{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Inhalt

1763 wird die Engländerin Abby Hale in England unschuldig verurteilt und zur Sklaverei in die amerikanischen Kolonien deportiert. Der heldenhafte Kapitän Holden rettet sie dort vor Sklaverei und Marterpfahl, indem er sie freikauft und ihr so wieder zur Freiheit verhilft. Kurz darauf gerät sie jedoch in die Hände der Seneca-Indianer, die auf dem Kriegspfad sind, da sie die Weißen aus ihrem Land verjagen wollen.

  • Ken7vvtnwjualxjpsnxvoglfvov
  • X6kuz68yiuvarphqtkynqtp5ftr
Quelle: themoviedb.com

Kritik

Der Siebenjährige Krieg, der sich von 1756 bis 1763 erstreckte, war eine ausschlaggebende militärische Auseinandersetzung, deren Ende mit dem Pariser Frieden darüber entscheiden sollte, wie sich die Vereinigten Staaten in Zukunft weiterentwickeln werden. Gerade der in diesem inbegriffene French and Indian War, in dem die Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich aufeinanderstießen und die jeweilige Unterstützung indianischer Verbündeter dazu nutzten, um geo- und machtpolitische Verhältnisse für sich in die Wege zu leiten, ist sicher eines der interessantesten und wichtigsten Kapitel der amerikanischen Geschichte. Mit Die Unbesiegten aus dem Jahre 1947 widmet sich Cecil B. DeMille (Piraten im Karibischen Meer) genau diesem historischen Abschnitt. Und wer sich mit dem Schaffen von Ehrenoscar-Gewinner DeMille bereits vertraut gemacht hat, der weiß, dass es ihm nicht um geschichtliche Akkuratesse geht.

Der Name Cecil B. DeMille steht vielmehr für Spektakel, für filmische Großereignisse, Filmhistoriker führen ihn nicht umsonst als geistigen Urvater des heutigen Blockbusterkinos an. DeMille investierte seine (für damalige Umstände) üppigen Budgets in Filme, die sich vor allem damit "begnügten", reinrassige Zuschauerbefriedigung zu betreiben. Hier durfte man in seiner Komfortzone zwar eskapistisch staunen, auf intellektueller Ebene aber waren Filme wie Die Zehn Gebote oder Die größte Schau der Welt kaum stimulierend oder herausfordernd. Dafür aber agierte DeMille am technischen Puls der Zeit, seine Werke sollten sich in Sachen Effekten und produktionstechnischen Aufwand als stilprägend erweisen – und sind damit dann eben doch pure Kinofaszination, die immer wieder ein Millionenpublikum für sich begeistern konnte. Und dieses Vergnügen kann sich auch heute noch bis zu einem gewissen Grad bestätigen.

Denn zweifelsohne macht sich Die Unbesiegten auf formaler Höhe als farbenfroher, zutiefst versiert gestalteter Historienfilm verdient, dessen Bildkompositionen von Ray Rennahan (der beispielsweise auch Das Fort der mutigen Frauen fotografiert hat) mit überzeitlicher Erhabenheit arrangiert scheinen. Dass das zweieinhalbstündige Epos über seine Laufzeit aber schlicht zu wenig bietet, als dass dem Zuschauer allein die Oberflächenreize genügen würden, wird ersichtlich, wenn DeMille sich nicht mehr um zeitgeschichtliche Zusammenhänge kümmert, sondern vielmehr den Siegeszug des weißen Pioniers in einer oftmals pomadig erzählten Heldengeschichte verwebt, die Hollywood-Größe Gary Cooper (12 Uhr mittags) als Hauptmann Holden mit der konkurrenzlosen Ehrenhaftigkeit ausstattet, die es braucht, um eine Frau wie Paulette Goddard (Der Große Diktator) für sich zu gewinnen.

Dabei ist es die Exposition, unterstützt vom Voice OverCoopers, die noch auf den Preis verweist, den die Pioniere und Siedler dafür zuzahlen hatten, die Grenzen der Freiheit im Westen immer ein Stück weiter vorverlegt zu haben. Diese Freiheit nämlich wurde auf den Leichen unzähliger Ureinwohner errichtet, die in Die Unbesiegten vor allem als wilde, unterbelichtete Rothäute in Erscheinung treten, die sich schon durch die springende Nadel eines Kompass an der Nase herumführen lassen. Ohnehin ist es die omnipräsente Naivität, die sauer aufstoßen lässt, bringt DeMille den Indianer doch nicht im geringsten Mitgefühl dafür entgegen, dass ihnen in jahrelangen Kriegen die Heimat entrissen wurde. Selbstverständlich ist der Pelzhändler, die sich auf ein Geschäft mit den indigenen Stämmen Nordamerikas einlässt, ein Feind der Entwicklung, den es auszuschalten gilt, damit das finale Bild, ein leidenschaftlicher Kuss zwischen Gary Cooper und Paulette Goddard, auch richtig verqueres Gewicht erlangt.

Fazit

Handwerklich herausragend arrangierter Historienfilm von Blockbuster-Urvater Cecil B. DeMille, inhaltlich aber zu kurzsichtig, eindimensional und verständnislos gegenüber dem Unmut der amerikanischen Einwohner. "Die Unbesiegten" ist ein Kind seiner Zeit – und hat in diesem Fall  in der Gegenwart kaum noch Daseinsberechtigung.

Autor: Pascal Reis

Wird geladen...

×