{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Verfügbar auf

Sky ticket Netflix

Inhalt

Cameron Stuart leidet unter einer manischen Depression. Um seine Frau Maggie zurückzugewinnen, bietet er trotzdem an, auf die beiden Töchter aufzupassen, während sie die Wirtschaftshochschule besucht. Amelia und Faith sind zunächst wenig begeistert, von ihrem mal vollkommen überdrehten, mal aggressiven und mal völlig am Boden zerstörten Vater betreut zu werden. Doch je mehr Zeit die drei zusammen verbringen, desto stärker wachsen sie trotz seiner Stimmungsschwankungen wieder zu einer Familie zusammen.

  • Cda7qykbc64umbbj6jowthjyiqi
  • Saauzbuyoxbwcc3urvqaqmws9cp
  • J02egjvzsgds2qiwnp7wcb2yo6l
  • Y8jll3rihbeccrzc9hdf9lhvrmr
  • 4fdkbjfbujvs9rzyzccw4ah9eyj
  • Rt3phjldclbc4lixnlolqnx5uaz
  • 1u8ffncglck6afl1fhbohmrtung

Kritik

Filme über Krankheiten der Psyche sind immer so eine Sache. Keine Krankheit verläuft bei jedem gleich, eine Tatsache die viele Zuschauer gerne verdrängen. In diesem Falle ist die bipolare Störung der Hauptfigur dem Verhalten von Maya Forbes nachempfunden, sie führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Und während Zoe Saldana (hier mal weder grün noch blau und auf der Erde wohnend) als gestresste Ehefrau Maggie eine wundervolle Leistung liefert und gleichermaßen würdevoll und zurückhaltend spielt und die beiden Kinder Amelia (Imogene Wolodarsky) und Faith (Ashley Aufderheide) tolle Leistungen liefern ist „Infinitely Polar Bear“ doch in erster Linie die Show von Mark Ruffalo.

Und einen besseren Darsteller als Mark Ruffalo hätte man für diese Rolle vermutlich nicht kriegen können. Seine Leistung ist nicht nur konstant durch seine bisherige Karriere hinweg hochwertig, er schafft es auch seinen Figuren die dringend benötigte Spur von Menschlichkeit zu verpassen, die sie zugänglich machen. Hier kämpft er mit aller Kraft gegen ein Drehbuch an, welches seinen Figuren nicht gerade einen Gefallen tut. Zu vieles bleibt ungesagt, wird nur angerissen. Alles dient als Spiegel, an dem sich Cam (Ruffalo) abarbeiten kann. Potential ist allerdings durchaus vorhanden. So wird oft angedeutet dass er als Vater, der sich in Vollzeit um seine Kinder kümmert, an einer Störung leidet die „schlimmer“ ist als seine Bipolarität. Gleichsam kämpft Maggie gegen alle Vorurteile die einer Frau Ende der 70er begegnen, wenn sie einen gut bezahlten Job haben will (woran sich heute nicht immer unbedingt etwas geändert hat). Auch Unterschiede in der Wahrnehmung von Armut, basierend auf der Hautfarbe, werden angerissen, doch all diese Themen bleiben oberflächlich. Erst gegen Ende bricht zumindest der Konflikt der unfreiwillig alleinerziehenden Eltern an die Oberfläche.

So tendiert Ruffalo oftmals zum Overacting, doch seine Figur lässt beinahe nichts anderes zu. Cam ist eine faszinierende Figur und es ist großartig dass sich mit bipolarer Störung auf so engem und familiärem Raum befasst wird. Alles um ihn herum ist heruntergeschraubt um ihm die Möglichkeit geben zu glänzen, fast so als wüsste man das seine Darstellungskraft die vorhandenen Schwächen übertüncht, wenn man ihn den lässt. So stattet man der dysfunktionalen Familie episodenhafte Besuche ab, in denen jeder jeden und vor allem sich selbst terrorisiert. Die Kinder sind mit der Situation überfordert und reagieren entsprechend, die Mutter ist überfordert und Cam hängt dazwischen. Adäquate Hilfe für seine Verfassung gab es zu dieser Zeit nicht, und das Abtöten des Eigenen Ichs durch zu viel Lithium will er nicht miterleben. Ruffalo verkörpert hier eine gewisse Form der Hektik, und so dramatisch und ergreifend der Film an einigen Stellen auch ist: der Humor kommt nicht zu kurz. Sein erratisches und unvorhersehbares Verhalten sorgt für ein paar unerwartete Lacher an den gänzlich falschen Stellen. Eingestreut werden ein paar auf alt getrimmte Videoaufnahmen der Familie zwischen den einzelnen Episoden, vollständig unterlegt mit generischer Folk-Musik. Ein bisschen irritierend, aber irgendwie auch charmant. Womit man den Film dann auch in einem kurzen Satz beschrieben hätte. Vorwerfen könnte man ihm höchstens noch ein zu abruptes Ende, denn nach einer Weile hat man sich an diese Familie doch irgendwie gewöhnt und würde gerne mehr Zeit mit ihnen verbringen.

Fazit

"Infinitely Polar Bear" ist nicht nur ein wirres Wortspiel in Sachen Bipolarität. Er ist vor allem auch ein stellenweise absurd komischer, bisweilen aber auch zutiefst dramatischer Einblick in den innersten Kreis von Betroffenen, von Familien in denen jemand unter einer psychischen Krankheit leidet. Intim gefilmt und mit absolutem Fokus auf seinen Hauptdarsteller entpuppt er sich als kleines Juwel, welches zwar einige Schwächen vorweist, insgesamt aber dank Mark Ruffalo zu den Geheimtipps der letzten Monate gehört.

Autor: Sandra Scholz

Wird geladen...

×