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Dem frisch vermählten Ehepaar Harcourt geht auf ihrer Hochzeitsreise das Benzin aus, was sie zu einem ungeplanten Zwischenstopp zwingt. Der ansässige Schlossherr Ravna lädt sie zu einem elitären Maskenball ein, allerdings nicht ohne Hintergedanken.

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Kritik

„Ich muss von Schönheit umgeben sein, um mich wohl zu fühlen.“‘

Das Motto des Films. Schön, prunkvoll, ein wahrer Augenschmaus ist Der Kuss des Vampirs geworden, einer der ersten „eigenständigen“ Horrorfilme der HAMMER-Studios nach ihrem Big-5-Projekt. „Eigenständig“ nur unter der Prämisse, dass sich HAMMER seit ihrer Gründung und Spezialisierung auf das Genre früh auf die Fahne schrieben, die bekanntesten UNIVERSAL-Horror-Klassiker (Dracula, Frankenstein, Die Mumie, Der Wolfsmensch, Das Phantom der Oper) in abgeänderter Form (ohne als offizielles Remake zu gelten) und in - 4 von 5 Fällen - erstmals in Farbe zu präsentieren. Quasi eine bunte, moderne Alternative, die bitte nicht zwingend alle Recht besitzen muss. Angefangen mit Frankensteins Fluch (1957) und „ihrem“ Das Phantom der Oper (1962) wurde diese Hürde genommen, nun konnte und durfte auch kreativer gewütet werden. Natürlich mit gewissen finanziellen Einschränkungen und der notwendigen Spartenzugehörigkeit.

Schon 1960 erprobte man sich mit Dracula und seine Bräute an einer Auslagerung des Vampirfilms aus dem Dracula-Franchise, das bis dato eigentlich noch gar nicht existierte. Trotzdem sah man sich scheinbar gezwungen ihn als Dracula-Film zu verkaufen, obwohl die Figur oder nur dessen Stammdarsteller Christopher Lee jemals auftauchten. Aber zumindest der Name und der ewige Van HelsingPeter Cushing durften nicht fehlen. Unnötig, genauer gesagt krasser Etikettenschwindel (der Dracula-Zusatz ist ausnahmsweise keine „Django“-Erfindung des deutschen Verleihs, der Film hieß auch im Original The Brides of Dracula), somit ist Der Kuss des Vampirs der erste hauseigene, wirklich mutige Versuch den Blutsauger-Mythos anderweitig zu etablieren. Mutig in vielerlei Hinsicht, ernsthaft gelungen ist davon leider zu wenig. In diversen Punkten wird von üblichen Vorgehensweise abgewichen. Mit ungewöhnlich vielen Tageslichtaufnahmen - wenig mit den stimmigen wie günstigen Methoden von Donnergroll und Studionebel hantierend – versucht Don Sharp (Rasputin: The Mad Monk) den Film auf anderen Ebenen reizvoll zu gestalten. Ein langer Aufbau, etwas mehr (Naja-)Mysterie als vermutet, was der Spannung nicht unbedingt förderlich ist, denn – wer hätte das gedacht – so überraschend sind die simplen Zusammenhänge und Figurenkonstellationen jetzt nicht, als das man dafür so ein Pseudo-Fass aufmachen müsste.

Mit viel Liebe zum optischen Detail ist Der Kuss des Vampirs manchmal  - sehr partiell - so schön zu betrachten wie die nahezu zeitgleich erschienenen Der Dämon und die Jungfrau von Mario Bava oder Satanas - Das Schloss der blutigen Bestie von Roger Corman. Dem dominanten Rausch, der einzigartigen Trägerfunktion dieser Werke kommt dieser Versuch nur grob nahe, gerade weil er diesen surrealen Zustand nicht zulässt, eher wirkt wie ein hübsch arrangierter, biederer Trödelladen und alles andere kaum seine Zweck erfüllt. So farbenfroh und bemüht das Dekor erscheint, umso radikaler verblassen die steifen, grauschattierten Darsteller davor. Nicht konsequent, lediglich oberflächlich einen Tick experimentell präsentiert, scheitert auch der Plot an einer ungünstigen Hürde aus (wenig) Bewährtem und (viel zu wenig) Gewagtem. Den Vampirismus als eine Form von Sekte, sexuell motivierten Kult mit Gehirnwäsche-Methode darzustellen, der eine ganze Region verwaist und die verbliebenen Trauergäste zu geheimen Luden der eigenen Kindsmörder gemacht hat, das ist doch mal was. Die Umsetzung präsentiert sich zu träge, ab und zu gar dem Material unfähig (Hauptdarsteller Edward de Souza verkommt öfter zum dusseligen Nullapostel). Im Gegenzug gibt es immerhin ein paar sehr schön inszenierte Momentaufnahmen (der Maskenball könnte Polanski zu Tanz der Vampire inspiriert haben), den unübersehbaren Versuch neuer Wege und ein Finale, das einerseits absolut dämlicher Hokuspokus ist, aber eine so nie (wieder) gesehene Idee auffährt. Eine Form von Blutsauger-Kannibalismus. Abgefahren.

Fazit

Ein hübscher, aufwändiger, aber zu unentschlossener HAMMER-Ausreißer. Weder die üblichen Fließband-B-Standards erfüllend, leider nicht in der Lage echte Extravaganz zu erzielen. Lediglich der Look ist teilweise kaum zu kritisieren, diverse inhaltliche Ansätze gar zu loben, aber sie bleiben nicht mehr als Ideen verloren im Raum. Eher gescheitert, aber auf nicht ganz reizlose Weise.

Autor: Jacko Kunze

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