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Missy, die Tochter von Mack Allen Phillip, wurde entführt und höchstwahrscheinlich umgebracht. Eines Tages erhält der trauernde Vater einen Brief, allem Anschein nach von Gott höchstpersönlich, in dem er dazu eingeladen wird, zu der Hütte zurückzukehren, in der Missy ermordet worden sein soll. Nach anfänglichem zögern, begibt sich Mack doch zu der Hütte, wo er eine lebensverändernde Erfahrung macht.
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Kritik

Eigentlich ist es ein netter Gedanke, dass ein Vater als Weihnachtsgeschenk für seine sechs Kinder ein Buch schreibt. Blöd ist es allerdings, wenn dieser Vater im Buch nicht nur eigene Erfahrungen mit Missbrauch, Leid und seinem Leben als Missionarskind einbaut, sondern dieses auch noch in kitschiger, widerlicher, pseudoreligiöser Propaganda verpackt. So geschehen im Fall von William Paul Young. Was war die Folge? Das Buch wurde nach Anraten seitens seiner Familie und Freunde veröffentlicht und trotz Kritik von Theologen und Literaten weltweit ein riesiger Erfolg. Kein Wunder also, dass auf das Fifty Shades of Grey der religiösen Bücher nun auch noch ein Film folgt, der den Kitsch, das Melodrama und die fragwürdigen Aussagen des Buches noch auf die Spitze treibt.

Doch gehen wir mal einen Schritt zurück und schauen uns die Geschichte im Kern des ganzen an. Mackenzie "Mack" Phillips (Sam Worthington) führt mit seiner Frau Nan (Radha Mitchell) und seinen drei Kindern ein glückliches Leben. Nachdem jedoch seine jüngste Tochter Missy (Amelie Eve) während eines Campingausflugs spurlos verschwindet und wenig später ihr blutverschmiertes Kleid in einer abgelegenen Hütte gefunden wird, gerät das Leben von Mack aus den Fugen. Als ihn eine mysteriöse Nachricht von "Papa" (in seiner Familie der Kosename für Gott) erreicht, der ihn zur abgelegenen Hütte einlädt, beschließt er nach langem hin und her der Einladung zu folgen. Dort angekommen trifft er auf drei Fremde, die ihm helfen wollen zu verstehen, zu seinem Glauben zurückzufinden und zum Schluss gar dem Mörder seiner Tochter zu verzeihen.

Ohne zu viel zu verraten – denn das wird im Film recht schnell klar – handelt es sich bei diesen drei Fremden um Gott (Octavia Spencer), Jesus (Aviv Alush) und den heiligen Geist (Sumire). Im Verlauf des Films sehen wir also wie Sam Worthington mit Gott Teig knetet, mit Jesus freudig übers Wasser läuft und mit dem heiligen Geist Unkraut jätet, um den schmerzhaften Verlust seiner Tochter zu verkraften. Nebenbei wird ihm die schlimmstmögliche Glückskeks-Philosophie an den Kopf geworfen, die als Motivation reichen muss, um dem Mörder seiner Tochter zu verzeihen. Warum soll er ihm verzeihen? Nun ja, weil Gott das eben so will. Eigentlich liegen dem Film recht interessante Fragen über die Rolle Gottes im Leben der Christen zugrunde. Anstatt diese aber zu erforschen, gibt der Film uns einfach platte Antworten, die wir dann schlucken müssen. Er traut seinen Zuschauern nichts, aber auch gar nichts zu. So wird selbst am Ende die Frage, ob alles gesehene nun in Wirklichkeit oder nur in seiner Vorstellungskraft passiert ist, vom Protagonisten in einem schmalzigen Voice-over beantwortet. Während in vielen Filmen dieser Art die Drehbücher vor Kitsch nur so triefen, ist das Drehbuch von Die Hütte damit überflutet worden. Drehbuchautor John Fucso (Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny) ist deswegen aber keineswegs ein dummer Mann. Im Gegenteil, er weiß genau was das Zielpublikum von diesem Film will und gibt es ihm. Warum sollte ihn die Qualität des Drehbuchs auch interessieren, wenn der Film massig Geld einspielt?

Auch durch die Schauspieler wird das ganze eher ab- als aufgewertet. Sam Worthington als emotionales Zentrum des Films zu besetzen zeugt von großem Desinteresse seitens des Castings. Der Mann, der als Computergeneriertes Wesen in Avatar mehr überzeugte, als in seiner menschlichen Gestalt, flüstert sich mit der emotionalen Bandbreite eines Baumstumpfs durch den Film. Selbst Regisseur Stuart Hazeldine scheint das gemerkt zu haben und blendet Worthington während der emotionalsten Szene des Films einfach mal aus. Für Octavia Spencer ist Die Hütte der Film, für den man ihr den Oscar wieder aus den Händen reißen möchte. In Oprah Winfrey Manier beschießt sie Worthington mit pseudophilosophischen Phrasen, die sich teilweise so dumm anhören, dass sie sie offensichtlich selbst nicht glaubt. Trotz unbemühtem Spiel seitens des gesamten Casts, werden sie alle dem Kitsch des Drehbuchs gerecht, bringen ihn teilweise gar auf eine neue Ebene. Wären hier talentierte Menschen involviert, dann würde einem das sicher übel aufstoßen, so kann man sich immerhin freuen, dass die Schauspieler des Films überhaupt einen Job haben.

Am Schluss stellt sich die Frage, wen dieser Film überhaupt erreichen will? Die Antwort darauf ist recht simpel. Er richtet sich an Hobby-Christen, deren einziger Kontakt zu Gott im Gebet für eine gute Note in der anstehenden Klausur oder für gutes Wetter bei der nächsten Geburtstagsfeier besteht. Überzeugte Christen werden mit diesem von Theologen vielfach kritisierten, unbiblischen Nonsens genauso wenig anfangen können, wie Leute die sich einfach einen guten Film erwarten. Eltern die ein ähnlich schlimmes Schicksal erleiden mussten wie unser Protagonist, werden von den Antworten dieses Films nicht nur unbefriedigt, sondern angewidert und erzürnt zurückgelassen.

Fazit

Wolltet ihr schon immer sehen, wie Sam Worthington mit Gott Teig knetet, mit Jesus freudig übers Wasser läuft und mit dem heiligen Geist Unkraut jätet um dem Mörder seiner Tochter zu verzeihen? Dann ist "Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott" genau euer Ding.  Sind euch allerdings vor Kitsch triefende Dialoge, hölzernes Schauspiel und eine Story so emotionslos wie Nicole Kidmans mit Botox vollgespritztes Gesicht zuwider, dann macht einen großen Bogen um dieses pseudoreligiöse Machwerk.

Autor: Tobias Bangemann

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