage: Wann wurde Las Vegas zuletzt nicht von seinem ungezwungen-verführerischen Charme entkernt? Das farbenprächtige Mekka aller Glücksspieler jedenfalls hat erneut jedwede Attraktivität vertan.

Die immense Sogwirkung von Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod speist sich aber ganz eindeutig aus dem durch und durch aufopferungsvollen Schauspiel der beiden Hauptakteure: Während Elisabeth Shue als Engel mit schmutzigen Flügel dafür verantwortlich ist, dass Ben auf seinem Weg in den alkoholgetränkten Freitod ein wenig gefühlvolle Einkehr erfährt, ist es Nicolas Cage, der in der Rolle einer privat wie beruflich gescheiterten Seele die Performances seines Lebens abruft: Fiebrig, nervös, depressiv, keuchend und mit rotglühenden Augen lässt Cage als pathologischer Säufer, letzten Endes kaum mehr als der bleiche Schatten eines Menschen, merklich jeden einzelnen Knochen vom Suff durchdringen und vervollständigt das beeindruckende Psychogramm einer bemitleidenswerten Persönlichkeit, die krampfhaft den Tod sucht, obwohl sie die Liebe gefunden hat. Eine erschütternde Charakter-Studie, die in ihrem Schmerz und ihrer Poesie wohl ewig währt.

Fazit

Todessehnsucht, Selbstzerstörung und die unfassbaren Formen der Liebe: "Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod" bleibt ein Brett, dessen Konsequenz und Naturalismus auch nach dem zweiten Mal nichts von ihrer Wirkung einbüßt. Mike Figgis transzendiert den Liebesfilm und agiert dabei so einfühlsam, poetisch, wertungsfrei und aufrichtig, dass es gleichermaßen schmerzt wie beflügelt, dabei zuzusehen, wie sich zwei am Leben gescheiterten Seelen finden und gegenseitig ein wenig Frieden in ihren verkorksten Leben verschaffen. Und Nicolas Cage ist natürlich über jeden Zweifel erhaben: Eine unglaubliche Performance.

Autor: Pascal Reis

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