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Nachdem „Der Pate“ überraschenderweise ein echter Kassenschlager geworden war und Paramount vor den Ruinen bewahrt hat, ließ ein zweiter Teil natürlich nicht lange auf sich warten. Bereits 1974, zwei Jahre nach dem Erscheinen des Vorgängers, kreierte Francis Ford Coppola erneut die Welt der Mafia der Corleone-Famile und führte die Geschichte des Michael Corleone fort und erzählte nebenbei den Aufstieg seines Vaters, Vito. Vielfach als bestes Sequel aller Zeiten umjubelt, erzählte auch der zweite Teil der Paten-Saga eine kolossale Handlung in einer genauso monumentalen Länge (ca. 200 Minuten), die zeitweise etwas unübersichtlich wird.

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Kritik

Michael Corleone (Al Pacino) übernahm nach dem Tod seines Vaters die Führung der Familie und trägt nun den Namen seines Vaters – Don Corleone. Ein sehr bekannter, respektierter und zugleich gefürchteter Name. Er versucht seine Macht auf Las Vegas, Hollywood und Kuba auszubreiten und dort Fuß zu fassen. Seine Expansionspolitik stößt jedoch auf starken Widerstand. Nachdem der ruhige und bedächtige Mafioso einem Mordanschlag  knapp entkommen konnte, erkennt er schon bald den Auftraggeber. Hyman Roth (Lee Strasberg), ein jüdischer Gangster mit dem bereits Vito Corleone Geschäfte machte, wird als Drahtzieher enttarnt. Michael Corleone vermutet jedoch einen Maulwurf in seiner Familie und pflegt daher seine Beziehung zu Hyman Roth, trotz des Anschlages, um diesen fassen zu können. Michael verfängt sich so sehr in den Rache-Gedanken, so dass er seine Frau und seine Familie vernachlässigt. Kay (Diane Keaton) erträgt das kriminelle Leben nicht mehr, stets auf der Flucht vor dem Gesetz. Die Ehe beginnt zu bröckeln.

Parallel zum Aufstieg Michael Corleones wird auch der Aufstieg Vito Corleones (Robert De Niro) erzählt:

Sizilien: Noch vor seinem zehnten Lebensjahr werden sein Vater, seine Mutter und sein Bruder vom örtlichen Don, umgebracht. Vito soll mit ihnen ihr Schicksal teilen, damit er sie als Erwachsener nicht rächen kann, schafft es jedoch mithilfe von freundlich gesinnten Dorfbewohnern nach Amerika. Er landet in Little Italy. Bis er 25 Jahre alt ist, lebt er von der Hand in den Mund, in einer bedrückenden kleinen Wohnung, gemeinsam mit seiner Frau, dabei versucht er irgendwie über die Runden zu kommen und sie möglichst aus jeglichem Ärger und Illegalität herauszuhalten. Jedoch tyrannisiert Don Fanucci (Gastone Moschin) den Bezirk, verlangt von allen Läden horrend hohe Schutzgelder und ist auch der Grund, dass Vito seinen Job verliert. Der anschließend raffinierte und ausgetüftelte Mord an Don Fanucci legt den Grundstein für Vitos Werdegang vom einfachen Arbeiter zum bekanntesten Paten in ganz New York.

Die Tatsache, dass Fortsetzungen zu erfolgreichen Filmen zumeist nicht das Niveau und die Qualität des Vorgängers erreichen, ist fast schon selbstverständlich. Jedoch gibt es glücklicherweise immer wieder ein paar Perlen, die aus der Reihe tanzen. „Terminator 2: Judgement Day“ oder „Aliens – Die Rückkehr“, nur um einige zu nennen. „Der Pate – Teil II“ übertrifft die Qualität des Erstlings vielleicht nicht ganz, jedoch sind beide Episoden zumindest auf Augenhöhe.

Der Pate – Teil II“ ist hierbei mehr als nur ein seelenloser Aufguss des grandiosen Originals, vielmehr etablierte sich der zweite Teil als Prachtexemplar eines Gangster- Dramas und als das perfekte Bindeglied zwischen dem Vorgänger und dem Nachfolger, der erst 16 Jahre später folgen sollte.

