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Inhalt

Hexenjäger Albino übt unter den Bewohnern eines namenlosen europäischen Staates im Spätmittelalter ein Terrorregime aus. Er wird durch Lord Cumberland, der ihn erwürgt, ersetzt. Cumberland ist noch schlimmer. Als sich sein Assistent, Grafensohn Christian, in das Bauernmädchen Vanessa verliebt, klagt Cumberland sie der Hexerei an. Christian holt sie aus dem Kerker. Vanessa wiegelt die Bauern auf. Christian landet im Kerker und fällt beim Sturm der Bauern auf das Schloss der Lynchjustiz zum Opfer, Cumberland kann entkommen.

Kritik

Schon zu Beginn von Hexen bis aufs Blut gequält beruft sich der Film auf wahre Begebenheit und behauptet, dass die folgenden 96 Minuten tatsächlich geschehene Fälle nachstellen würden. Eine Aussage, deren Wahrheitsgehalt man zwar weder widerlegen noch beweisen kann, an der man jedoch guten Gewissens begründet Zweifel hegen sollte. Als durch und durch dem Exploitationkino zugeschriebene Gewaltorgie geht es dem Werk nämlich in erster Linie um Folter und Mord, stumpfe Gewalt und reißerische Skandale also. Ähnlich wie bei anderen Genrefilmen erfüllt der Verweis auf Tatsachen somit seinen Zweck und lässt die Geschehnisse gebettet auf realen Ursprung direkt eine Nummer perfider und schockierender erscheinen, ungeachtet des Wahrheitsgehalts der zugrundeliegenden Aussage. Ein Prinzip, das auch den Film von Adrian Hoven (Der Mörder mit dem Scheidensaal) und Michael Armstrong (Screamtime) treffend beschreibt. Auf die Wirkung kommt es an, weniger auf das, was darunter gebettet liegt.

Hexen bis aufs Blut gequält beginnt also geradezu idyllisch, präsentiert prächtige Landschaften untermalt von schmeichelnden Klängen. Ein Eindruck der trügt, denn schnell kippt die lockere Stimmung und der simpel anmutende Plot nimmt Fahrt auf. Als simpel gestricktem Genrefilm ist es dem Werk dabei auch wenig an einer ausgeklügelten Handlung oder komplexen Figuren gelegen, sondern viel mehr am puren Exzess und der reinen Schockwirkung seiner expliziten Bilder. Passend dazu auch die Besetzung, denn mit Herbert Lom (The Sect) und Udo Kier (Die 120 Tage von Bottrop) nehmen zwei Größen zentrale Rollen ein, die wunderbar zur Eigenheit des Films passen. Klopft man Hexen bis aufs Blut gequält mit den gängigen Mitteln der Filmkritik ab, fällt das Ergebnis wenig rosig aus. Verständlich also, warum die zeitgenössische Kritik den Film als Schund abgetan und er angesichts seiner Härte kurz darauf auf dem Index gelandet ist. Mit einem etwas feineren Gespür für Genrekino und einem distanzierten Blick weiß der Film jedoch durchaus für situative Spannung und überzeugende Momente zu sorgen.

Darüber hinaus offenbart Hexen bis aufs Blut gequält durch seine voyeuristische Inszenierung und schmuddeligen Bilder durchaus kritische Tendenzen, welche die Thematik fast zwangsläufig mit sich bringt. Totalitäre Machtverhältnisse, einseitige Entscheidungsgewalt und die Institution der Kirche werden für die gezeigten Gräueltaten verantwortlich gemacht und letztlich auf ebenso bestialische Art gerichtet. Auge um Auge also, nur konsequent für einen derart expliziten Film, der seine Handlung in erster Linie als Füllmaterial zwischen den fiesen Foltereinlagen versteht und inszenatorisch die zur damaligen Zeit geltenden Möglichkeiten der Gewaltdarstellung auslotet. Auch dank seinem prägnanten Score kann Hexen bis aufs Blut gequält immer wieder mit Momenten aufwarten, die noch einige Stunden nach der Sichtung nachhallen, seine Schockwirkung allerdings nutzt sich schon innerhalb der kompakt gehaltenen Laufzeit ab.

Fazit

„Hexen bis aufs Blut gequält“ ist ein überaus gewalttätiges, schmuddelig inszeniertes und beinahe einmaliges Stück deutsches Genrekino. Vor einem traumhaften Alpenpanorama wird das fehlgeleitete Prinzip mittelalterlicher Hexenverfolgungen durchexerziert und zur voyeuristischen Gewaltorgie stilisiert. Angereichert mit einer romantisierten Liebesgeschichte offenbart das Werk stumpfe, aber nicht wirkungslose Schauwerte, bei der vor allem Genrefans der härteren Gangart auf ihre Kosten kommen dürften.

Autor: Dominic Hochholzer

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