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Getrennt von der kommunistischen Mutter und um ihren verstorbenen Bruder trauernd, wird die 9-jährige Liesel Meminger (Sophie Nélisse) 1938 inmitten der Herrschaft der Nationalsozialisten der Pflegefamilie Hans (Geoffrey Rush) und Rosa (Emily Watson) Hubermann übergeben. Dort lernt sie das Lesen und Lieben von Büchern, bis eines Tages der Jude Max (Ben Schnetzer) in Hubermanns Keller Unterschlupf findet. Durch ihn erfährt Liesel, dass Bücher mehr sind als nur aneinander gereihte Worte, und als Max schwer erkrankt, bricht sie gar in das Haus des Bürgermeisters ein, um an dessen reichhaltige Bibliothek zu gelangen...
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Kritik

Der Tod kann so liebevoll sein, wenn er will. Zumindest wenn es nach dem deutsch-australischen Schriftsteller Markus Zusak geht, der ihm als Erzähler eine freundlich-gutwillige Note verlieh. Niemand sah den Tod und das Leben so nahe beieinander, und doch hat er immer noch ein paar schöne Worte für uns Menschen übrig.

So gediegen steigt auch die Buchverfilmung des 2005 herausgegebenen Jugendbuches "Die Bücherdiebin" ein, das weltweit von der Kritikergemeinde gefeiert und vielfach ausgezeichnet wurde. Mit dem Dahinscheiden beginnt auch eine herzerwärmende wie dramatische Geschichte in den Wirren des Zweiten Weltkrieges, als Liesel ihrer ursprünglichen Familie entrissen wird und bei einer Pflegefamilie einquartiert wird. So taut sie nur langsam von ihrer Trauerstarre auf und lernt durch ihren gutmeinenden Pflegevater das Lesen. Dadurch gewinnt die Geschichte an Fahrt, was man von den ersten Spielminuten leider nicht ganz behaupten kann. In der anfänglichen Tristesse plätschert es etwas dahin, und der Film lief schon früh Gefahr, sich in seinen Absichten zu verheddern.

Doch bekommt "Die Bücherdiebin" schnell die Kurve und sattelt sich ein paar Nebenschauplätze auf, die im späteren Verlauf einen feingeistigen Sinn ergeben. Etwas chaotisch zittert sich das Drehbuch an Fettnäpfchen vorbei - gibt es doch vieles zu entdecken, die Story zieht nachvollziehbare wie dramaturgisch sehr gut aufgebaute Schlüsse, und doch wirkt das Gesamtbild nicht hundertprozentig stimmig. Hier und da hüpft man von überzogener Dramatik zum leicht-spaßigen Erzählstil der Marke Nachbarschaftsklatsch, es fehlt ein wenig die letzte Konsequenz. So kann es passieren, dass Liesel wie versteinert am Esstisch sitzt und entweder bücklings oder neugierig ihre Figur offenbart. Daneben soll ihre Pflegemutter eine herrische Natur sein, doch weicht sie schneller auf, als dem detailversessenen Zuschauer lieb sein dürfte. Im Kleinen gibt es immer wieder mal kleine Macken zu entdecken, die einer sauberen dramaturgischen Kurve im Wege stehen. Teile der Szenen wirken langatmig, andere wieder zu hastig, also fehlte hier das gewisse erzählerische Feintuning.

Man kann sich jedoch in den Stoff hineinfuchsen. Mit zunehmender Spieldauer wird der Film immer zugänglicher und verdichtet sich formell auch sehr ordentlich zu einer Art "Blechtrommel" des leisen Protestes. Es werden nur keine Schlaginstrumente eingesetzt, sondern nachts im Dunkeln oder bei Frau Bürgermeisterin das Schlüsselereignis vorbereitet. Mit ihm, sprich dem Juden Max, erreicht die Story auch die Klimax. Was dem Werk dennoch gefehlt hat, war ein sauberer Abschluss. Mit all den schönen Elementen zerbomben sich der Film bzw. die Alliierten das Wesentliche, holpert sich vom Drama zur Tragik und wieder zurück, und so geriet der Film letztlich mindestens 15 Minuten zu lang.

Dasselbe lässt sich auch in der Inszenierung feststellen, die eine unauffällige, aber sensible Seite zeigt. Doch auch hier fehlt das letzte Quäntchen Feingefühl, da die Kameraarbeit nicht vollends überzeugt sowie den ein oder anderen Frame zu viel inne hat. Dafür passen Farbgebung und Beleuchtung sehr gut und unterstützen die Atmosphäre bereitwillig, ohne dass zu dick aufgetragen würde. So geben sich Story und Technik die Klinke in die Hand, was für ein rundes, aber nicht außergewöhnliches Erlebnis ausreicht. Zum Glück ist der Film weder zu viel Jugendgetöse oder zu dramatisch und wichtig aufgezogen worden, so dass man mit einem angenehm guten Gefühl aus dem Kino geht.

Für eine Geschichte diesen Ausmaßes ist aber nicht der technische Aspekt das Maß aller Dinge, sondern natürlich die Schauspielerleistungen. Mit Geoffrey Rush und Emily Watson standen zwei Koryphäen für diese US-deutsche Co-Produktion vor der Kamera, die bis auf ein paar Unzulänglichkeiten in ihren Figuren einen mehr als ordentlichen Eindruck hinterließen. Dabei nimmt man nur Watson die strenge Hausfrau nicht ab, bis sie endlich etwas liebevoller wird - dieses Drehbuchloch hatte sich leider auch auf die Performance übertragen, doch ist das nicht über zu bewerten. Kritischer sollte man eher die Kids in ihren Rollen betrachten, denn die fallen in der Kritikergunst etwas eher durch. Gerade in den Nebenrollen wurde hier nicht das Nötigste  aus den Parts herausgeholt, selbst Rudi alias Nico Piersch hat so seine Ausfälle (was teils durch die schwache Synchronisation beeinträchtigt wird). Einzig Sophie Nélisse kann als Liesel noch ein paar Akzente setzen, selbst wenn sie nur selten mal ihren Kopf aus den Schultern erhebt. Heike Makatsch beglückt uns indes mit gerade mal wenigen Minuten Screentime, so dass ihr Name regelrecht zu weit oben in der Castliste angesetzt wurde.

Fazit

Durch viele kleine Fehlerchen gelang der "Bücherdiebin" nicht der erhoffte Sprung in die Riege der wichtigsten Dramen. Die Story wird zu holprig erzählt, der Inszenierung fehlt der letzte Schliff und der Cast ist bis auf die üblichen Verdächtigen keine Offenbarung. Wer jedoch eine gehaltvolle, gut gemeinte, kritisch angehauchte sowie leicht-spaßige Geschichte sucht, darf über den etwas fahrigen Beginn hinwegsehen und sich über ein schön aufgezogenes Werk freuen, das durchaus seine gelungenen Momente hat. Da verliert sogar der Tod ein paar schöne Worte darüber.

Autor: Sascha Wuttke

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