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Cenk und seine Freunde waren schon immer ein wenig kleinkriminell. Wie alle Kleinstadtgangster träumen sie vom schnellen Geld, um rauszukommen aus dem grauen Alltag, dem unbedeutenden Leben. Cenk bekommt seine Chance im Kokain-Geschäft des „Babo“, der auf dem Markt bei weitem keine kleine Nummer mehr ist. Schnell zeigt sich Cenk mit der Verantwortung überfordert. Seine Freunde tun ihr Übriges, denken an sich selbst, leben nur in der Gegenwart. Die Rechnung haben sie aber leider ohne den Babo gemacht, der sein Geld will und einen Schuldigen sucht. Wie prekär die Lage werden kann, wird Cenk leider viel zu spät erst bewusst. Im Rausch und voller Panik trifft er eine Reihe von Entscheidungen, die nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr bringen …

Kritik

Mit der thematischen Ausrichtung sind Drogenfilme grundsätzlich eigentlich ein klar definiertes Genre. Dennoch gibt es dabei eine ganz schöne Fülle an Unterschieden. Werden Drogen als gut oder schlecht dargestellt? Geht es mehr um Konsum oder um Handel? Sind sie mehr ein Motor der Handlung oder selbst ihr zentraler Gegenstand? Wird der Rausch nur von außen betrachtet oder fließt er auf die Art der Darstellung ein? Ist er mehr subjektiv oder objektiv und dokumentarisch? Alles Fragen, die sich bei Koxa auch stellen lassen, die aber im Grunde keine Rolle spielen. Der Film erzählt nämlich keine Geschichte, trifft keine Aussage, untersucht nichts und zeigt nichts auf. Damit bleibt im Prinzip nur die quälend langwierig ausgeführte Darstellung von Klischees.

Wie unfokussiert der Film ist, zeigt sich nicht nur daran, dass eine Vielzahl von Szenen problemlos entfernt werden könnten, ohne dass sich für den Film irgend etwas ändern würde. Es existiert auch kein erzählerischer Schwerpunkt auf irgendeiner Figur. Während der Film mit Dealer Cenk beginnt, verliert er schnell an Bedeutung und taucht genauso wahllos wie irgendwelche Nebencharaktere wieder auf. Umgekehrt ist Memo die meiste Zeit über am Rande des Geschehens - bis er dann schließlich zur tragenden Figur der letzten zehn Minuten wird und er einen Schlussmonolog bekommt, der ziemlich aus dem Nichts kommt. Ein noch gravierender Schwachpunkt des Films ist aber die Art der Charaktere. Abgesehen von ihrem ständigen Drogenkonsum zeichnen sie sich nämlich durch rein gar nichts aus. Hier und da wird mal gesagt, "was" sie sind - ehemaliger Kindergärtner, Junkie, etc. - aber sie kriegen zu keinem Zeitpunkt eine richtige Persönlichkeit verliehen, was auch daran liegt, dass die Dialoge nur selten über "Wir nehmen jetzt Drogen" hinaus gehen. Letztlich fehlt den Figuren damit an dem Mindestmaß von Menschlichkeit, dass notwendig wäre, damit sich der Zuschauer für ihr Schicksal interessiert.

Auf formaler Ebene ist Koxa leider nicht besser: Da wird viel mit Kamerabewegung und Unschärfe gespielt, was für sich genommen schon ein legitimes Stilmittel ist. Richtig eingesetzt kann damit auch ruhigeren Szenen eine gewisse Dynamik und Unmittelbarkeit verliehen werden... Dafür braucht es aber auch ein gewisses Maß an Zurückhaltung. Wenn man sowas nämlich wie bei Koxa im Übermaß einsetzt, dann holt es einen ständig aus der Szene raus. Das Bild ist eigentlich durchgängig wackelig und gerade bei Aufnahmen, die etwas näher am Gegenstand sind, die Hälfte der Zeit unscharf. So kriegt man einfach das Gefühl, dass die Kamera von einem Filmstudenten bedient wurde, der sich auf dem halben Weg durch sein Studium in ein paar Funktionen seiner Kamera verliebt hat und glaubt, damit das Rad neu zu erfinden. Das ist nicht künstlerisch, sondern nervtötend.

Fazit

"Koxa" hat genau genommen keinen Plot jenseit von "Die Charaktere nehmen alle 20 Sekunden Drogen". Wenn diese Charaktere wenigstens ansatzweise ausgebaut oder sympathisch wären oder sie irgendeine Entwicklung durchmachen würden, könnte man die zusammenhangslosen Szenen noch als Milieustudie durchgehen lassen.  Tatsächlich ist der "Film" aber nur eine Ansammlung von mäßig gespielten und schlecht gefilmten Anekdoten ohne Pointe.

Autor: Sören Jonsson

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