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Ex-Rennfahrer Kowalski will es noch einmal wissen. Der Autoüberführer nimmt eine Wette an - er soll einen frisierten Dodge Challenger von Denver nach San Francisco bringen, wofür er 15 Stunden Zeit hat. Während die Polizei immer neue Straßensperren errichtet, fiebert die ganze Nation mit dem rasenden Outlaw mit.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die Frage ist nicht, wann Kowalski (Barry Newman, Petrocelli) zum Halten kommt, sondern nur, wer ihn zum Halten bringt. Allein darum geht es in Fluchtpunkt San Francisco, diesem unverwüstlichen Klassiker des frühen 1970er Jahre Kinos von Richard C. Sarafian (Ein Mann in der Wildnis). Kowalski nämlich muss einen Dogde Challender R/T von Denver nach San Francisco überführen. 2000 Kilometer in weniger als 15 Stunden, gewappnet mit einem Muscle Car, welches 400 Pferdestärken unter der Haube trägt und den Motor unaufhörlich röhren lässt. Was wie ein simpel gestricktes Road Movie anmuten mag, in dem der alle Sinne beflügelnde Rausch der Geschwindigkeit zum obersten Gebot erhoben wird, ist in Wahrheit viel mehr: Das durchgetretene Gaspedal mag das inszenatorische Tempo vorgeben, erzählerisch aber dringt man weitaus tiefer.

Fluchtpunkt San Francisco nämlich versteht sich als eine Abrechnung mit den illusionären Verheißungen des amerikanischen Traums. Kowalski, der für sein Land bereits in Vietnam war und anschließend unehrenhaft aus dem Polizeidienst entlassen wurde, weil er eine junge Frau vor einem übergriffigen Kollegen beschützt hat, ist einer von den Menschen, denen keine Uniform passen. Die sich institutionellen Regelungen nicht unterwerfen können und deswegen irgendwann für sich entschlossen haben, nur noch die Flucht nach vorne zu ergreifen. Als Rennfahrer hat einen Weg für sich gefunden, Freiheit zu erlangen: Hinter dem Steuer eines bebenden Boliden. Um Auszeichnungen und Anerkennungen ging es ihn dabei nie, es ging ihm allein darum, die Richtung selber bestimmen zu können, in die er sich bewegen möchte – mit aller Kraft entgegen politischer und staatlicher Doktrin.

Und so rast Kowalski blitzartig durch die ewigen Weiten der Wüsten-Landschaften, zieht alsbald die Aufmerksamkeit der Bullerei auf sich und findet in dem blinden Radiomoderator Super Soul (Cleavon Little, Der wilde wilde Westen) einen Unterstützer und Navigator, der ihn als das erkennt, was er wirklich ist: Der womöglich letzte Held, den dieses Land hervorbringen wird. Das nationale Klima versinkt in Verunsicherung und Wut; der Umbruch vom Umbruch scheint keine neue Hoffnung freizulegen, sondern jeden Restfunken Identität und Bewusstsein zu ersticken. Diese automobile Hetzjagd, die Fluchtpunkt San Francisco über die Mattscheibe bersten lässt, ist Philsophie, Protest und Rebellion auf vier Rädern und mit jeder Menge Amphetaminen im Blut. Eine gleichermaßen adrenalingeladene wie melancholische Kriegserklärung, heraufbeschworen aus den ausgebrannten Autowracks, auf denen mit weißen Lettern Love & Peace geschrieben steht.

Fazit

"Fluchtpunkt San Francisco" ist ein wahrer Klassiker des 1970er Jahre Kinos. Nicht nur funktioniert der Film von Richard C. Sarafian als adrenalingeladenes Road Movie, sondern versteht sich gleichermaßen als so zynische wie melancholische Abrechnung mit dem amerikanischen Traum. Ein Kind seiner Zeit, natürlich, aber der unbändige Drang nach Freiheit entfaltet sich auch heute noch auf beeindruckende Art und Weise.

Autor: Pascal Reis

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