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Es gab mal eine Zeit, da konnte Rocky sie alle haben. Er spielte französische Chansons und die Frauen schmolzen dahin. Das ist zwar längst vorbei, aber als Thorben vor seiner Tür steht, wird er noch einmal herausgefordert. Der junge Mann, der behauptet sein Sohn zu sein, weiß nicht, wie man Frauen flachlegt und Rocky soll es ihm beibringen. So gehen sie auf die Jagd: Junge, schöne Frauen sollen es sein... die nur auf sie gewartet haben.

Kritik

Nach der eher spärlichen Begeisterung innerhalb der deutschen Festivallandschaft, konnte die gesellschaftskritische Komödie Fikkefuchs jüngst durch seine Werbekampagne auf sich aufmerksam machen. Das eigentlich recht harmlose Plakat sorgte in Kombination mit etwas nackter Haut und ein paar anrüchigen Begriffen schnell zu einem kleinen Skandal, der wohl mehr über die anhaltende Prüderie einiger Mitmenschen als über den Film selbst aussagt. Dennoch liefert das Werk von Jan Henrik Stahlberg (Short Cut to Hollywood) damit genug Potential für einige reißerische Überschriften, bevor im Diskurs dann das gefährliche Minenfeld geschlechtlicher Stereotypen und gängiger Rollenklischees beschritten wird. Ein wichtiges, aber nichtsdestotrotz mittlerweile furchtbar müßiges Thema, dessen Aufregung Fikkefuchs kaum gerecht wird, denn abseits von oberflächlichen Reizen verpasst es der Film der Auseinandersetzung wirklich gerecht zu werden.

Fikkefuchs ist irgendwo zwischen Satire, Ekel-Komödie und schwarzhumoriger Groteske angesiedelt, wobei manche Aspekte deutlich besser funktionieren als andere. Die Geschichte um den ehemals größten Stecher von Wuppertal (ein selbstgegebener Titel, versteht sich), seinen sozial inkompetenten Sohn und die gemeinsame Jagd nach jungen, gutaussehenden Frauen (nicht sonderlich erfolgreich, versteht sich abermals) hantiert mit jeder Menge Klischees und zieht aus der männlichen Krise der beiden fehlgeleiteten Männer seine komödiantischen Stärken. Gerade dieser humoristische Teil weiß über weite Strecken des Films wirklich zu überzeugen, obgleich Fikkefuchs das peinliche Unvermögen seiner Hauptakteure natürlich reichlich reißerisch ausschlachtet. Dank reichlich Zynismus bleibt die Fremdscham jedoch im erträglichen Rahmen und im Gegensatz zu vielen anderen Komödien Marke Geschlechterkampf geht der Film oftmals auch dahin, wo es wirklich wehtut.

Als gesellschaftskritische Satire scheitert Fikkefuchs leider gerade deshalb. Die herrlich amüsante Überzeichnung ist dermaßen allgegenwärtig, dass der notwendige Bezug zur Wirklichkeit ausbleibt. Selbst der eingebildetste Macho kann die vom Film geäußerte Kritik mühelos weglachen, weil Stahlbergs Figuren viel zu gekünstelt wirken, um als Identifikation für den Zuschauer zu fungieren. So adressiert der Film zwar dringliche Problemfelder und arbeitet die männliche Krise interessant auf, müht sich aber vergebens daran, das Lachen darüber hinaus auch einmal im Hals des Betrachters steckenbleiben zu lassen. Letztlich lässt Fikkefuchs seine Zuschauer lediglich über gesellschaftliche Außenseiter spotten, schafft es aber nicht ihnen den Spiegel vorzuhalten und dadurch seinem Thema die nötige Dringlichkeit zu verleihen.

Fazit

Als schwarzhumorige Satire artikuliert sich „Fikkefuchs“ in erster Linie durch seinen deftigen Humor, der gemischt mit einer kräftigen Portion Fremdscham für einige gelungene Spitzen Richtung männliches Geschlecht sorgt. Leider verpasst es der Film von Jan Henrik Stahlberg gesellschaftlich wirklich relevant zu sein, weil er sich lediglich über das fehlgeleitete Machotum einiger Außenseiter auslässt und in seiner Überspitztheit jegliches Potential als Projektionsfläche der Realität vermissen lässt.

Autor: Dominic Hochholzer

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