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Eigentlich wollten die zwei Schwestern Lisa und Kate während ihres Mexiko-Urlaubs aus einem Käfig heraus Haie beobachten, doch die Expedition geht schief: Das Kabel, das den Beobachtungskäfig mit dem Boot verbindet, reißt plötzlich und der Käfig, in dem die beiden Frauen sich befinden, sinkt auf den Meeresgrund. Die beiden Schwestern müssen um ihr Überleben kämpfen, denn der Sauerstoff ist bald aufgebraucht. Doch wie sollen sie sicher die Wasseroberfläche erreichen, wenn der Ozean nur so vor Haien wimmelt?

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Kritik

Im vergangenen Jahr hat der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra (Non-Stop) bewiesen, dass mit Hai-Horror noch zu rechnen ist. Während das Ansehen dieser Art von Filmen in den Jahren zuvor extrem in Mitleidenschaft gezogen wurde, da nur noch überzogener, auf Massenabfertigung abzielender Trash produziert wurde, brachte Collet-Serra dem geschädigten Sub-Genre mit The Shallows - Gefahr aus der Tiefe die nötige Ernsthaftigkeit zurück. Der Thriller verfrachtete Blake Lively (Green Lantern) auf ein Surfbrett und setzte sie in einer Meeresbucht in Mexiko mitten auf hoher See aus, wo sie, von einem Hai umkreist, völlig auf sich allein gestellt um ihr Leben kämpfen musste. Dabei begriff der Regisseur das von Natur aus bedrohlich wirkende Tier endlich wieder als ernstzunehmende Urgewalt, in der sich die Furcht des Menschen vor den tödlichen Abgründen unterhalb der Wasseroberfläche widerspiegeln.

Auch Johannes Roberts (Roadkill) dient Mexiko als Kulisse für seinen Film 47 Meters Down, der ursprünglich als Direct-to-Video-Veröffentlichung geplant war und vermutlich aufgrund des finanziellen Erfolgs von The Shallows - Gefahr aus der Tiefe nachträglich doch noch einen internationalen Kinostart bekam. Der Regisseur inszeniert die an Amerika grenzende Bundesrepublik zunächst als paradiesisches Idyll, in dem die beiden Schwestern Lisa und Kate ihren Urlaub verbringen wollen. Neben einer Terrasse mit traumhaftem Ausblick, eisgekühlten Cocktails, ausgelassener Tanzmusik und gutaussehenden Männern wird die Stimmung zwischen den Schwestern allerdings frühzeitig getrübt. Lisa erfährt, dass ihr Freund die gemeinsame Beziehung beenden will, weil sie zu langweilig geworden ist. 

Um sich selbst zu beweisen, dass in ihr mehr steckt als ein langweiliges, frigides Mädchen, und sich ihrer Schwester anzugleichen, die sich durch einen extrovertierten Lebensstil sowie wechselnde Männerbekanntschaften auszeichnet, will Lisa zusammen mit Kate einen aufregenden Tauchgang unternehmen. Bei diesem werden beide mit Sauerstoffflaschen ausgestattet, in einen Käfig eingeschlossen und ins Meer herabgelassen, wobei sie hautnah auf Tuchfühlung mit Haien gehen können. Wenig überraschend verläuft dieses Abenteuer nicht wie geplant, denn schon nach kurzer Zeit gibt das Seil nach, das den Käfig hält, und lässt die Schwestern bis auf den Grund des Meeres stürzen. 

Die Kamera, die sich zuvor gemeinsam mit Lisa und Kate unter Wasser begeben hat, wird diese Perspektive beinahe den gesamten Rest des Films nicht mehr verlassen. Neben dem Käfig, in dem sich die Schwestern befinden und der sie nur durch Gitterstäbe von einem potentiellen Haiangriff trennt, wird der von vollständiger Stille durchzogene Meeresboden plötzlich selbst zum todbringenden Gefängnis. Auf kurzweilige 89 Minuten verdichtet, von denen gut 69 Minuten unter Wasser verbracht werden, verbindet Roberts die überwiegend unsichtbare Bedrohung durch die oftmals als Herrscher der Meere bezeichnete Tiere, Sauerstoffknappheit aufgrund begrenzter Kapazität und verzweifelte Versuche, eine Verbindung zu Rettungskräften aufzubauen, zu effektiven Spannungsmomenten.

Das teilweise mit CGI aufpolierte Szenario entwickelt sich für den Zuschauer in den besten Szenen zum schweißtreibenden Nägelkauer, bei dem das Schicksal der beiden Frauen oftmals wortwörtlich am seidenen Faden hängt und das Leben nur Sekunden vom Tod getrennt wird. Dass die Logik hierfür gelegentlich überstrapaziert wird und nicht jede Entwicklung einwandfrei nachvollziehbar ist, sind die Mängel, mit denen ein auf pure Zuspitzung ausgelegter Survival-Thriller wie 47 Meters Down oftmals begleitet wird. Mit beachtlicher Boshaftigkeit ist dafür der Schlussakt inszeniert, in dem der Regisseur das Geschehen noch einmal gehörig auf den Kopf stellt und kühn zwischen konsequenter Tragik und fieser Manipulation pendelt.

Fazit

Als kurzweiliger Survival-Thriller erweist sich „47 Meters Down“ als effektiv verdichtetes Werk, das die Perspektive gekonnt verengt und mit spannungsträchtigen Momenten aufwartet. Auch wenn Johannes Roberts nicht ohne die üblichen Logikfehler sowie kleinere Ungereimtheiten auskommt, von denen Filme dieser Art häufig begleitet werden, punktet der Regisseur vor allem gegen Ende nochmal mit einem fiesen Schlussakt, der das Szenario treffsicher abrundet.

Autor: Patrick Reinbott

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