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Inhalt

Französischer Heist-Film aus dem Jahr 1970. Meisterdieb Corey kommt frisch aus dem Knast und beginnt gleich mit den Planungen für seinen nächsten Coup: Ein perfekt gesichertes Juwelengeschäft. Seine Komplizen sind der entflohene Häftling Vogel und der ehemalige Polizeischarfschütze Jansen. Während sie den Einbruch vorbereiten, ist ihnen bereits der Kommissar Mattei auf der Spur.
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Kritik

Er war eine auffällige Erscheinung, dieser Jean-Pierre Melville. Meist mit Sonnenbrille auf der Nase und Hut auf dem Kopf gehörte er zu den Regisseuren, die keine Lust mehr auf den Mief des europäischen Nachkriegskinos hatten und annektierte kurzerhand amerikanische Stilmittel im französischen Film. Wobei annektierte vielleicht das falsche Verb ist, denn Melville behielt sich immer etwas Eigenes. So oft er es auch versucht, den Franzosen in sich konnte er nie zähmen. Zum Glück.

Es sind genau diese, sich immer wieder verschiebenden und überlagernden Machtverhältnisse zwischen europäischem Arthouse- und amerikanischen Genre-Film, der die Werke von Melville zu zeitlosen und trotz ihrer oftmals eher einfachen Prämisse auch geistvollen Filmen macht, die längst zum gängigen, historischen Kanon des französischen Kinos gehören.

Mit „Vier im roten Kreis“ lieferte Melville vielleicht sogar seinen besten Film. Ein unterkühltes, von roher Nonchalantes durchzogenes Protokoll eines kriminellen Coups, der - ganz den Genre-Regeln entsprechend – gründlich in die Hose geht. Doch mehr noch als das, erweist sich der Kriminaldrama auch als Abhandlung über den Zufall und damit auch über das Schicksal. Eine klare Beobachtung von vier verschiedenen Männern, die nicht für alle Beteiligten gut enden wird. Daran lässt die erzeugte Stimmung des Films von Beginn an keinen Zweifel.

Inszenatorisch ist das fulminant und äußert kunstfertig umgesetzt. Die fast geräuschlose Einbruchsequenz, der Entzug von Scharfschütze Jansen (Yves Montand) oder die spannende Eröffnungssequenz im Zug. „Vier im roten Kreis“ ist das Werk eines Filmliebhabers, das merkt, bzw. sieht man in jeder einzelnen Einstellung. Kein Bild ist wahllos, kein Blick unüberlegt. Mag sein, dass die von Melville angestrebte amerikanische Coolness für heutige Verhältnisse etwas zu cheesy wirkt, innerhalb des Filmkosmos passt sie aber immer noch perfekt und ein Alain Delon kann niemals uncool sein.

Dem gehört letztlich auch der Film. Mit offener Verbitterung im Auge streift er durch Paris und steuert sich selbst ohne ein größeres Wimpernzucken in den Abgrund. Mag das Vertrauen auf eine bessere Zukunft doch immer irgendwo aufglühen, die Stimmung des Films und die Charakteristika seiner Figuren lassen Hoffnung niemals wirklich zu. Einzig Polizist Mattei (André Bourvil) bricht da aus, ist sogar die einzige Figur im Film, die Güte besitzt – die er während seiner Verbrecherjagd aber ausgiebig zurückzuhalten weiß. Wie grau die Welt von „Vier im roten Kreis“ ist, zeigt alleine die Einstellung von Matteis Vorgesetzten, der offen und reuelos seine Ansicht „Einmal Verbrecher, immer Verbrecher“ vorträgt und am Ende sogar das letzte Wort von Melville erhält.

Die sogenannten Verbrecher haben sich derweil damit arrangiert, dass es für sie scheinbar keinen anderen Weg gibt. Den ehemalige Bulle und Scharfschütze Jansen trieb das in die Sucht. Dass bei seinem Entzug neben Insekten und Eidechsen auch eine große Schlange unter sein Bett kriecht, wirkt da fast schon etwas zu biblisch: Der Sünder wird immer der Sünder bleiben. Vergebung ist so lange eine Illusion, bis man aufrichtig bereut. Doch das tut hier niemand. Im Prinzip ist „Vier im roten Kreis“ ein Werk das sich an Gerechtigkeit orientiert, weil Melville denen die nur nach Verdammnis streben genau diese nicht verwehrt.

Auch wenn wir als Zuschauer doch wünschen, dass am Ende die Hauptfigur reich und belehrt gen Sonnenuntergang reitet, so bleibt am Ende nicht mehr als feuchte Erde, leblose Körper und die Erkenntnis, dass das Schicksal vielleicht das größte Arschloch von allen ist.

Fazit

Französisches Arthouse-Kino trifft auf amerikanisches Genre. „Vier im roten Kreis“ bietet eine wunderbare Symbiose, die vor allem dank ihrer Bildsprache fasziniert, in der kalte Ästhetik auf eine vielleicht noch kältere Weltsicht trifft.

Autor: Sebastian Groß

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