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Eine Kopie, eine Kopie, eine Kopie... Die Hauptperson ohne Namen (Edward Norton) lebt ein Leben für seinen verhassten Job und den IKEA-Nestbautrieb, leidet aber an Schlaflosigkeit und hilft sich dagegen durch Besuche bei Selbsthilfegruppen. Als er den dubiosen Seifenverkäufer Tyler Durden (Brad Pitt) kennenlernt und danach seine Wohnung zerstört wird, fragt er Tyler um Hilfe, was sein Leben für immer verändern wird. Aus reiner Neugier beginnen die beiden eine Prügelei hinter einer Kneipe, und schon bald gibt es weitere Interessenten, was die Gründung des "Fight Club" zur Folge hat. Und alles nur wegen dieser Elendstouristin Marla (Helena Bonham Carter)...
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Kritik

Es ist nicht zu leugnen, dass sich an "Fight Club" die Geister schieden, als dieser 1999 in den Kinos anlief. Sich weder dem Mainstream oder europäischem Ensemblekino bekennend bewegt sich Finchers Film irgendwo dazwischen, auch in seiner Erzählweise und noch vordergründiger in seinen kritischen Elementen. Dennoch bezieht er klar Stellung und sieht weder die eine noch die andere Lebensweise als endgültige Lösung an. Er stellt lediglich zwei Extreme gegeneinander, handelt beide nacheinander ab und lässt sie zum finalen Kampf antreten. Dass die Gesellschaftsgroteske jedoch als "faschistoid" abgestempelt würde, war dann doch starker Tobak.

Da wäre zuerst das, was unsere Hauptfigur verkörpert. Er ist zwar kein Familienmensch, aber die moderne Art des Selfmade-Yuppies, der sich durch seine Arbeit und die Möbel definiert, die er ironischerweise auf dem Klo sitzend bestellt. Doch natürlich fällt schnell auf, dass das nicht die Erfüllung dessen sein kann, wie man sich als gestandener Erwachsener sein Leben vorstellt, immerhin leidet er eben an dieser zermürbenden Schlaflosigkeit. Da tritt Tyler Durden auf den Plan, der sogleich erst mit leichten Aussagen das Leben des Protagonisten anzweifelt, um dann später "sein Weltbild umzukrempeln". Dabei sehen sich der Film und die Vorlage von Chuck Palahniuk nicht als Weltverbesserer, sondern schon mehr als Wachmacher. Wenn du lebst, als würdest du in deiner Selbstkontrolle und dem Konsumwahn scheinbar untergehen, dann probiere dich doch auch in der Anarchie, um festzustellen, dass du dich viel freier fühlen wirst. Doch wie gesagt: dieses alternative Weltbild wird nicht als die Lösung aller Probleme hingestellt, letztlich kämpfen beide doch noch um die Herrschaft.

Soziophobischer als "Fight Club" kann eigentlich kein Film gewesen sein. Die wichtigsten Aussagen brennen sich geradezu in des Zuschauers Hirn hinein, was zwar nicht den erzkonservativen Verfechter von Ordnung und Anstand anspricht, sondern eher diejenigen, die in ihrer Sinnsuche moderne und urbane Egozentrik als abstoßend empfinden dürften. Was die Geschichte dabei als Gegenlösung anbietet, wirkt dabei für den normal aufgestellten Bürger übertrieben, grotesk oder einfach nur albern bzw. abstoßend. Als die Story Gefahr läuft, den absoluten Opportunismus als Lebensalternative hochzupushen, setzt der äußerst überraschende Twist zur Vollbremsung an und hinterfragt sich letztlich doch selbst. Somit ist "Fight Club" keine Absolution, sondern nur der gut gemeinte Rat eines sympathischen Dorfpriesters, der mit harschen Worten Alternativen aufzeigt. Immerhin lässt er einen ideologischen Scherbenhaufen zurück, den man mal nicht an einem Nachmittag mit dem Besen weggekehrt hat - man hat also auch etwas zum Nachdenken parat, was die Fangemeinde gerne aufgenommen hat.

David Fincher hat sich auch nicht in der Illusion verloren, dass sein Film etwas sein will, das er nie erreichen könnte. Doch ist gerade das Grund genug, sich anhand des Gezeigten gesellschaftsspezifische Fragen zu stellen. Mit seinem Gespür für Tempo, Timing und Inszenierung schafft es Fincher, die vielen Aspekte in ein komplexes Mosaik zu setzen. So treibt sich die Story von einem Ort zum anderen, von einer Aussage zur anderen und wirkt im Überblick geradezu chaotisch. Dennoch kann man der Geschichte kontinuierlich folgen, bekommt noch einige Überraschungen serviert, die man beim Filmemachen so nicht kannte und benutzt gar die Technik, um storyrelevante Aussagen zu unterstützen - man denke an die suggestiven Einblender des Tyler Durden, oder dass die Filmrolle kurz aus der Spur läuft. Damit ist dem Regisseur ein Kniff gelungen, der wortwörtlich den Rahmen klassischer Machart sprengte.

Um das entsprechend auf die Figuren zu übertragen, brauchte es einen passenden Cast, und "Fight Club" trifft hier wie die Faust auf´s Auge. Auch wenn "Schönling" Brad Pitt mit durchtrainiertem Body in der "Arena" posiert, wirkt er wie der Rohentwurf eines kämpferischen Vorzeigepunks, Edward Norton hingegen wie das Abbild des 08/15-Normalos, dem man nie und nimmer abnimmt, ein Rebell zu sein. Natürlich muss auch Helena Bonham Carter eine Erwähnung zuteil werden, die in ihrer Wandlungsfähigkeit als Schauspielerin hier wieder alle Register zieht. Damit ist noch lange nicht Schluss mit den Lobeshymnen, denn so wunderbar "beschissen blond" kann nur Jared Leto daherkommen oder Rocklegende Meat Loaf Brüste ansetzen. Da möchte man geradezu im Antlitz versinken und sich darin die Augen ausheulen.

Bleibt noch erwähnenswert, dass der Einsatz der CGI-Technik meist reale Züge annahm. Wie etwa die Introsequenz, die in berauschender Weise von Nervenknoten im Gehirn auf die Pistole fährt, die dem Protagonisten gerade in den Mund gesteckt wird, ist schon früh der Beweis, mit welchen Alternativen versucht wurde, zu arbeiten - bildhaft, bedeutend und imposant. Auch weitere Kamerakapriolen machen da Spaß, sei es mal hinter einen Kühlschrank zu blicken oder die Figuren in Sexstellungen zu umrunden.

Fazit

Mit "Fight Club" ist David Fincher ein absoluter Kultfilm und moderner Klassiker gelungen, der ebenso innovativ inszeniert wurde wie formell beeindruckt. Der Film nimmt die Aussagen aus Chuck Palahniuks Buchvorlage geschickt auf und verstärkt sie durch die bildhafte Visualisierung, ohne sich jedoch in seinen Ambitionen zu erschlagen. Mit den aufopferungsvollen Performances des Casts wirkt der Streifen wie eine Achterbahnfahrt moderner Gefühlsstrukturen, prangert diese an, politisiert sie, ohne jedoch den Finger zu heben. Letztlich weiß doch niemand, was gut für uns Menschen ist. Ein Film, der dir den Zynismus mit Karacho ins Gesicht rammt.

Autor: Sascha Wuttke

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