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US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2002. Der Film basiert lose auf der Geschichte des italienischen Kreuzfahrtschiffes SS Andrea Doria, das 1956 sank. Pilot Jack Ferriman entdeckt vor der Küste Alaskas ein herrenloses Schiff. Er beauftragt ein Team mit dessen Bergung, doch das vermeintlich herrenlose, im Beringmeer treibende Schiff stellt sich als von bösen Geistern besetzt heraus.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Geisterschiffmythen gibt es so einige. Ob über die Mary Celeste oder die Lady Lovibond, Geschichten um herrenlos im Meer treibende Fracher und Passagierschiffe gehören zum unheimlichsten Seemannsgarn, das man sich nachts auf hoher See erzählen kann. Als Prämisse für einen Gruselfilm halten diese Mythen ebenfalls gut her, was sich 2002 auch Regisseur Steve Beck (13 Geister) dachte. Ein leeres Passgierschiff bietet nicht nur die für einen Gruselfilm essentielle Isolation, sondern verankert die Geschichte auch irgendwo in der Realität. Außerdem bietet das Set-Up eines hundert Jahre alten, leeren Schiffes mit all seinen Räumlichkeiten die Möglichkeit für eine Vielzahl visueller Spielereien und Angstmachern. Schade, dass Regisseur Beck in Ghost Ship keine davon nutzt.

Dabei fängt der Film noch einigermaßen interessant an. Die Eröffnungssequenz von Ghost Ship ist wohl direkt die berühmteste Szene des Films. In pinken Lettern erscheinen Titel, Cast und Crew, smoothe, italienische Musik gleitet über einer harmonischen Szenerie und nur wenige Momente später liegt ein Großteil der Schiffscrew in alle möglichen Gliedmaßen zerteilt auf dem Deck. Es sind Szenen wie diese in denen Ghost Ship so etwas wie ein Augenwzinkern, gepaart mit expliziten und wirksamen Goremomenten kreuzt und tatsächlich so etwas wie eine eigene Atmosphäre erschafft. Das gelingt dem Film allerdings so gut wie nie wieder. 

Nach dieser Eröffnung plätschert Ghost Ship nämlich nur noch so vor sich hin. Die flache, aber immerhin nette (weil sympathisch gespielte) Crew um Gabriel Byrne (Hereditary - Das Vermächtnis), Julianna Margulies (The Good Wife) und Karl Urban (Dredd) macht sich auf, das titelgebende Ghost Ship zu untersuchen und nach und nach den Geistern an Bord zum Opfer zu fallen. Und mag die erste Erforschung des Schiffes allein durch die unzähligen Gruselmöglichkeiten, die sich hier bieten, beim Zuschauer für Interesse sorgen, scheitert die Szenerie des Films massiv an Regisseur Becks Einfallsloisgkeit. Gerade der Mittelteil des Films, der sich ausnehmend mit dem Geisterschiff befasst, verkommt zum repititiven Schnarchfest voller Gruselklischees (die man zudem an einer Hand abzählen kann) und lahmen Fakeouts. Charakterentwicklung gibt es ebenso wenig wie schaurige Atmosphäre. Ghost Ship wirkt über weite Strecken so als hätten Beck und Co. in leeren Lagerhallen mit leeren Köpfen gefilmt. Da kommt so gar keine Stimmung auf. 

Wenn der Film dann (immerhin recht zügig) in seine finalen Momente schreiten, bietet Ghost Ship dem Zuschauer zumindest tonal eine kleine Herausforderung, an der sich nachvollziehbarerweise die Geister scheiden werden. Sich nach über einer Stunde Gähnfest nämlich plötzlichen auf einen Matrix-esquen Dämonenactioner einzulassen ist schon ganz schön viel verlangt. Immerhin macht Ghost Ship in diesem höchst veralteten Rahmen aber endlich mal wieder etwas Spaß. Sei es durch eine Rückblende samt Zeitlupe und düsterer Elektromukke oder Desmond Harringtons (Dexter) lächerliche Over-The-Top-Perfomance, gegen Ende entwickelt Ghost Ship immerhin einen eigenen Vibe, auch wenn dabei nie ganz klar ist, wie ernst sich dieser Film hier wirklich nimmt. Immerhin geht dem Film in diesen letzten überzogenen, schmalzigen An-den-Kopf-fass-Momenten endlich die Eintönigkeit ab. Dann ist es aber leider schon ein bisschen zu spät. 

Fazit

"Ghost Ship" ist so austauschbar wie der Name seines Regisseurs. Hätte sich der Film auf den zwar albern überzogenen, aber dennoch absurd unterhaltsamen Vibe der Eröffnung sowie des grotesken Finales verlassen, hätte aus dieser halbgaren Geisterbahnfahrt zumindest ein spaßiges Trash-Feuerwerk werden können. So ist "Ghost Ship", trotz symptahischem Cast, ein kreativfreies Machwerk, dass eine simple, wirksame Prämisse und ein viel versprechendes Setting durch Eintönigkeit im Klo runterspult. Die Eröffnung kann man sich ja auch bei YouTube angucken.

Autor: Thomas Söcker

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