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Nachdem eine beispiellose Serie von Naturkatastrophen die Erde bedroht hatte, kamen die Regierungschefs der Welt zusammen, um ein Netz von Satelliten zu schaffen, das das Weltklima überwacht und Sicherheit für alle garantiert. Doch nun ist etwas schiefgelaufen, und das System, das die Erde schützen sollte, greift diese an. In einem Wettlauf gegen die Zeit muss die wahre Bedrohung entdeckt werden, bevor ein weltweiter Geostorm alles ausradiert - und jeden.
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Kritik

Dass Blockbuster zeitaktuelle Themen aufgreifen und zu Unterhaltungszwecken benutzen sollte nichts Neues sein. Schließlich soll eine Situation geschaffen werden, mit der sich möglichst jeder identifizieren kann, die trotzdem möglichst unbedenkliche Unterhaltung bietet, weshalb die Themen so entfremdet werden, dass sie in ihrer eigentlichen Form nicht mehr im Zentrum der Betrachtungen stehen. So würde niemand über die in Avengers: Infinity War angesprochene Überbevölkerung, die in Pacific Rim 2: Uprising behandelte moderne Kriegstechnologie oder bei Geostorm über globale Erwärmung diskutieren. Der Zuschauer nimmt stillschweigend hin, dass die Darstellungen zu Unterhaltungszecken nicht realitätsgetreu sind. Während wir uns bei Avengers: Infinity War nicht weiter daran stören müssen, weil das Thema lediglich zur Exposition des Antagonisten dient, erscheint es bei den anderen beiden Beispielen bedenklicher. Das Sequel zu Pacific Rim ist aufgrund der Entmenschlichung und damit Entfremdung (im Sinne von emotionaler Distanz) des Geschehens ideologisch fragwürdig. Geostorm wirkt selbst dafür jedoch viel zu banal.

Viele haben den Film für sein gutes Aussehn gelobt. Natürlich darf man die intensive Arbeit an den visuellen Effekten nicht herunterspielen, aber dennoch zeichnet das keinen guten Film aus. Schließlich verjähren technische Effekte recht schnell: Filme, die heute visuell gut aussehen, sehen in vierzig Jahren vielleicht schon nicht mehr so gut aus. Dann zählen die Idee, die Inszenierung und das Drehbuch. Man kann und sollte den Film als visuell gelungen bezeichnen, sollte jedoch nicht dem Irrglauben erliegen, dass es sich deshalb um ein gelungenes Werk handele. Seine ideologische Banalität erkennt man daran, wie er sich der globalen Erwärmung annähert. Der Film begreift sehr richtig, dass es sich um einen globalen Problemkomplex handelt und versucht eine Kollaboration aller Nation zu konstruieren. Der gemeinsame Kampf wäre ein einfacher und interessanter Ansatz gewesen, der funktioniert hätte und gleichzeitig genug Raum für unbedenkliche Unterhaltung geboten hätte.

Stattdessen heroisiert der Film die USA und zieht aus der richtigen Erkenntnis die falsche Konsequenz. Darüber könnte man jedoch noch hinwegsehen, wirklich ärgerlich ist der große Bogen, den der Film um den eigentlichen Konflikt fährt. Er kreiert aus der auch für einen Blockbuster mit vielen Effekten recht ergiebigen thematischen Vorlage reine Science-Fiction. Die Entfremdung geht also soweit, dass uns die globale Erwärmung sehr weit entfernt scheint. Dem Thema wird der Realitätsanspruch genommen, was nicht nur problematisch, sondern unheimlich unnötig erscheint. Man hätte entweder direkt ein Science-Fiction-Abenteuer entwickeln können oder aber mit den Bedrohungen der globalen Erwärmungen arbeiten können. Hier hat man sich jedoch für eine gefährliche Mischung aus beidem entschieden, was auf so vielen Ebenen nicht funktioniert, denn Geostorm ist leider nicht einmal sonderlich unterhaltsam geworden.

Auch die Auflösung der Problematik, die wohl  wie etwas Subversives wirken soll, erscheint recht plump und gezwungen. Hier wird deutlich, dass man sich nicht einmal recht mit der Natur an sich auseinandergesetzt hat. Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, das ein recht einseitig erträgliches zu sein scheint, wird gar nicht behandelt. Dabei wäre das sogar eine recht einfache Abhandlung, die in zahlreichen Filmen wie Avatar oder 2012 bereits stattgefunden hat. Geostorm hat demzufolge nichts zu bieten außer jede Menge schön aussehender Effekte und eine klischeehafte Helden- Story wie wir sie aus Blockbustern kennen und das obwohl die globale Erwärmung neben der wachsenden sozialen Ungleichheit das wohl größte Problem unserer Zeit darstellt, dem man sich zumindest oberflächlich kritisch hätte annähern können. 


Fazit

„Geostorm“ hat kein Verständnis für den Konflikt, den er zu beobachten versucht, nimmt ihm jegliche Ernsthaftigkeit und ist dabei nicht einmal sonderlich unterhaltsam. Auch die kompetente visuelle Umsetzung kann ihn nicht vor der eigenen Banalität retten.

Autor: Maximilian Knade

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