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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein weiser älterer Mann tritt seine letzte Reise an und geht in den kolumbianischen Dschungel, um einen Ort zum Sterben zu finden. Doch die illegalen bewaffneten Gruppen, die das Gebiet kontrollieren, gefährden seinen friedlichen Übergang ins Reich der Toten.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Wie soll man in Frieden streben, wenn man sich ständig vor dem Tod hüten muss? Was nach einem amüsanten Aphorismus klingt, ist die Prämisse Santiago Lozano Álvarez zweiten Spielfilms. Dessen mystische Metaphorik und metaphysische Motive fügen sich in eine junge Tradition des lateinamerikanischen Kinos, die wie Natalia LopezRobe of Gems und Ariel Escalantes Domingo and the Mist, in denen die omnipräsente Gewalt sich in abstrahierter oder indirekter Form zeigt, aber dadurch umso nachhaltiger wirkt. 

Der Tod ist ständiger Begleiter der Bewohnenden des kolumbianischen Dorfs, von dem aus der gealterte Hauptcharakter (Jesús María Mina) seine Reise vom Diesseits ins Jenseits antritt. Es ist ein weiter Weg, auf körperlicher, zeitlicher und spiritueller Ebene, die sich in der magisch-realistischen Inszenierung immer dichter verweben. José de los Santos Sohn Plum-Pium (Julian Ramirez), der selbst dem bewaffneten Konflikt zum Opfer fiel, erscheint ihm und gebietet, José müsse fern seines Zuhauses und friedlich sterben.

Gezeichnet von Brutalität, Armut und Verfall, ist der Schauplatz um den desillusionierten Protagonisten ein buchstäbliches und sinnbildliches Inferno. Der Dschungel wird zu einer magischen Passage in ein Ahnenreich, mit dem José durch die von seinen versklavten Vorfahren überlieferten Sterberituale in besonderer Verbindung steht. Der Frieden, den er umgeben von bewaffneten Gruppen in diesem Dickicht aus individueller und kollektiver Erinnerung finden soll, ist auch ein seelischer und prospektiver; kein Vergeben und Vergessen, sondern Erinnern und Akzeptieren.

Fazit

Sind die beklemmenden Bilder einer verrohten Zivilisation einmal der satten, schillernden Grünpalette des Urwalds gewichen, verlangsamt sich der ruhige Erzähl-Fluss zu einem fast meditativen Zustand. Auf diesen bezieht sich der Titel, in dem Santiago Lozano Álvarez eine Umschreibung des Übergangs vom Leben zum Tod aus der Afro-Kolumbianischen Kultur aufgreift. Die transzendentale Schwere der bedachtsam gespielten Film-Fabel durchdringt die evokative Inszenierung. Mit ihrem Hauptcharakter verliert sie sich schließlich in ihrer Mythenwelt, irgendwo zwischen Eskapismus und Esoterik. 

Kritik: Lida Bach

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