Der exzellenteste Part des Films ist eindeutig die von der Romanvorlage von Mario Puzo entnommene Geschichte um den Aufstieg von Vito Corleone. Robert De Niro verkörpert den jungen Vito Corleone perfekt. Als sehr ruhiger und verständnisvoller Mann ist er zu sehen, der ebenfalls ein Händchen für „Geschäfte“ hat.

Der eigens von Mario Puzo und Francis Ford Coppola für den Film geschriebene Teil des Film um den Aufstieg Michaels, fügt sich zwar nahtlos in die Trilogie ein, als Teil eines eigenständigen Films wirkt er bisweilen zu kompliziert. Nichtsdestotrotz, ist dieser Part genauso perfekt gezeichnet. Die Dialoge sind auf ebenbürtigen Niveau und die schauspielerische Klasse nicht minder großartig. Al Pacino stellt Michael Corleone als einen ehrbaren Mann dar. Er bemüht sich stets die Tugenden, die seinen Vater auszeichneten, zu verkörpern. Liebe der Familie gegenüber, Respekt den Feinden, Gerechtigkeit und Ehre. Er ist jedoch ebenso ein verletzter Mann. Er konnte es nicht ertragen, dass er von jemandem aus seiner Familie an den Feind verkauft wurde. Dieser Gedanke frisst sich mehr und mehr in den Kopf des jungen Mafiosos, weswegen er am Ende auch keine Gnade walten lässt und seine Frau und Kinder vernachlässigt. Mit der Rolle von Robert De Niro ist die von Al Pacino jedoch kaum vergleichbar. Während Robert De Niro eine grandiose One-Man-Show abliefert, agiert Al Pacino immer mit anderen Charakteren, auf deren Verhalten er sich nahezu perfekt einzustellen weiß.

Da der Film jedoch überdurchschnittlich lang ist, 200 Minuten um genau zu sein, sollte man ein gewisses Maß an Geduld und Beständigkeit mit sich bringen. Die relative Unübersichtlichkeit kommt dadurch zustande, dass viele Charaktere meist nur kurz eingeführt werden, und das auch oft lange bevor sie ins Rampenlicht rücken. So kann es sein, dass man als Zuschauer von den Massen an Schauspielern, Namen, Orten und Zeiten etwas erschlagen wird und die Orientierung verliert.

Dennoch, der komplette Cast harmoniert miteinander und wirkt vollkommen. Alle Charaktere ergänzen sich in den einzelnen Szenen auf superbe Art und Weise. Robert De Niro spielt den respektvollen, zurückhaltenden und ehrlichen jungen Arbeiter so adäquat und brillant, dass man seinen Edelmut förmlich fühlen kann. Auch Al Pacino weiß zu überzeugen, zwar konnte er Story bedingt, nicht seine Rolle mit einem letzten Sahnehäubchen abschließen, wie er es im Vorgänger tat, dennoch ist auch sein Schauspiel wahre Kunst. Die Nominierung für den Oscar haben sich beide wahrlich redlich verdient, jedoch konnte nur Robert De Niro den „Oscar als bester Nebendarsteller“ einheimsen. Dass die restliche Besetzung ebenso eine Klasse für sich ist, beweisen die weiteren Nominierungen für den Oscar für Michael V. Gazzo und Lee Strasberg, dem Vater des Method Acting. Die fantastische und unvergessliche Titelmelodie von Nino Rota findet auch diesmal Gebrauch. Gerade in den Szenen in Sizilien und in Vitos Vergangenheit, harmoniert die Melodie mit der Kulisse und kommt voll zur Geltung. Insgesamt war der Film für elf Oscars (davon sechs gewonnen) und für sechs Golden Globe Awards nominiert.

Fazit

Sollte man „Der Pate – Teil II“ zum ersten Mal sehen, wird man eventuell von der Charakter-Vielfalt, von der komplizierten Erzählstruktur und von der enormen Filmlänge etwas überrumpelt. Lässt man sich jedoch auf den Film ein, verfolgt alle Szenen und Dialoge genau und wiederholt einige bei Bedarf, dann mausert sich dieser Streifen zu einem wahren Musterbeispiel eines Sequels. Gerade als Brücke zwischen dem ersten und dem dritten Teil macht dieser Film eine makellose und vorbildliche Figur. Al Pacino und Robert De Niro spielen die Rollen ihres Lebens und verwandeln „Der Pate – Teil II“ zu einem emotionalen Drama, geprägt von Verrat, Korruption und Tod.

Autor: Kadir Güngör

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